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Rühmann, Raffael und Rassimus

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim(pm). Das Programm des Kulturforums steht schon seit Monaten. Angesichts der wieder steigenden Corona-Zahlen geht aber auch die Sorge um, dass auch im neuen Jahr Vorträge und Kammerkonzertveranstaltungen abgesagt werden müssen. Für November ist das definitiv der Fall. Die Vorträge mit Dagmar Storck ("Natalie Liebknecht") und Frank Uwe Pfuhl ("Naturdenkmäler in der Wetterau") sollen nachgeholt werden.

Ob ab Dezember die Vorträge donnerstags um 19.30 Uhr im Erika-Pitzer-Begegnungszentrum stattfinden können, wird sich zeigen. Dieses Programm ist vorgesehen:

3. Dezember:"Die Feuerzangenbowle - Ein Film mit Geschichte", lautet der Titel des Vortrags von Dr. Wolfgang Brandes. Vorgestellt wird die Geschichte hinter dem Film. Es geht um Heinrich Spoerl, den Romanautor, um Heinz Rühmann, der mit am Drehbuch schrieb und auch teils Regie führte, aber auch um die Größen des Dritten Reichs, die dem Film unterschiedlich gegenüberstanden.

17. Dezember:Der Vorsitzende des Kulturforums, Dieter Heßler, spricht über "(Anti-)Rassismus - Aktuell und doch schon immer da!?" Der Begriff "Rassismus" ist noch keine 100 Jahre alt. Eine Meinung oder ein Verhalten, das von vielen dagegen als rassistisch eingestuft wird, scheint so alt zu sein wie die Menschheit selbst. Eine kurze Geschichte des Rassismus von der Antike bis in die Gegenwart mit den Schauplätzen Deutschland und USA führt letztlich zu der Frage: Wie verhalte ich mich richtig?

14. Januar: Dr. Mathias Eigelsheimer beleuchtet die "Kultur in den USA - Wurzeln und Problematiken". Kulturelles Leben und politisches Spektrum führen keine Parallelexistenzen. Auch die Sichtweisen der führenden Politiker haben ihre tiefen Wurzeln im historisch gewachsenen Selbstverständnis der USA.

28. Januar:Der Friedberger Prof. Peter Schubert befasst sich anlässlich des 500. Todestages mit dem italienischen Maler Raffael. Er war 37 Jahre alt, als er am 6. April 1520 starb, an seinem Geburtstag. Für die einen war Raffael maßstabgebend für die europäische Kunst, für andere der größte Langweiler der Renaissance.

4. Februar:"Augenscheinkarten - außergewöhnliche Beweismittel beim Reichskammergericht (1495 - 1806)", ist der Titel des Vortrags von Prof. Anette Baumann aus Friedberg. Ortstermine beim Reichskammergericht gab es bereits im 16. Jahrhundert. Sie wurden "Augenscheine‹ genannt und beschrieben sowohl die Handlung der Inaugenscheinnahme als auch ihre Dokumentation. Es entstanden "Augenscheinkarten" - eine Bildgattung, die im Moment intensiv erforscht wird.

18. Februar: Prof. Dieter B. Herrmann aus Berlin spricht über Georges Lemaitre. Noch vor dem Nachweis durch Edwin Hubble 1929 sagte der belgische Priester und Astrophysiker 1927 die Expansion des Weltalls aus Einsteins Relativitätstheorie voraus. Für diesen "Vater der Urknalltheorie" stellte sich damit die Frage nach der Vereinbarkeit mit der katholischen Schöpfungstheorie, was letztlich zu einer Kontroverse zwischen ihm und Papst Pius XII. führte.

4. März:"Zwischen Nähe und Fremdheit", Günter Simon beleuchtet religiöse Entwicklungen aus Sicht des Philosophen Jürgen Habermas. Der Philosoph geht den Beziehungen zwischen Glauben und Wissen nach, wie sie sich vom Altertum bis ins Mittelalter entwickelt haben. Anhand von Text- und Bildprojektionen verfolgt der Vortrag kennzeichnende Stationen dieser Begegnungsgeschichte, von der das philosophische Denken in der Neuzeit seinen Ausgang genommen hat.

18. März: Von seinem Besuch 2018 in Namibia berichtet Armin Häfner aus Bad Nauheim in seinem Vortrag. Viele Landschafts- und Ortsnamen oder auch Bauwerke und Friedhöfe aus der deutschen Kolonialzeit prägen heute noch das Bild vieler Städte und Landschaften Namibias.

Das Kulturforum versteht sich als Einrichtung, die in Vorträgen, Studienfahrten und Kammermusik-Konzerten den Blick auf die Welt in vielfältiger Form erweitern möchte. Infos unter www.kulturforum-bad-nauheim.de.

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