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Betriebsleiter Sascha Rieck ist immer unterwegs im Usa-Wellenbad - ob viel los ist oder wenig.

Erweiterte Zeitfenster

Trotz aller Kompromisse: Usa-Wellenbad-Leiter zufrieden mit Neustart

  • VonHanna von Prosch
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Nur wenige Schwimmer drehen am regnerischen Dienstagmittag ihre Bahnen im Wasser. Anders sah es am Wochenende aus: Die Zeitfenster waren ausgebucht, die Menschen glücklich im kühlen Nass.

Als das Thermometer über die 30-Grad-Marke kletterte, herrschte Hochbetrieb im Freibad, auch wenn coronabedingt nur 1000 Gäste pro Zeitfenster eingelassen werden durften. »An den warmen Tagen wurde das Abendangebot zwischen 18 und 20 Uhr besonders gut angenommen, auch von Familien mit Kindern«, berichtet Betriebsleiter Sascha Rieck.

Am Dienstag war der einzige Gast am Kinderbecken eine Gans. Kein Getümmel, kein Kreischen, kein Jagen. Im großen Becken genossen fünf ältere Badegäste die freien Bahnen. »Ich komme fast jeden Tag, weil ich was für meine Gesundheit tun will«, sagte ein Schwimmer. Am Beckenrand stehen statt der Liegen jetzt Holzbänke, die nicht dauernd desinfiziert werden müssen.

Im 30 Grad warmen Außenbecken des Hallenbades, für das ein eigener Zugang geschaffen wurde, erholte sich sichtlich zufrieden eine Dame. »Wenn nachher die Vereine kommen, ist wieder Leben im Wasser. Die sind bei jedem Wetter da. So wie die Sportschwimmer vormittags und abends«, lacht Rieck.

Auch die Schulklassen aus Bad Nauheim, Friedberg und Umgebung beleben das Bad wieder. Ein Schulsportkoordinator macht genaue Pläne nach der Klassenstärke und den von Rieck zugeteilten Bahnen im großen und kleinen Becken, den Umkleidekabinen und Duschen. Lehrer und Kinder seien sehr froh, dass sie wieder schwimmen können.

Die meisten Eltern haben Verständnis

Genauso wie die Vereine, die die Anfängerschwimmkurse wieder aufgenommen haben. »Im vergangenen Jahr fand nichts statt. So hat sich ein großer Rückstau gebildet. Die Wartezeiten für Kinderschwimmkurse reichen bis Ende des Jahres«, weiß er. Acht Vereine trainieren wochentags im Freibad. Sie müssen in der einen Stunde zwischen 16.30 und 17.30 Uhr untergebracht werden. Vor- und nachher wird desinfiziert und gereinigt. »Da kann man sich vorstellen, dass es nur mit Kompromissen geht«, sagt der Betriebsleiter. »Wenn Eltern lieber längere Öffnungszeiten wegen des Mittagsschlafs ihrer Kleinkinder hätten, können wir das zwar verstehen. Wir erklären ihnen dann aber, dass gerade die Vereine mit ehrenamtlichen Trainern arbeiten, die, wie auch die Kinder, vorher beruflich oder in der Schule gebunden sind. Die meisten haben dafür dann auch Verständnis. Und am Wochenende sind die beliebten Familienzeiten ja auch um eine oder eineinhalb Stunden abends verlängert«, argumentiert er.

Unruhe wegen der Maskenpflicht beim Betreten von Toiletten und Umkleiden oder wegen der unvermeidlichen Wartezeiten am Eingang, wenn alle auf einmal um 12 Uhr ins Bad wollen, gab es laut Rieck nicht. »Die Gäste sind durchweg sehr vernünftig.« Dazu erzählt er, wie der Pächter der Gastronomie am Sonntag eine gute Erfahrung machte: »Um den Abstand besser zu gewährleisten, zog er einen dicken Strich vor dem Kiosk, und plötzlich waren die Leute viel disziplinierter.«

Durch die Corona-Verordnung des Landes ist auch mehr Personal nötig. Am Wochenende waren pro Schicht rund zwölf Leute im Einsatz. Dabei ist im Vergleich zum üblichen Badebetrieb vor allem Mehrbedarf an Reinigungskräften. Dazu kommt das Sicherheitspersonal, das sich zum Beispiel darum kümmert, dass sich im Warmbecken maximal 40 Personen aufhalten. Auch das Scannen der personalisierten Tickets und die Kontrolle von Personenzahl, Datum und Zeitfenster dauert etwas länger.

Öffnungszeiten, Ticketverkauf und Regeln

Das Usa-Wellenbad ist montags bis freitags geöffnet von

8 bis 10 Uhr, 10.30 bis 16 Uhr und 18 bis 20 Uhr. Samstags gilt der Nachmittagszutritt von 12 bis 17.30 Uhr; Sonntag von 8 bis 10.30 Uhr, 11 bis 17 Uhr und 17.30 bis 20 Uhr.

Tickets für ein Zeitfenster bekommt man online über www.usa-wellenbad.de oder über den Ticketshop Friedberg. Dauergäste können sich, mindestens eine Woche vorher, Tickets für mehrere Tage im Voraus kaufen.

Preise: Kurzzeitticket 2,40 Euro online, 2,90 Euro im Ticketshop, Regulärer Eintritt nachmittags 4 Euro online, 4,50 Euro im Ticketshop. Kinder unter vier Jahren sind frei. Es gilt der Papierausdruck oder der Kaufnachweis auf dem Smartphone.

Durch den personalisierten Vorverkauf ist keine Datenerfassung beim Eintritt erforderlich. Es ist kein Test oder Impfzertifikat nötig. Maskenpflicht gilt am Eingang und beim Betreten von Innenräumen. hms

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