Thermalsole statt Streusalz: Test ist geplant

Bad Nauheim (bk). Leer sind die Streusalzlager in der Kurstadt noch nicht, doch der harte Winter führt in manchen Gemeinden zu Engpässen. Grund genug für die Verantwortlichen des Bad Nauheimer Kur- und Servicebetriebs (KuS) über eine Alternative beim Kampf gegen Eis und Schnee nachzudenken, die zudem kostengünstiger sein könnte. Die Rede ist von der Thermalsole, die Salz enthält, reichlich sprudelt und nicht für teures Geld eingekauft werden muss.

Bad Nauheim (bk). Leer sind die Streusalzlager in der Kurstadt noch nicht, doch der harte Winter führt in manchen Gemeinden zu Engpässen. Grund genug für die Verantwortlichen des Bad Nauheimer Kur- und Servicebetriebs (KuS) über eine Alternative beim Kampf gegen Eis und Schnee nachzudenken, die zudem kostengünstiger sein könnte. Die Rede ist von der Thermalsole, die Salz enthält, reichlich sprudelt und nicht für teures Geld eingekauft werden muss. »Wir werden im Winter 2010/2011 einen Feldversuch starten, um zu erproben, ob das machbar ist«, sagt KuS-Betriebsleiter Frank Müller der WZ. Nicht nur Müller, auch dem UWG-Vorsitzenden Christian Weiße sind Berichte über Bad Karlshafen zu Ohren gekommen, wo die natürliche Sole im Winterdienst eingesetzt wird. Weiße hat einen Prüfantrag zu diesem Thema angekündigt.

Der KuS-Leiter hat Kontakt zur Verwaltung von Bad Karlshafen aufgenommen. Beide Gemeinden seien von der Größenordnung nicht zu vergleichen. Die nordhessische Kurstadt habe lediglich knapp 4000 Einwohner und entsprechend wenige Straßen und Wege, die von Schnee und Eis befreit werden müssen. »In Bad Nauheim gibt es ein Straßennetz von 120 Kilometern Länge, der Bedarf an Salzlauge ist etwa sieben Mal größer als in Bad Karlshafen.

Vielleicht kann in einem Teil des Stadtgebiets Thermalsole zum Einsatz kommen, aber sicher nicht überall«, sagt Müller.

Unlösbare technische Probleme sieht er nicht. Lasse man die Sole, die aus den Quellen sprudelt, über die Gradierbauten rieseln, könne ein Salzgehalt von etwa 24 Prozent erreicht werden. Diese Konzentration sei ausreichend für den Einsatz im Winterdienst. »Allerdings bräuchten wir einen Solebehälter für etwa 400 Kubikmeter, der nicht zur Verfügung steht«, erklärt der Betriebsleiter. Unterhalb des Gradierbaus IV existiere ein Becken, das aber nicht groß genug sei. Zudem müsste die gradierte Sole während ihrer Lagerung öfter umgerührt werden. Eine Umrüstung des KuS-Fuhrpark wäre ebenfalls erforderlich. Bislang seien die Fahrzeuge mit 2000-Liter-Tanks für Restsole ausgerüstet, die mit Streusalz angereichert auf die Straßen gesprüht werde. Verwende man ausschließlich Thermalsole, benötige man einen 8000-Liter-Tank, um bei einer Tour ebenso viele Kilometer Straße wie bisher bedienen zu können. Notwendig wären also größere Investitionen, um Thermalsole einsetzen zu können. Müller: »Um diese Kosten wieder reinzuholen, würden einige Jahre ins Land gehen. Langfristig könnte möglicherweise eine Einsparung von zehn Prozent erzielt werden.«

Im nächsten Winter soll ein Test in kleinem Rahmen erfolgen. Zum Beispiel auf Radwegen will der Kur- und Servicebetrieb erproben, ob der Einsatz der Thermalsole eine Alternative zu Streusalz ist. Umweltprobleme aufgrund des Arsengehalts der Bad Nauheimer Sole sieht Müller nicht. »Es läuft ohnehin alles durch die Entarsenisierungsanlage, der Großteil der Flüssigkeit wird bisher in die Usa geleitet.«

Nach Angaben von UWG-Chef Weiße wird die Thermalsole in Bad Karlshafen seit drei Jahren eingesetzt. »Damit ist die Stadt unabhängig vom Zukauf von Streusalz und spart die hierfür erforderlichen Mittel ein.« Die UWG fordert deshalb eine ernsthafte Prüfung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare