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Leergeräumt: Die Firma Dingeldein hat den Betrieb eingestellt, das Inventar ist versteigert worden. FOTO: NIC

Insolvenz bei Dingeldein & Herbert

Aus für Wetterauer Traditionsunternehmen -Beschäftigte verlieren Arbeitsplätze

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Nach gut 80 Jahren hat die Schwalheimer Maschinenbau-Firma Dingeldein & Herbert GmbH & Co KG im Dezember ihren Betrieb eingestellt. 17 Beschäftigte haben ihren Arbeitsplatz verloren.

Bad Nauheim - Im Herbst war ein Insolvenzantrag gestellt worden, mangels Masse fehlte offenbar die wirtschaftliche Grundlage für die Fortführung des Unternehmens. Laut Handelsregister war es 1936 gegründet worden und baute zuletzt vor allem Maschinen für die Verarbeitung von schäumbarem Polystrol (EPS), bekannt unter dem Markennamen Styropor. Laut Insolvenzverwalterin Petra Fuchs, Rechtsanwältin aus Frankfurt, haben 17 Angestellte ihren Arbeitsplatz verloren. Die Frage nach einem Sozialplan ließ die Juristin unbeantwortet.

Bad Nauheim: Wirtschaftliche Probleme der Firma

Einige Schwalheimer hatten seit längerer Zeit Kenntnis von den wirtschaftlichen Problemen der Firma, deren letzter Seniorchef vor etwa zwei Jahren verstorben war. "Es ging wohl ruckzuck bergab mit dem Betrieb", mutmaßt Ortsvorsteher Klaus Englert. Eine Stellungnahme der ehemaligen Geschäftsführung war nicht zu erhalten, sämtliche Kommunikationskanäle von Dingeldein & Herbert wurden bereits gekappt. Weil sich auch Insolvenzverwalterin Fuchs zugeknöpft zeigt und auf das "nicht-öffentliche Insolvenzverfahren" verweist, bleiben als Quelle nur die im Unternehmensregister des Bundesministeriums für Verbraucherschutz veröffentlichten Jahresabschlüsse. Danach hatte die Firma, die zuletzt stets von Mitgliedern der Familie Dingeldein geleitet wurde, Ende 2018 Verbindlichkeiten von gut 1,3 Millionen Euro, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um etwa 730 000 Euro.

Bad Nauheim: Grundstück kein Firmeneigentum

Nachdem klar war, dass der Betrieb zahlungsunfähig ist und nicht weitergeführt werden kann, hatte Fuchs ein Auktionshaus mit dem Verkauf des Inventars beauftragt. Im Dezember fuhren ständig Lkw vor, um Maschinen und andere Gegenstände abzutransportieren. Diskutiert wird in Schwalheim über die Zukunft der Immobilie. "Das Gelände liegt mitten im Wohngebiet, daraus ließen sich fünf, sechs Grundstücke machen", sagt Ortsvorsteher Englert. Nach Angaben von Fuchs ist das Grundstück nicht Teil der Insolvenzmasse.

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