Stationäres Hospiz: Anlieger kündigen Klage an

  • Bernd Klühs
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Bad Nauheim (bk). Vor zwei Jahren, als die WZ über die Pläne für ein stationäres Hospiz an der Johanneskirche in Bad Nauheim berichtet hatte, war in der Nachbarschaft sofort ein Schreiben kursiert. Christoph Ott und Dr. Alexander Kuhn hatten den Brief aufgesetzt und zum Protest gegen die Pläne der Gesellschaft für diakonische Einrichtungen, der evangelischen Kirchengemeinde und des Fördervereins Hospiz Wetterau aufgerufen. Bald lagen den beiden Initiatoren die Unterschriften von 40 Haushalten vor, die sich gegen das Hospiz aussprachen. Seitdem ist von den Gegnern des Projekts nichts mehr zu hören.

Planänderung wird begrüßt

Daraus den Schluss zu ziehen, die Abneigung der Anlieger sei einer Duldung gewichen, ist offenbar falsch. Kürzlich hatte die WZ erneut berichtet und den aktuellen Planungs- und Vorbereitungsstand für das Hospiz geschildert. Prompt meldete sich Christoph Ott erneut zu Wort. »Ich darf Ihnen versichern, dass sich an der Ablehnung des Projekts durch sämtliche Anwohner nichts geändert hat und das Projekt nach Einreichung der finalen Unterlagen auf dem Klageweg bestritten wird«, heißt es in einer E-Mail Otts an die Redaktion. Da es sich um ein privates Bauvorhaben handele und nicht um eine Initiative der öffentlichen Hand, hätten sich die betroffenen Bürger für diese Vorgehensweise entschieden.

Nach Aussage von Ott nehmen die Kirchen-Nachbarn den Einspruch der Denkmalschutz-Behörden gegen die ursprüngliche Planung »erfreut zur Kenntnis«. Wie berichtet, soll das Hospiz nur zehn statt zwölf Patientenzimmer erhalten. Der Denkmalschutz will den Blick auf das Gotteshaus soweit wie möglich erhalten. Teile der zwei Anbauten an diese Kirche müssen deshalb transparent gestaltet werden. »Inwieweit weitere, von uns vorgetragene Argumente nach Prüfung durch Behörden und Gerichte die Initiatoren des Projekts zu weiteren Anpassungen zwingen, wird sich zeigen«, schreibt Anlieger Ott.

Das Bad Nauheimer Stadtparlament hatte sich im März 2019 grundsätzlich für ein stationäres Hospiz in der Kurstadt ausgesprochen, sich aber nicht mit dem vorgesehenen Standort befasst. In der Debatte war Bürgermeister Klaus Kreß eindeutig auf Distanz zu den Kritikern gegangen. Äußerungen der Gegner des Hospizes an der Johanneskirche seien »beschämend«.

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