80 Schüler in der Videokonferenz

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Bad Nauheim(pm). Achtzig Fünft-, Sechst- und Siebtklässler auf engstem Raum mit Spiel und Spaß im regen Austausch? Unmöglich in Zeiten der Pandemie. Das galt in den Schulen auch bereits vor dem neuen Lockdown. Aufgrund der Vorgaben des hessischen Kultusministeriums durften Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 bis vor den Weihnachtsferien ausschließlich in ihren Klassen unterrichtet und nicht gemischt werden. Wenn es sich aber um einen Workshop in Sachen Medienpädagogik handelt, liegt die Idee nahe, das Ganze virtuell abzuwickeln. In der Bad Nauheimer St.-Lioba-Schule wurde diese Idee kürzlich umgesetzt.

Am letzten Schultag vor den Ferien trafen sich 80 Schülerinnen und Schüler im virtuellen Raum, um den Umgang mit persönlichen Daten im Netz zu trainieren. Freundlich und mit einem offenen Ohr für alle Anliegen der Kinder leitete Vera Borngässer (Digitale Helden Frankfurt) die Videokonferenz, in der sich zu Beginn die Schülermentoren der "Digitalen Helden" vorstellten. Das Interesse an dem Angebot war so groß, dass die Veranstalter kurzfristig mit Marie-Juliette Leißner noch eine weitere Medienpädagogin aus Frankfurt verpflichteten, um zwei virtuelle Konferenzräume für jeweils 40 Teilnehmer anbieten zu können.

Gekonnter Umgang mit der Technik

In der anderthalbstündigen Veranstaltung wurden wichtige Inhalte vermittelt. Eine zentrale Frage der Kinder und Jugendlichen war, welche Informationen sie von sich preisgeben sollten und welche lieber nicht. Damit hängt auch die Frage zusammen, welche Daten man bei der Nutzung von Apps wie TikTok oder WhatsApp unbeabsichtigt verrät und wer diese Informationen nutzen kann. Auch über ihr Recht am eigenen Bild wurden die Teilnehmer aufgeklärt. Letztlich lief alles auf eine Frage hinaus: "Wie kann ich meine Daten schützen?"

Der Spaß kam in dem Workshop keineswegs zu kurz, da witzige Methoden zum Mitmachen großen Anklang fanden. Beispielsweise spielten die Kinder gegeneinander vor dem Bildschirm "Datenklau-Schnick-Schnack-Schnuck", stimmten zu Medienfragen ab, indem sie rote, gelbe oder grüne Gegenstände in die Kamera hielten oder das Abstimmungsprogramm Mentimeter verwendeten.

Gekonnt hantierten die Jugendlichen mit dem Medium der Videokonferenz, schalteten ihre Lautsprecher aus, um nicht durch Hintergrundgeräusche zu stören, meldeten sich virtuell, um Redebeiträge zu liefern, nutzten den Chat und nannten sich nur mit dem Vornamen oder einem Alias, um Daten zu schützen.

Die beiden Referentinnen zeigten sich am Ende begeistert über die große Beteiligung und das bereits vielfältig vorhandene Wissen der Kinder über Risiken, aber auch Chancen der Medien. Ende Januar wird der zweite Teil des Workshops veranstaltet, der unter der Überschrift "Online Kommunikation über Messenger Apps" steht.

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