1. Wetterauer Zeitung
  2. Wetterau
  3. Bad Nauheim

Rücklage sorgt für Stabilität

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Bernd Klühs

Kommentare

bk_Klaeranlage_261021_4c_1
Auf die Kernstadt-Kläranlage wird in den nächsten Jahren mehr Arbeit zukommen, denn das Neubaugebiet Bad Nauheim Süd, die neue Therme und die Salus-Klinik sorgen für deutlich höhere Abwassermengen. © Nicole Merz

Bad Nauheim (bk). Alles wird teurer - auch die städtischen Dienstleistungen. Nachdem die politischen Gremien kürzlich eine recht deutliche Anhebung der Gebühren für Abfallentsorgung und Straßenreinigung beschlossen hatten, stand am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss das Abwasser im Mittelpunkt. Dabei gab es positive Nachrichten, denn auf die Bürger kommt lediglich eine minimale Gebührensteigerung zu.

Die Änderung der Entwässerungssatzung wurde einstimmig beschlossen.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Schüllermann und Partner AG aus Dreieich hat die Gebührenkalkulation im Auftrag der Stadt vorgenommen. Mitarbeiter Felix Preuß erläuterte dem Finanzausschuss die wesentlichen Eckpunkte. Wichtigste Zahlen: Die Schmutzwassergebühr steigt für den Zeitraum 2022 bis 2024 lediglich um 1 Cent auf 1,61 Euro pro Kubikmeter Frischwasserverbrauch. Für das Niederschlagswasser werden pro Quadratmeter versiegelter Fläche drei Cent mehr fällig, 51 statt 48 Cent.

Klingt nach einer durchaus erfreulichen Entwicklung, die allerdings einen Haken hat. In früheren Jahren wurden den Haushalten zu hohe Gebühren abverlangt, weshalb sich eine Rücklage in Millionenhöhe aufgebaut hat. Wie der Gesetzgeber vorschreibt, müssen Rücklagen in Gebührenhaushalten in einem überschaubaren Zeitraum abgebaut werden. Das geschieht in den kommenden drei Jahren um jeweils 426 000 Euro. Dann wird die Rücklage aufgebraucht sein. Ohne den Zuschuss aus dem »Sparstrumpf« hätte 2022 bereits eine Schmutzwasser-Gebührenerhöhung von 1,60 auf 1,75 Euro angestanden. »Selbst mit 1,75 Euro pro Kubikmeter hätten wir im Vergleich mit anderen Wetterauer Kommunen noch recht günstige Gebührensätze. Das hängt vermutlich mit dem guten Zustand unserer Kläranlagen zusammen«, sagte Heiko Heinzel, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung.

Auf die Kernstadt-Kläranlagen wird in Zukunft deutlich mehr Arbeit zukommen, wie Bürgermeister Klaus Kreß erklärte. Dafür sei nicht nur das Neubaugebiet Bad Nauheim Süd verantwortlich, sondern auch die neue Therme und die Salus-Klinik, mit deren Bau dieser Tage begonnen werden soll.

Auch interessant

Kommentare