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Bald wird Sascha Rieck die zweite Freibad-Saison unter Corona-Bedingungen hinter sich lassen. Dann geht es mit pandemiebedingten Auflagen im Hallenbad weiter.

Bald startet Hallenbad-Saison

So lief der Freibad-Sommer im Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg - und so geht es weiter

  • Christoph Agel
    VonChristoph Agel
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Pandemie und mieses Wetter - keine guten Voraussetzungen für ein Freibad. Sascha Rieck, Betriebsleiter des Usa-Wellenbades Bad Nauheim/Friedberg zieht Bilanz und blickt voraus.

Es ist schwierig zu beantworten, ob man in diesem Jahr über das Wetter schimpfen oder sich ärgern darf«, sagt Sascha Rieck. Schon von Berufs wegen ist er eigentlich ein Mensch, der sich fast schon über das Wetter aufregen muss, wenn es regnet. Rieck ist Betriebsleiter des Usa-Wellenbades Bad Nauheim/Friedberg und damit auch für das Freibad zuständig, das nunmal auf gutes Wetter angewiesen ist. Aber Rieck blickt auf die Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und auf die Brände beispielsweise in Griechenland. »Da können wir in unserer Region ja dankbar sein, dass es so war, wie es war«, sagt Rieck.

Aus Freibad-Fan-Sicht lässt sich der Sommer 2021 - vorsichtig ausgedrückt - als durchwachsen bezeichnen. Wie es mit den Besucherzahlen ausgesehen hat, steht weiter unten in diesem Artikel. Eines vorab: Es war eher mau.

Bis 12. September Freibad geöffnet

Seit dem 29. Mai ist das Freibad des Usa-Wellenbades geöffnet, die aktuelle Planung sieht vor, dass dies bis einschließlich 12. September so bleibt. Am 13. September soll das Hallenbad erstmals wieder für Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen, ab dem Tag darauf auch für die Öffentlichkeit. Das Hallenbad hatte letztmals am 1. November 2020 Besucher gesehen.

Bevor es innen weiter geht, kann man eine Bilanz für draußen ziehen. Wie lief es mit den Corona-Auflagen und einem Sommer, der keiner war? »Die Freude war natürlich riesengroß, als es hieß, dass die Bäder wieder geöffnet werden durften«, blickt Sascha Rieck zurück. »Der Juni ist super gelaufen, es war spitzenmäßiges Wetter.« Viele Besucher seien gekommen. Dafür mussten sie, wie schon im ersten Corona-Sommer 2020, online Tickets für bestimmte Zeitfenster kaufen. Abstandsregel, Masken in Innenräumen, »Kreisverkehr« in den Schwimmbecken, Extra-Zeiten für Vereine, besonders gründliche Reinigung zwischen den Zeitfenstern - all das war und ist Corona geschuldet. Es sei aber auch eingespielt gewesen, die Gäste hätten es ja aus dem Vorjahr schon gekannt, sagt Rieck. »Dementsprechend war die Akzeptanz von Anfang an gegeben und sogar noch einen Tick höher.«

Vereinzelte Gäste hätten es nicht eingesehen, im Umkleidebereich eine Maske zu tragen. In einem Fall habe die Auseinandersetzung nur unter Androhung, die Polizei zu rufen, gelöst werden können. »Eine Situation, die unserem Personal alles abverlangt hatte.« Der Großteil der Gäste habe aber die Regeln akzeptiert und befolgt.

Es habe sogar sehr viele positive Rückmeldungen hinsichtlich der Maximalzahl der Menschen in den Becken gegeben, sagt Rieck. Viele Gäste hätten sich gewünscht, dass solche Regeln dauerhaft gelten. Dann wäre, so das Argument, das Freibad nicht so überfüllt und man könne in Ruhe seine Bahnen schwimmen .

Whirlpools sind gesperrt

Zurück zum Wetter und der damit eng verbundenen Frage nach dem Besucher-Ansturm. Der Juli sei nicht mehr so sommerlich gewesen, sagt Rieck. Die Anfangs-Euphorie sei gedämpft worden. Im August sei die Besucherzahl weiter gesunken. Wie sie sich im Hallenbad entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Rieck erläutert, dass die Vorbereitungen auf die Saison in den letzten Zügen liegen. Die Becken seien gefüllt und aufbereitet, die beiden Whirlpools dürften nicht genutzt werden, weil man darin nicht genügend Abstand halten könne. Beim Badebrunnen, einer Art Massagebecken, behalte man sich vor, ihn ausschließlich Anfänger- und Kinderschwimmkursen zur Verfügung zu stellen, um dort die langen Wartelisten abzubauen. Auch im Hallenbad muss man vorher online den Termin reservieren und das Ticket kaufen, und auch hier gibt es Zeitfenster und Corona-Regeln.

Bleibt die Frage nach der Welle, die dem Schwimmbad ihren Namen gibt. Wird sie in Betrieb gehen? Rieck würde sie gerne an Sonn- und Feiertagen und samstagnachmittags für Familien aktivieren - »weil es eine unserer Hauptattraktionen ist«. Das Gesundheitsamt habe diesem Vorschlag zugestimmt, sagt der Betriebsleiter. Allerdings gelte das mit Stand Freitag. Wenn sich etwas an den Corona-Auflagen ändert, kann der Welle auch ein Strich durch die Rechnung gemacht werden, Eines ist für Sascha Rieck klar: »Es ist keine langfristige Planung möglich.«

Bis Ende August 39 083 Freibad-Gäste

Vom ersten Öffnungstag, dem 29. Mai, bis Ende August sind nach Angaben des Betriebsleiters Sascha Rieck insgesamt 39 083 Besucher ins Freibad des Usa-Wellenbades Bad Nauheim/Friedberg gekommen. In den drei Mai-Tagen seien es 988 Gäste gewesen, im Juni 20 247, im Juli 10 164 und im August 7684. Zum Vergleich Zahlen aus zwei Sommern mit extremer Hitze: 2019 waren es etwa 73 000 Besucher, im Jahr davor sogar circa 96 500. Im relativ normalen Sommer 2017 sind es rund 58 000 Freibad-Besuche gewesen. Interessant ist auch der Vergleich zwischen Juni 2021 (20 247 Gäste) mit Juni 2018 (21 041 Besucher). Die Zahlen liegen dicht beieinander. Heißt also: Im Juni 2018 war es wohl nicht so heiß und sonnig, dafür gab es noch keine Corona-Pandemie und damit auch noch keine Freibad-Beschränkungen. Drei Jahre später schlug die Pandemie durch, das Wetter hat aber relativ viele Menschen ins Freibad gelockt.

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