Swingtime in der Dankeskirche

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Mit "When the Saints go marching in" erwarteten die Bad Nauheimer Konzertgäste in der Dankeskirche nicht – dem ursprünglichen Spiritual gemäß – ins Himmelreich einzuziehen sondern eine gute Stunde satten Big-Band-Sound voller Leidenschaft, voller Rhythmus, mitreißend und gefühlvoll. Die 18 Musiker des Landespolizeiorchesters Hessen unter der Leitung von László Szabó nahmen sie mit auf eine Reise zu beliebten Evergreens und Swing-Klassikern. Damit zündeten sie den Funken, der in Köpfen, Füßen, Händen und Herzen ein Feuerwerk guter Gefühle entfachte.

Mit "When the Saints go marching in" erwarteten die Bad Nauheimer Konzertgäste in der Dankeskirche nicht – dem ursprünglichen Spiritual gemäß – ins Himmelreich einzuziehen sondern eine gute Stunde satten Big-Band-Sound voller Leidenschaft, voller Rhythmus, mitreißend und gefühlvoll. Die 18 Musiker des Landespolizeiorchesters Hessen unter der Leitung von László Szabó nahmen sie mit auf eine Reise zu beliebten Evergreens und Swing-Klassikern. Damit zündeten sie den Funken, der in Köpfen, Füßen, Händen und Herzen ein Feuerwerk guter Gefühle entfachte.

Die eher große Bühnen gewohnten Profimusiker verstanden nicht nur ihr höchst präzises Spiel, sich wussten auch sich klanglich auf den Kirchenraum einzustellen. Egal ob bei weichen ruhigen Stücken oder bei temporeichen vielschichtigen wie "Sweet Georgia Brown" gelangen immer großartige Transparenz der Stimmgruppen, dynamische Feinheiten und ein voluminöser klarer Sound. Ein spannendes Experiment für die Musiker waren die zwei Soloimprovisationen mit Orgel, wobei Kantor Frank Scheffler zugeben musste: "Gegen dieses brillante Orchester hat unsere Orgel keine Chance."

Aus den Tiefen des Orchesters inspirierte ihn der sonore Sound im Dialog mit dem Saxofon zum Beispiel in "A String of Pearls". Bei dem Blues "Georgia on my Mind" des US-Radiostars der 30er Jahre, Hoagy Carmichael, brachte es Scheffler in seiner Moderation auf den Punkt: "Blues bedeutet, dass ein guter Mensch sich schlecht fühlt. Unsere Orgel hat oft den Blues – und ich dann auch." Um das zu ändern, war ja auch das Benefizkonzert gedacht.

Sinatra und Elvis

Das Programm unter dem Titel "It’s Swingtime" bot eine Fülle von Stilrichtungen vom Dixieland über Ragtime bis zum temperamentvollen Boogie. Die melancholische "Moonlight Serenade" im Glenn-Miller-Medley war eine Aufforderung zum Träumen. Gleich darauf wurde die Stimmung mit Pennsylvania 6-5000 aufgeheizt. Sammy Nestico, der Komponist von "Hay Burner", also Heuverbrenner, und "The Queen Bee", ist mit 95 Jahren noch immer einer der populärsten in den USA. Er schrieb unter anderem für das berühmte Count-Baisie-Orchester und arrangierte für Phil Collins und Frank Sinatra. Kaum auf den Sitzen hielt es die Besucher schließlich bei "Mr. Anthony’s Boogie". Der absolute Höhepunkt baute sich in einem Benny-Goodman-Medley auf: Das mehrminütige Schlagzeugsolo erzeugte durch sein feuriges Auf und Ab eine sich im begeisternden Applaus entladende Spannung und hielt die Zuhörenden in Atem. Bevor am Schluss der populäre Sinatra-Titel "New York, New York" erklang, versprach ein vollmundiges Stück "Rock this Town", was in der Elvis Stadt nun wirklich nicht schwerfallen dürfte.

Stehend applaudierte das Publikum für zwei krönende Zugaben. "In the Mood" von Glenn Miller, schaffte es, auch den letzten vom Sitz zu reißen, und "I’m just a Gigolo" galt als liebevolles Dankeschön des Orchesters. Es war in diesem Konzert keiner zu alt, um wieder jung im Herzen zu werden und zufrieden lächelnd den Heimweg anzutreten.

Den Topmusikern merkte man an, dass sie sich mit diesem Publikum wohlfühlten. "Wir kommen gerne wieder", versprach Bandleader Szábó. Er hat mit dem Landepolizeiorchester schließlich noch mehr Varianten parat: vom großen Instumentarium über Kammermusik bis zur Combo.

Und der Erlös kommt hundertprozentig der Orgel zugute.

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