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Tattoos in der Wetterau: Ewigkeit unter der Haut

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Philipp Hahn, Yannik Mari und Henry Kniss zeigen ihre Tätowierungen.	
(Foto: cor)
Philipp Hahn, Yannik Mari und Henry Kniss zeigen ihre Tätowierungen. (Foto: cor) © Corinna Weigelt

Bad Nauheim/Friedberg (cor). Tattoos liegen im Trend, sind gerade im Sommer ein Blickfang – und sie gehen tief unter die Haut. Umso wichtiger ist es, sich vor dem Besuch beim Tätowierer sicher zu sein, ob man diesen Schritt wirklich gehen möchte.

Schließlich wird das Motiv, ganz egal an welcher Körperstelle, ein lebenslanger Begleiter bleiben. Wichtig ist es auch, sich genau zu überlegen, wo man das Tattoo platzieren lässt. Man sollte nämlich auch bedenken, dass im Alter die Haut schlaffer wird und Falten bildet, was das Tattoo nicht unbedingt besser aussehen lässt. Die WZ hat sich in Bad Nauheim, vor allem im Freibad des Usa-Wellenbads, umgeschaut und umgehört.

Philipp Hahn aus Bad Nauheim hat sich diesen Schritt über ein halbes Jahr lang überlegt und sich schließlich für ein Tattoo auf dem Oberarm entschieden. Seine Wahl fiel auf ein lateinisches Zitat von Leonardo da Vinci, das auf deutsch »Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung« bedeutet. Ein Zeichen für die Lebenseinstellung und den Lebenswandel.

Oftmals verbinden die Träger ihre Tattoos aber auch mit besonderen Ereignissen. So hat sich Yannik Mari aus Friedberg für ein Logo als Tattoo entschieden. »Es erinnert mich als Musiker an mein erstes Album«, erklärt der Solo-Künstler. Henry Kniss war bereits viermal beim Tätowierer: Innenarm, Rücken und Knöchel – »jedes Jahr ein neues Tattoo«, sagt Kniss.

»Dafür hat es immer gute Gründe in meinem Leben gegeben.« Auf seinem Arm steht »Life is just a game«, übersetzt »Das Leben ist nur ein Spiel«.

Experten raten, bei Motiven darauf zu achten, dass diese ewig währen, beispielsweise die Namen der Kinder oder Eltern. Unsinnig sei es hingegen, Namen von Partnern, die man erst sei wenigen Wochen oder Monaten kennt, auf der Haut zu verewigen. Ebenso sinnlos seien Tattoos von Stars, Interessen können sich schließlich ändern. Mit ihrer Tattoo-Wahl liegt auch Denise Brauburger voll im Trend; sie widmete ihr Tattoo mit Zeilen des Liedes »Denk an mich« aus dem Musical »Das Phantom der Oper« ihrer Mutter. Denn Mutter und Tochter verbinden mit dem Musical viele schöne Momente. Djellas Walid hat sich die Namen seiner Töchter unter die Haut stechen lassen. Dazu einen Drachen und ein mexikanisches Symbol. »Für mich ist das aber eher ein Hobby.«

Wer sich ein Tattoo zulegen möchte, sollte volljährig sein. Mit Einverständnis der Eltern ist dies aber auch in Ausnahmefällen ab 16 Jahren möglich. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat 2014 einen Leitfaden herausgegeben. Er enthält Empfehlungen, was Leute beachten sollten, die mit dem Gedanken spielen, sich ein Tattoo stechen zu lassen. So sollten professionelle Tätowierer Kunden vor dem ersten Stich ausführlich mündlich und schriftlich über mögliche Risiken, Komplikationen, Allergien und Tattoo-Wundpflege informieren. Künftige Tattoo-Träger müssen im Gegenzug Folgekosten, auftretende Komplikationen oder Tattoo-Entfernungen ganz oder größtenteils selbst zahlen. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel hierfür keine Kosten.

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