Auf dem ehemaligen Kissel-Areal hinter dem Stoll-Gelände hat bereits die Altlasten-Sanierung begonnen. Dort soll die neue Salus-Klinik entstehen. 	FOTO: PETRA IHM-FAHLE
+
Auf dem ehemaligen Kissel-Areal hinter dem Stoll-Gelände hat bereits die Altlasten-Sanierung begonnen. Dort soll die neue Salus-Klinik entstehen. FOTO: PETRA IHM-FAHLE

Künftige Klinik

Salus-Klinik Bad Nauheim: Erste Arbeiten haben begonnen

  • vonPetra Ihm-Fahle
    schließen

Bevor Patienten in die geplante »Klinik an der Usa« in Bad Nauheim kommen , dürfte noch etwas Zeit vergehen. Die Altlasten-Sanierung hinter dem ehemaligen Stollgelände hat aber schon begonnen.

Auf der Schwalheimer Straße in Bad Nauheim brummt der Verkehr, im Rohbau daneben hämmert jemand, der Kran surrt. Dort, an der Zufahrt zur B 3, entsteht derzeit das Gebäude, das einen Tegut-Markt, Praxen und ein Fitnessstudio beherbergen wird. Im November soll das Richtfest steigen, auch der Kreisel wird gerade gebaut. Einige Schritte hinter dem geplanten Tegut liegt ein weiteres Gelände, auf dem Salus seine »Klinik an der Usa« für Psychosomatik errichten will. Es wird gearbeitet, die Altlasten-Sanierung ist im Gange.

Die Mitglieder des städtischen Bauausschusses beschlossen am Donnerstagabend einstimmig die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und den Entwurf des Bebauungsplans für die Klinik. Eingangs sagte Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos): »Die Entwicklung des ehemaligen Stoll-Geländes schreitet voran.« Stets sei es Wunsch des Hohen Hauses gewesen, dass sich im hinteren Bereich die Salus-Klinik ansiedele. Dies sei kein einfaches Unterfangen, aber es bestehe das absolute Interesse der Klinik, in die Gesundheitsstadt zu kommen. Das schaffe die Voraussetzung. Salus hatte lange nach einem Generalunternehmer suchen müssen, zudem stiegen die Kosten drastisch (diese Zeitung berichtete).

Salus-Klinik Bad Nauheim: Lärm-Frage als wichtiger Aspekt

Ausschuss-Vorsitzender Manfred Jordis (CDU) hakte wegen der Stellungnahme des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt nach. »In der Abwägung des RP ist die Sache mit dem Lärm ein Knackpunkt«, betonte er. Hintergrund: Um die Salus-Reha-Einrichtung zu realisieren, war 2017 im Regionalen Flächennutzungsplan die Sonderbaufläche »Sport und Einzelhandel« zur Sonderbaufläche »Klinik« geändert worden. Das RP beanstandete jetzt, dass die Lärmwerte zu hoch für ein klassisches Krankenhaus oder ein Pflegeheim seien, in dem das Ruhebedürfnis im Vordergrund stehe. Wie die Stadt aber ausgeführt habe, sei die Klinik nicht als Krankenhaus zu bewerten, da die Bettruhe nicht im Vordergrund stehe. Allerdings vermisste das RP diese Konkretisierung in den textlichen Festsetzungen zum B-Plan.

Wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht, ist die Stadt den Anregungen des RP nachgekommen, womit Krankenhäuser nicht zulässig sind, sofern Bettruhe im Vordergrund steht. Jordis bat darum, den Punkt rechtlich einwandfrei zu prüfen, »nicht, dass am Ende jemand kommt und wegen des Lärms klagt«.

Laut Jürgen Patscha (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung) sind die vorgelegten Unterlagen rechtlich gesichert. »Wir haben von Beginn an gesagt: ›Der größte Punkt wird die Lärmfrage sein‹«, räumte er ein. Durch städtebauliche Lösungen und passive Schallschutzschritte sei ein ausreichender Lärmschutz aber möglich geworden.

Salus-Klinik Bad Nauheim: Was die Patienten der Stadt bringen könnten

Dr. Martin Düvel (Grüne) sah kein Problem: »Die Gästezimmer haben Blick in Richtung Usatal-Aue, die Patienten schauen in die Landschaft und genießen den Sonnenuntergang. Das ist ein günstiger Platz für eine psychosomatische Klinik.« Die Stadt müsse ein »Rieseninteresse« haben, diese Einrichtung in Bad Nauheim zu haben. Nach Ansicht von Düvel werde der Patientenstrom einen Teil der Verluste aus dem Thermalbad wieder ausgleichen. »Die Patienten werden jeden Tag in die Stadt gehen. Sie werden den Einzelhandel und die Gaststätten beleben, die Therme und das Usa-Wellenbad besuchen.« Denn die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gehöre zum Konzept, Alltagskompetenzen zurückzugewinnen. Markus Theis (FW/UWG) erklärte: »Ich kann mir nicht vorstellen, wer gegen eine Lärmbelästigung klagen könnte. Ein Patient, der eine drei- bis vierwöchige Maßnahme hat, wird wohl kaum auf die Idee kommen, gegen den Bebauungsplan zu klagen.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare