Johann Carl Rosenbergs "Rhodologia" stammt aus dem Jahr 1631.
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Johann Carl Rosenbergs »Rhodologia« stammt aus dem Jahr 1631.

Schätze aus der Bibliothek

  • vonCorinna Weigelt
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Bad Nauheim-Steinfurth (cor). »Lesen ist Leidenschaft genau wie die Liebe zu Rosen«, beginnt die Leiterin des Rosenmuseums, Dr. Jutta Pauli, zu erzählen, ehe sie den Raum zur neuen Sonderausstellung mit dem Titel »Rosenblätter - Rosenliteratur aus 500 Jahren« im Steinfurther Rosenmuseum betritt. Exakt 100 Bücher aus den Schätzen der Bibliothek des Rosenmuseums werden nun der Öffentlichkeit präsentiert. »Rosenverliebte und Büchernarren sind hier am richtigen Ort«, sagt die Museumsleiterin.

Die Idee zur neuen Sonderausstellung entstand, als Pauli begann, die Bibliothek neu aufzustellen und das alte Buchmaterial fachgerecht restaurieren zu lassen. Etwa 3000 Bände Rosenliteratur von 1631 (Johann Carl Rosenberg, Rhodologia) bis heute sowie 130 Zeitschriftentitel ab 1829 befinden sich in der Bibliothek, darunter viele kostbare Exemplare.

Von Gartenkunst bis Märchenbuch

Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Kunst- und Kulturgeschichte der Rose. In der Kulturgeschichte der Menschheit nimmt keine andere Pflanze einen so breiten Raum ein wie die Rose. Als Blume der Göttin Aphrodite galt sie schon bei den alten Griechen als Symbol für glückliche und unglückliche Liebe. Literatur über die Symbolik der Rose nimmt daher einen besonderen Platz ein. Große Teile der Spezialbibliothek des Hamburger Rosenfreundes Servais Lejeune bilden zudem das Kernstück der Rosenbibliothek. »Appetithäppchen, die im Archiv schlummerten«, sagt Pauli.

Auch Poesie und Belletristik, die Sparten Botanik, Gartenkunst und Geschichte der Rosenzüchtung oder auch Gärtnerwissen für Damen aus dem 19. Jahrhundert sind in der Ausstellung vertreten. Insgesamt 100 Bücher werden in Vitrinen mit erklärenden Beschriftungen präsentiert, umrahmt von Bücher-Wallpapers, die den Ausstellungsraum in eine große Bibliothek mit rund 7000 Büchern verwandeln. Frühe Werke aus dem 17. und 18 Jahrhundert beeindrucken da besonders den Betrachter. Aus dem Schatzkästlein des Rosenmuseums werden außerdem begehrte Druckwerke über die Symbolforschung im Namen der Rose aus Folgejahrhunderten gezeigt.

Einen besonderen Platz erhalten auch Bücher aus Zeiten, in denen Wünschen noch geholfen hat. Märchen und Träume sind so alt wie die Menschheit, und in alten zerlesenen Märchenbüchern findet man auch als Erwachsener in stürmischen Zeiten Trost. Märchen gehen schließlich immer gut aus, wie das vom schlafenden Dornröschen, das in unterschiedlichen Bilderbüchern zu sehen ist.

Oftmals erzählen die Werke nicht nur Geschichten über die Rose, sondern auch über den Verfasser des Buches und seine Ambitionen, es zu schreiben. So ist Clara Schumanns »Blumenbuch für Robert« ein ganz besonderes Gedächtnisbuch. »Seit März 1854 war Ehemann Robert nach einem Selbstmordversuch in einer Nervenheilanstalt untergebracht«. erläutert Jutta Pauli. »Clara brachte ihr achtes Kind zur Welt und sammelte als Herzensboten für den geliebten Mann kleine Zeugnisse ihres Lebens und ihrer Reisen.« Die Botschaft des Blumenbuches hat ihn aber leider nie erreicht.

Regeln müssen eingehalten werden

Für einen Rundgang im Rosenmuseum gilt es, Hygiene- und Verhaltensregeln zu beachten. Mund-Nasen-Schutz muss getragen werden. Name, Anschrift und Telefonnummer der Gäste sind zu hinterlassen, damit im Falle einer Infektion alle Kontaktpersonen nachverfolgt werden können. Erlaubt ist der Rundgang nur auf dem vorgegebenen Covid-Rundweg. Dabei muss ein Abstand von eineinhalb Metern zu anderen Gästen eingehalten werden. Im Ausstellungsraum sind keinerlei Flüssigkeiten gestattet. Dazu zählen auch Handdesinfektionsmittel.

Viele weitere Fragen rund um die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen werden ausführlich auf der Internetseite www.rosenmuseum.com beantwortet.

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