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Trotz Pandemie lernen, planen, machen

  • vonCorinna Weigelt
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Bad Nauheim(cor). Eigentlich sollte am 24. Oktober im Hotel Dolce das Azubi-Dinner stattfinden. Pandemiebedingt musste der Termin aber ein zweites Mal abgesagt werden. Nun wird der November von einem erneuten Lockdown überschattet. Wie sich dies auf die Ausbildung auswirkt, berichten die angehenden Veranstaltungskaufleute Marlene Seelbach, Matthias Spamer und Nina Grieb.

Gemeinsam gewähren sie einen Einblick in den Azubi-Alltag des Dolce by Wyndham. Zu Wort meldet sich auch General Manager Harald Hock, der den Auszubildenden auch in Corona-Zeiten viele Möglichkeiten bietet, Eigenverantwortung zu übernehmen.

Alle Betten werden ausgetauscht

Alle drei Azubis haben schon viele Erfahrungen im Haus gesammelt und absolvieren gerade das dritte Lehrjahr. Veranstaltungen wie große Gala-Abende, Tagungen oder Azubi-Dinner gehören zum Berufsalltag. Dass das Azubi-Dinner hat ausfallen müssen, enttäuscht die jungen Leute. "Marketing, Deko, Küche, Entertainment - alles haben wir bereits in einzelnen Abteilung geplant", sagt Matthias Spamer, der bei der Dinner-Auflage 2019 als "Kaiser Franz-Josef" durch den Abend geführt hat. "Wir haben im Oktober noch einmal die Künstler angeschrieben, der Termin hätte von allen Seiten geklappt", ergänzt Marlene Seelbach. Bei deutschlandweit steigenden Infektionszahlen entschied man sich dann aber erneut für eine Verschiebung des Events.

Das Azubi-Dinner erfordert Teamwork, Disziplin und vor allem Selbstständigkeit. All dies erlernen die Azubis aber auch ohne ihren persönlichen Dinner-Abend, wie sie erklären. Nina Grieb beschreibt ihre Tätigkeiten sogar in einem Blog. "Mein Job sollte vielfältig sein, und ich kann sagen: Das ist er", sagt die Auszubildende. Nach zwei Jahren im direkten Gästekontakt wechselte sie in den Bereich Marketing und Distribution. "Eine vielfältige und spannende Abteilung. Mein Arbeitsalltag ist nicht mehr direkt durch den Gast beeinflusst. Nun heißt es vorausplanen." Wie bewerbe ich Angebote, Arrangements oder Events? Wie sieht unsere Zielgruppe aus und wie gehe ich auf deren Wünsche und Bedürfnisse ein? Fragen, mit denen sich Nina Grieb täglich auseinandersetzt. "Das alles erfordert ein hohes Maß an Eigeninitiative." Matthias Spamer übernimmt mittlerweile Aufgaben in der Küche und kennt sich deshalb auch mit dem eigenständigen Anrichten eines Büfetts bestens aus.

Die Pandemie hat veränderte Situationen mit sich gebracht. Damit umzugehen, hat Marlene Seelbach in ihren Azubi-Alltag integriert. "Viele Anrufer haben Fragen zur aktuellen Situation", sagt die Auszubildende. Sie beruhige dann die Gäste, vermittle ein Sicherheitsgefühl. Im November mit dem zweiten Lockdown müssen auch die Nachwuchskräfte erneut schwierige Zeiten meistern. Der Blick ist aber bereits auf die Zeit danach gerichtet, stehen doch im kommenden Jahr die Abschlussprüfungen an. Derzeit rückt deshalb der schulische Aspekt in den Vordergrund.

"Uns ist es wichtig, dass die Auszubildenden Eigenverantwortung erlernen und auch umsetzen", sagt General Manager Harald Hock. Dadurch könne Fachwissen viel besser vermittelt werden. Möglichkeiten, sich dieses anzueignen, bieten sich auch in Corona-Zeiten. Im Sommer fanden Tagungen mit bis zu 250 Personen statt - alles unter Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. "Die Azubis stellen sich dieser neuen Lage mit großer Bereitschaft", lobt Hock. Auch bei geschlossenem Hotelbetrieb laufen weiterhin die Planungen für ein Großprojekt: "Alle 380 Betten des Hauses werden ausgetauscht." Geplant wird alles von einem Azubi - von der neuen Bettwäsche bis zur Gestaltung. "Wir lassen ihm freie Hand, halten dazu aber Rücksprachen", sagt Hock. Die Bestätigung von Vorgesetzten bleibe immer wichtig. Ebenso die Teamarbeit. "Ohne die funktioniert es sonst gar nicht."

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