Dieses Foto mit dem Gong, das zum zehnjährigen Bestehen des Theaters am Park gemacht wurde, zählte zu Ulrich Rheins Lieblingsbildern.	ARCHIVFOTO: COR
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Dieses Foto mit dem Gong, das zum zehnjährigen Bestehen des Theaters am Park gemacht wurde, zählte zu Ulrich Rheins Lieblingsbildern. ARCHIVFOTO: COR

Trauer um Ulrich Rhein

  • Sabine Bornemann
    vonSabine Bornemann
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Bad Nauheim (koe). Das kleine, feine Theater am Park in der Ludwigstraße 21 war seine Herzensangelegenheit. Mit Kabarett, Comedy, Mundart und Konzerten hat Theaterchef Ulrich Rhein das Kulturleben in Bad Nauheim über zehn Jahre geprägt und bereichert. Nun ist er im Alter von 75 Jahren gestorben.

Kleinkunst und Kultur trafen sich seit 2008 in dem ehemaligen Speisesaal aus der Gründerzeit. Am 20. Januar 2008 läutete Ulrich Rhein zum ersten Mal den Gong und begrüßte »seine« Gäste persönlich. Eine Tradition, die er sich bis fast zuletzt nicht nehmen ließ.

Seither haben viele Künstler und Comedians den Weg ins Theater am Park gefunden: Johannes Scherer, Dietrich Faber, Walter Renneisen oder Frieder Arndt und Petra Giesel als die Hufnagels. Gefragt waren immer Vorstellungen mit viel Humor. Das hat Rhein auf etliche kreative Ideen gebracht, aus denen er Programme wie »Uffgebasst, die Hesse komme«, »Ihne Ihr 3 Faltigkeit«, »Die hessisch Dreidabbischkeit« oder die »Erotische Frauennacht« entwickelt hat. Und auch internationale Künstler hat Rhein in die Wetterau geholt. Zahlreiche Größen sind als Musiker oder Imitatoren seit 2009 zum Elvis-Festival dort aufgetreten.

Wurde anfangs nur sonntags nachmittags gespielt, kam schnell der Sonntagabend hinzu, außerdem gab es Aufführungen am Freitag und Samstag. Neben den Einheimischen kamen Gäste von Frankfurt bis Gießen. Doch die aktuelle Corona-Situation beeinflusste gerade das kleine Theater am Park, in dem etwa 100 Gäste Platz finden. Vorstellungen waren wegen der Größe trotz Lockerungen noch nicht möglich. Ulrich Rhein hoffte, dass er nach der Sommerpause Ende August wieder in »sein« Theater einladen kann. Er war mit seinem Team und seiner Familie das Herzstück des Hauses. Das wussten Publikum und Künstler zu schätzen. »Das Publikum liebt die Nähe zum Künstler und die persönliche und familiäre Atmosphäre des Theaters. Und das ist bei uns gegeben«, sagte Rhein im WZ-Gespräch zum zehnjährigen Bestehen des Theaters.

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