1. Wetterauer Zeitung
  2. Wetterau
  3. Bad Nauheim

Treffen der Drehorgelspieler im Kurpark

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Bad Nauheim (vol). Den Eingang des Kurparks passiert, hört man einen hohen Pfeifton und stimmgewaltige Sänger. Neugierig durchquert man den Park, bis man eine Frauengruppe entdeckt, die »Es scheint der Mond so hell« zum Besten gibt, während die Lauterbacher Drehorgelspieler Annemie und Walter Günther ihr Instrument bedienen.

Das Ehepaar Günther hatte sich am Wochenende wie viele andere ihrer Zunft auf den Weg nach Bad Nauheim gemacht, um den Landesgartenschau-Besuchern die Tradition des Drehorgelspielens zu zeigen. »Schon seit fast drei Jahren treten wir auf Märkten oder Festen auf, wobei alle eingesammelten Spenden einem Kinderhospiz in Wiesbaden zu Gute kommen«, erzählt Annemie Günther. Die Leidenschaft für das Instrument hätten beide auf einem Orgelfestival entdeckt. »Danach ging alles sehr schnell. Wir haben uns eine Drehorgel gekauft und sind mit viel Spaß bei jedem Auftritt dabei«, erzählt Walter Günther. Die Drehorgel der beiden ist mit einer Elektronik ausgerüstet, die rund 900 Lieder gespeichert hat. Bei Bedarf wird der Titel ausgesucht und der Hebel der Orgel in Gang gesetzt. Das traditionelle Äffchen, das eine Drehorgel schmückt, zappelt neben dem Instrument fröhlich mit. »Früher hatten die Drehorgelspieler einen echten Affen dabei. Der hat das Kleingeld für die Orgelspieler eingesammelt«, berichtet Walther.

Gegenüber den Kristallinen Gärten knipsen die Besucher Günther und Agnes Sickenberg aus dem Münsterwald ab. Drehorgelspieler Sickenberg bedankt sich mit einem kleinen schwarzen Glücksbringer: Es ist ein Schornsteinfeger. Vom enormen Kraftauswand, den man für das Kurbeln aufwenden muss, kann sich die WZ-Reporterin selbst überzeugen. Gemeinsam wird »Adieu Akropolis« angestimmt. »Seit über 20 Jahren trete ich auf Märkten und Stadtfesten auf. Die Leidenschaft für das Instrument habe ich schon seit Jahren gehabt. Schon als ich noch Konditor war, war klar: Ich will als Rentner mit Menschen zu tun haben«, erzählt Sickenberg. Das gesammelte Geld spendet das Ehepaar für Patenkinder in Indonesien.

Neben den beiden erblickt man einen anderen Orgelspieler, der in ein Hirtenhorn bläst. Hans Hammer und Ehefrau Gertrud kombinieren ihre Auftritte mit Instrumenten wie Mundharmonikas oder Alphörnern. »Das Hirtenhorn kann nicht mit der Drehorgel kombiniert werden. Wir wollen aber die Aufmerksamkeit der Besucher auf uns lenken und zeigen, wie solche Instrumente funktionieren«, erklärt Hammer.

Auch interessant

Kommentare