Der beschädigte Ausschankbrunnen soll saniert und - angelehnt an das Original - rekonstruiert werden. Dies soll in den Jahren 2021 und 2022 geschehen. FOTO: PM
+
Der beschädigte Ausschankbrunnen soll saniert und - angelehnt an das Original - rekonstruiert werden. Dies soll in den Jahren 2021 und 2022 geschehen. FOTO: PM

Schmuckstück soll erneuert werden

  • Christoph Agel
    vonChristoph Agel
    schließen

Bad Nauheim(agl/pm). Der Ausschankbrunnen in der Trinkkuranlage soll in den kommenden beiden Jahren saniert werden. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist geplant, dass es etwa im Frühjahr mit den Arbeiten losgeht Die Instandsetzung ist in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Im ersten Abschnitt werden der Brunnen baulich gesichert und die Bausubstanz saniert. Der Brunnen zerfalle langsam, heißt es aus dem Rathaus. Es gebe einen Wasserschaden, salziges Wasser sei eingedrungen und habe das Material angegriffen. Wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) informiert, ist eine Vielzahl von historischen Scharvogel-Fließen zerstört. "Von den acht keramischen Auffangbecken fehlen drei. Die verbleibenden weisen Beschädigungen auf", heißt es in einer DSD-Pressemitteilung.

Gesamtkosten rund 200 000 Euro

Im zweiten Bauabschnitt wird das Schmuckstück nach seinem historischen Original rekonstruiert. Das bedeutet, dass die Kacheln, das Becken und so weiter daran angelehnt nachgearbeitet werden. Restaurierung und Rekonstruktion des Brunnens kosten nach Angaben der Stadtverwaltung insgesamt rund 200 000 Euro. Wie viel davon die Stadt Bad Nauheim schultern müsse, stehe noch nicht fest, da die endgültige Bewilligung über die komplette Fördersumme noch ausstehe. Klar ist aber schon mal , dass die DSD "dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie Glücksspirale 24 000 Euro zur Verfügung" stellt. Dies geht aus einer Pressemitteilung der DSD hervor.

Darin heißt es weiter: "Die von dem Darmstädter Architekten Wilhelm Jost 1910/1911 erbaute hufeisenförmig angelegte Trinkkuranlage mit Wandelhallen und einer eigenen Trinkkurhalle gehört zu den über 210 Projekten, die die spendensammelnde DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Glücksspirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Hessen fördern konnte." Der achteckige Ausschankbrunnen befindet sich im Zentrum der überwölbten Trinkkurhalle. Die Anlage ersetzte eine eiserne Wandelhalle aus der Zeit um 1850.

Hier werden drei Heilwasser ausgeschenkt, die über ein unterirdisches Rohrsystem von ihren Quellen direkt zum Zapfbereich der Anlage geleitet werden.

Ihre acht Becken erheben sich auf achteckigem Grundriss. Eine achteckige, halbhohe Mauer aus keramischen, künstlerisch gestalteten Fliesen umschließt die Zapfanlage. Geflammte grau-braune und grün-braune Scharvogel-Fliesen verkleiden die Mauer und die Zapfanlage. Eine verglaste Metallkuppel bekrönt sie. Quadratische Schmuckfelder und vertikale Ornamente betonen den symmetrischen Aufbau der Anlage. Alle Varianten der seit 1907 entwickelten und in den Badehäusern verwendeten glasierten und unglasierten Scharvogel-Keramiken finden hier Verwendung. Variantenreich kombiniert wurden damit die in der Darmstädter großherzoglichen Keramischen Manufaktur entwickelten Formstücke von Bildhauern wie Karl Huber, Wilhelm Ohly und Johann Belz.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare