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Salinen-Gelände: Vorentscheidung gefallen

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Soll nach den Plänen von Raab & Schmale weitestgehend erhalten werden: das denkmalgeschützte Salinengebäude.	(Foto: nic)
Soll nach den Plänen von Raab & Schmale weitestgehend erhalten werden: das denkmalgeschützte Salinengebäude. (Foto: nic) © Nicole Merz

Bad Nauheim (bk). Fünf Investoren hatten sich beworben, den Zuschlag soll das Bad Nauheimer Architekturbüro Raab & Schmale erhalten. Diese Vorentscheidung bezüglich der Zukunft des Salinen-Geländes am Goldstein ist am Dienstag im Magistrat gefallen. Die Firma möchte auf dem Areal mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden im Gegensatz zu Mitbewerbern ausschließlich Wohnbebauung realisieren, was im Parlament für Kritik sorgte.

Grundlage der Diskussion, die von den Stadtverordneten am Dienstagabend geführt wurde, war eine gemeinsame Anfrage von SPD und 3 B zum Auswahlverfahren. Dabei erklärte SPD-Sprecher Johannes Krautwurst, der Magistrat habe einen Beschluss zur Vergabe gefasst. Der Sozialdemokrat nannte den Kaufpreis von 3 Millionen Euro. Die Hälfte der Summe muss laut Staatsbad-Kommunalisierungvertrag ans Land abgeführt werden, wenn vor 2020 verkauft wird. Wie Bürgermeister Armin Häuser am Mittwoch im Gespräch mit der WZ bestätigte, soll Raab & Schmale den Zuschlag erhalten, zur Höhe des Erlöses wollte er nichts sagen. Die endgültige Entscheidung fällt in einer gemeinsamen Sitzung des Bau- sowie des Haupt- und Finanzausschusses am 15. Mai und abschließend in der Stadtverordnetenversammlung (27. Mai).

Verfahren »etwas unrund«

Wie berichtet, sieht der Entwurf von Raab & Schmale, der Mitte Januar im Bauausschuss präsentiert worden war, eine Wohnbebauung mit Stadthäusern und großen Eigentumswohnungen vor. Das Salinengebäude soll weitgehend erhalten bleiben – ein Teil ist für eine große Privatgarage für Oldtimer gedacht, der andere für sieben Stadthäuser mit Büros für Freiberufler. Im hufeisenförmige Carré sind Wohnungen und Stadthäuser vorgesehen. Weitere Stadthäuser sollen in der ehemaligen Schreinerei und einem Neubau entstehen, der gegenüber des denkmalgeschützten Gebäudes geplant ist.

Jürgen Burdak (3 B) und Johannes Krautwurst wiederholten in der Aussprache ihre Kritik am Vergabeverfahren. Nach dem ersten Vorstellungstermin im Bauausschuss für drei Interessenten, war überraschend ein weiteres Treffen mit zwei Architekten angesetzt worden. Bürgermeister Häuser räumte ein »etwas unrundes« Verfahren in, wies ab den von den Oppositionsrednern erhobenen Vorwurf der Intransparenz zurück.

Kritisch beleuchtet werden muss die Magistratsentscheidung nach Ansicht des SPD-Sprechers deshalb, weil ausgerechnet an den Bewerber verkauft werden soll, der einen Zugang zum Gelände für die Öffentlichkeit komplett ausschließe. Andere Bewerber hätten zumindest für einen Teil der Immobilien eine Nutzung favorisiert, die Bad Nauheimern einen Besuch ermöglichen würde. Eine Kritik, die aus Sicht von Markus Philipp (UWG) nicht nachvollziehbar ist: »Die Öffentlichkeit hat bislang kein Interesse an der Saline gezeigt. Erst seit der Ausschreibung hat sich das geändert.«

Eine Zugangsmöglichkeit macht laut Häuser nur bei einer öffentlichen Nutzung Sinn. Dafür käme nur das einst diskutierte Stadtmuseum in Frage. »Das ist aus finanziellen Gründen in den nächsten zehn Jahren aber weder zu bauen noch zu betreiben«, betonte der Rathauschef. Entscheidend für die Auswahl seien deshalb gestalterische Kriterien gewesen: weitestgehender Erhalt der Bausubstanz von Salinengebäude und alter Schreinerei, Wiederherstellung der U-förmigen Hofrandbebauung.

Höchstes Angebot

Wie Häuser am Mittwoch ergänzte, spiele der Preis ebenfalls eine wichtige Rolle. Allen Investoren sei die Möglichkeit gegeben worden, bis zum 12. März nachzubessern. Auch Raab & Schmale habe davon Gebrauch gemacht und das höchste Angebot eingereicht.

Nach der endgültigen Entscheidung in den Gremien rechnet der Bürgermeister mit einer gut einjährigen Planungs- und Genehmigungsphase. »Nach der Sommerpause 2015 kann vielleicht gebaut werden.«

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