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Kleines Orchester, tolle Dirigenten, ein schwungvolles Programm wie 2020: Die Sinfonie-Konzertreihe startet unter Pandemie-Bedingungen wieder am 9. Mai mit dem Kur-Sinfonieorchester im Jugendstiltheater.

Spritzige Muttertagsüberraschungen

  • VonHanna von Prosch
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Bad Nauheim (hms). Sinfonische Frühlingsfreuden, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Komik, serviert das Kur-Sinfonieorchester mit Markus Neumeyer am Pult und der Sängerin und Darstellerin Ingrid El Sigai zur Saisoneröffnung am Sonntag, 9. Mai. Nach langen Entbehrungen soll die angenehme Seite des Lebens wieder zu sprudeln beginnen.

Die Bad Nauheimer Konzertbesucherinnen und -besucher werden sich noch daran erinnern, dass im vergangenen Jahr zeitweilig Sinfoniekonzerte mit kleinem Orchester, Anmeldung und Abstand im Jugendstiltheater stattfanden. Mit den beiden Muttertagskonzerten um 11 und 16 Uhr startet eine Neuauflage. »Alle freuen sich darauf«, berichtet Musikschulleiter Ulrich Nagel, der diese Aufführungen der Sinfoniekonzertreihe verantwortet.

Und die Verantwortung in Pandemiezeiten nimmt er sehr ernst. »Wir mussten das Programm ändern, denn das große Orchester, wie es die ursprünglich geplanten Werke von Beethoven, Popper und Schumann verlangten, dürfen wir noch nicht auf die Bühne bringen.«

Was bleibt, ist der Tenor des Konzerts: Klassik gepaart mit Komik. Das Publikum darf sich auf Gioachino Rossinis Ouvertüre des »Barbier von Sevilla« freuen, bei der eine Dame auf bestem Logenplatz sich in feinster Wortakrobatik über das Benehmen ihres Ehegattens echauffiert.

Zu Auszügen von Tschaikowskis Nussknacker-Suite denkt sie gar frech über ihre verflossenen Männer nach und schildert Begegnungen minutiös. Schuberts vor Freude übersprudelnde 5. Sinfonie B-Dur ist damit hervorragend gerahmt.

»Nach dem Lockdown ist das Programm genau das Richtige«, sind sich Nagel und Neumeyer einig. Neumeyer und El Sigai sind seit Langem ein erfolgreiches Duo auf vielen Musiktheaterbühnen. Der studierte Schulmusikpädagoge versteht es auch, mit Witz und Energie junge Musikerinnen und Musiker, wie das Wetterauer Jugendsinfonieorchester zu Höhenflügen anzutreiben. Das begeisternde Spiel des Kur-Sinfonieorchesters, in dem ein großer Teil von Musiklehrerinnen und -lehrern ihre Talente zeigen, hat unter Neumeyer selbst eine Menge Spaß.

»Für die Musikerinnen und Musiker ist es sehr wichtig, dass sie wieder vor Publikum spielen können. Es ist schließlich ihr Beruf, den sie seit Oktober nicht richtig ausüben durften. Das geht dann auch ans eigene Wohlergehen«, sagt Nagel. Sinfonische Konzerte online sind für ihn nicht das Richtige: »Man sitzt doch schon den ganzen Tag vor dem Bildschirm. Außerdem fehlt das gemeinsame Erleben. In der Musik kommt es doch auf die Resonanz an. Deshalb wollen wir das geplante Jahresprogramm live durchziehen.« Auch der Vorsitzende des Fördervereins Sinfonische Musik Bad Nauheim, Diethard Bauer, ist hoffnungsvoll, dass sich die Lage bis zum Herbst durch die Impfungen bessert und 2022 wieder normal geplant werden kann.

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