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Rückkehr ans Krankenhaus denkbar

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Von: Christoph Agel

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Von hier soll der Ärztliche Bereitschaftsdienst in die Kurstraße ziehen. Das Vorhaben stößt auf Kritik, wird aber wohl umgesetzt. Ein Umzug zurück ans Hochwaldkrankenhaus sei später jedoch im Bereich des Möglichen, heißt es. ARCHIVFOTO: NICI MERZ © Nicole Merz

Bad Nauheim (agl/pm). Darüber, dass der geplante Umzug des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) vom Hochwaldkrankenhaus in die Bad Nauheimer Innenstadt - genauer: in die Kurstraße - auf heftige Kritik seitens niedergelassener Ärzte gestoßen ist, hat diese Zeitung bereits berichtet. Eine Befürchtung der Ärzte, insbesondere Dr. Lutz Ehnert hatte sich zu Wort gemeldet:

Der Umzug in die Kurstraße würde sich negativ auf die Patientenversorgung auswirken.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) hingegen argumentierte mit ihrer Ansicht nach veralteten und nicht adäquaten Räumen am bisherigen Standort im Hochwaldkrankenhaus. Nun äußert sich die KVH in einer Pressemitteilung erneut zu diesem Thema.

Bauphase als Umzug-Argument

In die Diskussion um den Standort des ÄBD in Bad Nauheim komme nach einem Spitzengespräch von Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) und KVH Bewegung, heißt es in dem Schreiben. Zu dem Gespräch trafen sich demnach GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann, ÄBD-Obmann Marc de Groote und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVH, Dr. Eckhard Starke.

Im Anschluss an das Gespräch erklärte Starke, der KVH seien »verschiedene Aspekte wichtig: Zum einen geht es natürlich zuerst um eine optimale Patientenversorgung bzw. eine Perspektive dafür. Die gibt es im Moment aus unserer Sicht am Klinikum nicht, denn in einer jahrelangen Bauphase wie die, vor der das Klinikum jetzt steht, ist die Behandlung von Akutpatienten nicht gut möglich, abgesehen davon, dass es aus unserer Sicht schon vorher Mängel an den Räumlichkeiten gab bzw. gibt. Deshalb gilt im Moment, dass der beschlossene Umzug in die Räumlichkeiten in der Stadt alternativlos ist. Aber dieser Zustand kann sich ja ändern«.

Fellermann habe darauf hingewiesen, dass ebenso wie ein Teil der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der westlichen Wetterau die Gesundheitszentrum Wetterau gGmbH als Trägerin der regionalen stationären Gesundheitsversorgung die Verlegung des ÄBD Bad Nauheim vom Hochwaldkrankenhaus weg nach wie vor kritisch sehe.

»Die enge Verzahnung der ambulanten und stationären Notfallversorgung hat sich in den letzten Jahren bewährt und sollte nach unserer Meinung nicht aufgegeben werden. Während der Pandemie hätten wir alle gerne mehr Raum gehabt, der aber nicht verfügbar war«, wird Fellermann zitiert.

Er habe deshalb die Stellungnahme Starkes begrüßt, wonach die Kassenärztliche Vereinigung grundsätzlich die Philosophie verfolge, »dass im Sinne einer optimalen Versorgung der Patientinnen und Patienten die Ansiedlung einer Zentrale an einem Klinikum für alle Beteiligten viele Vorteile haben kann - und dies gilt sicher auch für Bad Nauheim. Wenn also die räumlichen Probleme, die es derzeit in Bad Nauheim gibt, im Rahmen des Umbaus der Klinik für uns zufriedenstellend gelöst werden und es auch eine zeitliche Verbindlichkeit gibt, ist auch eine Rückkehr ans Klinikum die gewünschte Option. Diese haben wir bisher übrigens nie ausgeschlossen«, wie Starke betonte.

»Eine Einbeziehung in die Baupläne des Neubauvorhabens unter Berücksichtigung des zukünftigen Raumbedarfes des ÄBD wird von uns ebenso verfolgt wie die Erstellung eines tragfähigen Konzepts, welches die Versorgungslage auch in Ausnahmezeiten wie einer Pandemie sicherstellt«, erklärte Fellermann.

Die Beteiligten haben laut KVH-Pressemitteilung überdies beschlossen, weiterhin im Gespräch zu bleiben, um die notwendigen Überlegungen und Entscheidungen vertrauensvoll abzustimmen bzw. einander darüber zu informieren. Der nächste Gedankenaustausch solle im Mai stattfinden.

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