Blick in die Wellness-Landschaft, die im Badehaus 2 entstehen wird.	COMPUTERANIMATION: RWS ARCHITEKTEN
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Blick in die Wellness-Landschaft, die im Badehaus 2 entstehen wird. COMPUTERANIMATION: RWS ARCHITEKTEN

Therme-Beschluss noch mal bestätigt

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Bad Nauheim (bk). Es gehört zu den Besonderheiten in Corona-Zeiten, dass ein Parlament über eine Vorlage entscheidet, die schon längst beschlossene Sache ist. So geschehen am Donnerstag in der Frauenwaldhalle Nieder-Mörlen, wo die Stadtverordneten tagten, um mehr Abstand halten zu können. Und gleich zu Beginn der Sitzung tauchte unter anderem der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan »Sprudelhof« auf, der die Errichtung von Therme, Hotel und Tiefgarage zum Inhalt hat.

Mitten in der tiefsten Krise hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss bereits mit diesem Papier befasst, wobei dieses Gremium ausnahmsweise stellvertretend für das Parlament beriet und entschied. Das Votum für den B-Plan war einstimmig ausgefallen. Trotzdem wollten die Politiker auf der sicheren Seite sein, was die Rechtsgültigkeit der damals vom Ausschuss gefassten Beschlüsse angeht. Deshalb wurden sie am Donnerstag erneut aufgerufen und von den Stadtverordneten bestätigt.

Bezüglich der Rechtsgültigkeit gibt es tatsächlich Bedenken. Darauf wies Dr. Martin Düvel (Grüne) hin, der aus einem Gutachten des Hessischen Städte- und Gemeindebundes zitierte. Danach könne über wichtige Dinge wie Bebauungspläne nicht abschließend im Ausschuss befunden werden. Und eine wichtigere Entscheidung als den Neubau der Therme habe es in Bad Nauheim lange nicht gegeben. Düvel sieht in dieser Vorgehensweise auch ein politisches Problem. »Ich habe mich im Ausschuss enthalten, obwohl ich gegen den B-Plan bin. Die Mehrheit meiner Fraktion ist allerdings dafür«, sagte Düvel.

Misstrauischer Grünen-Politiker

Für seine Nein-Stimme bei der fälligen Bestätigung des Ausschuss-Votums (es blieb die Einzige) nannte der Grünen-Politiker zwei Gründe. Zum einen fehle im B-Plan die neue Kleinkunst-Spielstätte, die aus dem Badehaus 2 weichen musste und an anderer Stelle im Sprudelhof neu entstehen soll. »Beschließen wir den B-Plan, ist die Spielstätte ersatzlos gestrichen.« Misstrauisch zeigte sich Düvel auch bezüglich des neuen Radwegs entlang der Ludwigstraße, der im Bebauungsplan ebenfalls nicht erwähnt wird. Der alte im Sebastian-Kneipp-Weg muss dem Therme-Neubau weichen.

Peter Heidt (FDP) und Manfred Jordis (CDU) konnten die Haltung Düvels nicht nachvollziehen. Schließlich gebe es für den Spielstätten-Neubau und die Radwege-Verlegung im Parlament klare Mehrheiten.

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