+
Das Konzept für das geplante Fachmarktgebäude auf dem Stoll-Gelände bleibt unverändert, der Baubeginn verschiebt sich allerdings ein weiteres Mal. (Archivfoto: Werner-Projekt)

2,3 Hektar großes Grundstück

Stoll-Gelände: Investor Werner hält an Plänen fest - Baubeginn verschiebt sich weiter

  • schließen

Die Nachricht kommt nicht unerwartet: Der Baubeginn auf dem Bad Nauheimer Stoll-Gelände wird weiter nach hinten verschoben. 

Wie oft der Startschuss für Bauaktivitäten auf dem Stoll-Areal an der Schwalheimer Straße bereits angekündigt worden ist, lässt sich nicht genau sagen. Letzter Termin war Frühjahr 2019, auch der ist verstrichen. Mitte 2020 würde das ehemalige Industrie-Gelände seit 25 Jahren brachliegen - ein ungewöhnliches Jubiläum. Doch so weit soll es nicht kommen, versichert der Eigentümer, die Werner-Gruppe aus Fulda, die das rund 2,3 Hektar große Grundstück vor Jahren von der Stadt erworben hatte.

"Wir halten an unserem Vorhaben, dem Bau eines Fachmarkts auf dem ehemaligen Stoll-Gelände, selbstverständlich fest und sind bereits in die Umsetzung gegangen", betont Klaus Diegelmann, Geschäftsführer der Werner Projektentwicklung GmbH. Seinen Worten zufolge hatte der Investor im Juli vergangenen Jahres den Bauantrag für das Fachmarktgebäude gestellt, parallel wurde mit dem Abriss der alten Stoll-Gebäude begonnen. In Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Darmstadt waren Altlastensanierung und andere Erdarbeiten die nächsten Schritte. "Somit wurde eine wesentliche Voraussetzung zur Fortführung der Bebauung geschaffen. Auch aufgrund der damit einhergehenden erheblichen Investitionen in diese Arbeiten möchten wir keinen Zweifel an der Umsetzung des Projekts aufkommen lassen", sagt Diegelmann.

Stoll-Gelände in Bad Nauheim: Startschuss erst Anfang 2020?

Der Geschäftsführer nennt zwei Gründe für die erneute Verschiebung. Zum einen hat das Gießener Unternehmen Sommerlad, das Werner als Betreiber des geplanten Küchenfachmarkts vorgesehen hatte, den Rückzug angetreten (die WZ berichtete). Zum zweiten macht dem Investor die angespannte Lage in der Baubranche zu schaffen. Diegelmann spricht von einer sehr hohen Auslastung von Baufirmen und Handwerksbetrieben. Der erste Spatenstich soll deshalb erst Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres erfolgen.

Wie Diegelmann unterstreicht, führe die GmbH derzeit vielversprechende Gespräche mit anderen Firmen aus der Sparte Küchenstudio/Einrichtungshaus. Zur Verfügung stehen wird dafür eine Nutzfläche von 2000 Quadratmetern. Auch die übrigen Bestandteile des Konzepts für das 130 Meter lange Gebäude blieben erhalten: Tegut (2500 Quadratmeter), Café, Fitness-Studio und Büroraum. Zudem entstehen 155 Parkplätze. Egal wie die Gespräche mit den potenziellen Küchenmarkt-Betreibern verlaufen, wird nach Aussage des Geschäftsführers nicht mehr am neuen Termin für den Baubeginn gerüttelt.

Stoll-Gelände in Bad Nauheim: Bedauern im Rathaus

Im Rathaus wird die erneute Verlegung des Baustarts bedauert. "Ich hätte mir natürlich einen früheren Beginn gewünscht", sagt Bürgermeister Klaus Kreß. Die Argumentation von Diegelmann sei allerdings nachvollziehbar. Im Kaufvertrag zwischen Stadt und Werner war ursprünglich ein Baubeginn bis spätestens Ende 2016 vereinbart worden. Diese Frist verstrich, das Parlament beschloss eine Verlängerung bis Mitte 2018. Obwohl von Hochbau-Aktivitäten nach wie vor nichts zu sehen ist, muss sich die Politik nicht erneut mit dem Thema befassen. "Abriss, Altlastenentsorgung und Planierarbeiten gelten laut Vertrag als Baubeginn", erläutert der Bürgermeister.

Aktuell haben der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main und das Land eine Initiative zur Aufstockung von Marktgebäuden gestartet, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Wäre das nichts für den Neubau auf dem Stoll-Areal? Kreß ist skeptisch, weil der rechtskräftige B-Plan keinen Wohnungsbau zulasse. Notwendig wäre somit eine zeitraubende Änderung. Nach den Worten des Rathauschefs dauern solche Verwaltungsprozesse in Deutschland leider viel zu lange.

Sollte sich der Investor gleichwohl zu einen solchen Schritt entschließen, würde die Stadtverwaltung das Vorhaben wohlwollend begleiten. Ein Problem sieht der Bürgermeister wegen der Nähe zur B 3 in erster Linie beim Lärmschutz. Diese Schwierigkeiten gebe es auch bezüglich der geplanten Errichtung einer Salus-Klinik auf dem Nachbargrundstück, das noch näher an der Bundesstraße liegt. Reha-Patienten brauchen schließlich sehr viel Ruhe. Kreß zufolge sollen die Nebengebäude der Klinik so angeordnet werden, dass sie einen Teil des Verkehrslärms auffangen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare