Frank Scheffler Foto: Posch
+
Frank Scheffler Foto: Posch

Paten gesucht

So soll es mit neuer Dankeskirchen-Orgel klappen

  • vonBenjamin Pizarro
    schließen

28 Register sind defekt. Auch ansonsten klingt die alte Orgel in der Bad Nauheimer Dankeskirche nicht mehr schön. Nun werden Paten gesucht, um das Projekt "neue Orgel" stemmen zu können.

Eine Theodora Konitzky sollte mal wieder vorbeikommen. Genauso wie damals, 1906, als die Gattin eines geheilten Bad Nauheimer Kurgastes es sich nicht nehmen ließ, der Stadt und der neu errichteten Dankeskirche eine Orgel zu stiften. Nigelnagelneu, von Walcker, der weltbesten Orgelmanufaktur, in einer Dimension, die im Umkreis ihresgleichen kaum finden konnte. Noch dazu mit einem Fernwerk ausgestattet, bei welchem einzelne Orgelpfeifen in die Kuppel der Kirche verbaut sind, was völlig neue klangliche Dimensionen bietet und in ganz Deutschland nur in rund einer Handvoll Kirchen zu finden ist.

Zuversicht bei Orgelbaukreis

In der komfortablen Situation, von einer reichen Mäzenin unterstützt zu werden, ist die Dankeskirchengemeinde im Jahr 2018 leider nicht. Dennoch zeigt sich der Orgelbaukreis zuversichtlich, dass bereits in wenigen Jahren ein Neubau in der Dankeskirche finanziert und errichtet werden kann (die WZ berichtete). Das wurde deutlich bei der offiziellen Projektvorstellung, zu welcher interessierte Gemeindemitglieder und Bürger der Stadt in die Wilhelmskirche geladen wurden.

28 Register sind defekt

Es wurde klar deutlich, weshalb man sich in der Gemeinde dafür entschieden hat, den Weg zu einem Neubau zu ebnen: Wenn beispielsweise Kantor Frank Scheffler vor einem Konzert die Orgelpfeifen in der Dankeskirche stimmen muss, geht es für ihn fünf Meter eine Leiter hoch, um bestimmte Teile des Orgel-Inneren begehen zu können.

Dort, von einem schmalen Gang aus, kann er viele Pfeifen ganz gut erreichen. Für andere muss er in gewagten Hängepartien in mehreren Metern Höhe über andere Register greifen, ganz ohne Absicherung. Arbeitsschutzrechtlich ist hier kaum mehr eine Arbeit verantwortbar. Apropos Register: Von den 55 vorhandenen sind 28 ganz oder teilweise defekt. Die Orgel der Dankeskirche, in ihrer jetzigen Form auf dem Bau von 1965 basierend, hat sich überholt.

Orgelneubau kostet 650 000 Euro

Um das Projekt zu stemmen, ist in einer ersten Stufe vorgesehen, einen Orgelneubau im Wert von 650 000 Euro zu verwirklichen. In einer möglichen zweiten Stufe könnte die Anzahl der Register noch erweitert werden, die Orgel in einem gesunden Maße vergrößert werden, wofür es weiterer 500 000 Euro bedarf. Die Anwesenden zeigten sich beeindruckt von der intelligenten Planung und dem Engagement des Orgelbaukreises.

Doch dieser ist sich dessen bewusst: Aus eigenen Mitteln alleine wird eine neue Orgel noch lange auf sich warten müssen. Institutionelle Zuschüsse können nur Bruchteile abdecken.

Patenschaften ab 25 Euro

Interessierte können sich unter www.orgel-dankeskirche.de näher über das ambitionierte Projekt informieren. Wenn alles gut geht, wird die neue Orgel 2025 erklingen.

Drei Fragen an Frank Scheffler

Welchen Rückhalt erleben Sie in Bezug auf das Orgelprojekt durch die Kirchengemeinde? Frank Scheffler: Der Orgelbaukreis bietet mir eine Unterstützung, wie ich sie mir besser nicht wünschen könnte. Die bisherige Resonanz auf das Orgelprojekt war überwältigend: Bereits über 60 000 Euro Spendeneinnahmen nach so kurzer Zeit.

Was ist das besondere an einer Orgel mit Fernwerk? Scheffler: Das Fernwerk erlaubt es, ganz sanfte, sphärische Klänge zu erzeugen, die das Publikum zutiefst berühren können. An diese Qualität sollte die Hauptorgel anschließen können. Gegenwärtig ist das leider nicht möglich.

Wie wird die neue Orgel klingen? Scheffler: Faszinierend! Sie wird die Vorteile der Orgeln von 1906 und 1965 aufs Beste vereinen und gleichzeitig neue Akzente setzen. Die Projektvorbereitung verlief so gründlich, dass man sich um das Ergebnis eigentlich keine Sorgen machen muss.     (piz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare