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Schnelleres Internet und mehr Platz

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim(pm). Bereits zum dritten Mal ist Lara Ben Youssef (22) zur Schulsprecherin der Beruflichen Schule am Gradierwerk (BSG) Bad Nauheim gewählt worden. Das sei für eine berufliche Schule durchaus ungewöhnlich, seien doch viele Lernende in den Vollzeitschulformen nur insgesamt zwei Jahre da, heißt es in einer Mitteilung.

Als nunmehr gestandene Interessenvertreterin wisse Ben Youssef, die jetzt im zweiten Jahr an der Fachschule für Sozialwesen studiert, was die Lernenden an den BSG umtreibe. Da sei zum einen die Raumnot zu nennen: "Wir wissen aus Gesprächen mit der Schulleitung, dass die Schule an den Vormittagen ausgelastet ist." Es fehlten Räume für die Arbeit in Kleingruppen oder Mentorengespräche, die vor allem für die künftigen Erzieherinnen wichtig seien.

Räume zum Lernen

Für die Lernenden wünschenswert seien auch Räume, die sie in Freistunden oder nach dem Unterricht zum gemeinsamen Lernen oder zum Erstellen von Präsentationen nutzen könnten, weiß Mikail Özogul, Beisitzer in der Schülervertretung und in der 12. Klasse der Fachoberschule, aus vielen Gesprächen mit Lernenden. Nicht jeder habe einen Laptop zu Hause, bei vielen sei auch die Internetanbindung nicht so gut.

Zum Zweiten gehe es den Schülervertretern um die Ausstattung: Unbedingt benötigt werde an der BSG mindestens ein weiterer Computerraum mit genügend PCs. "Derzeit müssen sich oftmals zwei Lernende einen PC teilen", beschreibt Ben Youssef die Lage. Erschwert werde die Situation durch eine Vielzahl von Klassen mit kaufmännischer oder IT-Ausbildung.

Atif Naeem, stellvertretender Schulsprecher und Auszubildender im Einzelhandel, kennt die Klagen vieler Lernenden: "Durchs Zuschauen kann man sich die Inhalte wie Office oder Programmieren nicht richtig beibringen." Die Schülervertreter hoffen, dass beim geplanten Anbau an der BSG ein großer, zeitgemäßer Computerraum entstehe, "auch wenn wir wohl nicht mehr da sein werden, bis der Bau fertig ist."

Glasfaserkabel im Keller

Die Hardware - mehr Räume und Computerarbeitsplätze - sei aber nur die halbe Lösung. "Die Schule braucht unbedingt schnelles Internet", betont die Schulsprecherin. Die Digitalisierung des Lernens werde weitergehen. "Es soll ja schon ein Glasfaserkabel im Keller der BSG geben, aber es ist noch nicht angeschlossen", sagt Ben Youssef. Zusätzlich müsse die Kapazität so groß sein, dass in der Zukunft WLAN für alle Schüler der BSG möglich werde.

Die Schülervertretung steht in regelmäßigem Austausch mit der Schulleitung über alles, was die Lernenden bewegt. "Frau Ben Youssef und ihr Team stellen die richtigen Fragen", lobt Schulleiter Andreas Stolz. "Wir versuchen, für vieles eine Lösung zu finden, was in unseren Händen liegt." Was die Fachräume, schnelles Internet und WLAN angehe, müsse jedoch der Wetteraukreis tätig werden. Die Stadtwerke Bad Nauheim haben bereits geliefert.

Stolz freue sich für die Schulgemeinde, dass in den Herbstferien endlich Baustart für einen lange geplanten Anbau ist. Allerdings seien die Räume noch nicht endgültig abgestimmt, auch konnte die Gesamtkonferenz mit Schülerrat wegen ausstehender Pläne noch nicht informiert werden. "Wir müssen für die Zukunft bauen und die Chancen des Digitalpakets zügig nutzen und dabei die Schulen individuell entwickeln", betont der Schulleiter. Eine Berufsschule habe andere Bedürfnisse als eine Grundschule.

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