Museumsbesuch: (v. l.) Landrat Jan Weckler, Stadtrat Heinz Thönges, Leiterin Dr. Jutta Pauli, Fachbereichsleiter Matthias Wieliki und Bürgermeister Klaus Kreß. FOTO: PV
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Museumsbesuch: (v. l.) Landrat Jan Weckler, Stadtrat Heinz Thönges, Leiterin Dr. Jutta Pauli, Fachbereichsleiter Matthias Wieliki und Bürgermeister Klaus Kreß. FOTO: PV

Rosenmuseum vorzeitig geschlossen

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim-Steinfurth(pm). Eine lange versprochene Terminzusage löste Landrat Jan Weckler kurz vor der verordneten Schließung des Rosenmuseums Steinfurth ein. "Ich wollte dem Museum schon lange einen Besuch abstatten. Leider muss das Museum mit vielen anderen kulturellen Einrichtungen coronabedingt geschlossen werden." Das Rosenmuseum ist von der Corona-Pandemie besonders betroffen: keine Veranstaltungen, deutlich weniger Besucher und geringere Einnahmen.

Leiterin Dr. Jutta Pauli hat mit ihrem Team das Beste aus der Situation gemacht. "Wir führen kleine Gruppen, die so begeistert sind, dass sie das Museum regelrecht inhalieren." Rund 3000 Besucher statt der üblichen 12 000 kamen in diesem Jahr. Normalerweise schließt das Museum Ende November, jetzt musste es vier Wochen früher zumachen.

Was Rosenfreunden bleibt, ist der virtuelle Gang durchs Museum, der mit einem Film über die aktuelle Sonderausstellung "Rosenblätter - Rosenliteratur aus 500 Jahren" beginnt. Dem Film folgen Informationen zur Dauerausstellung "Rosige Zeiten", in der man fast alles über die Kulturgeschichte der Rose erfährt (www.rosenmuseum.com)

Worauf die Besucher zunächst verzichten müssen, ist der Genuss, den man im "Raum der schönen Künste" erleben kann. Auf einem Sofa Platz nehmen, Hildegard Knef zuhören, wie sie nach einem Regen voller Rosen verlangt oder bei Walzermusik zu einem Tänzchen auffordert. Eine Aufforderung, der die Gäste immer wieder nachkamen.

Geschichtlich interessierte Besucher können in die Historie des Rosenanbaus in Steinfurth eintauchen, auf den Spuren von Heinrich Schultheis wandeln, der in England die Veredelung von Rosen erlernt hat. Zurück in seinem Heimatdorf begann er 1868 mit der Vermehrung von Rosenpflanzen durch Veredelung von Wildlingen. Dokumentiert sind im Museum die Anfänge des Rosenanbaus bis hin zu modernen Sorten.

Weckler war begeistert von der anschaulichen Präsentation und bekundete seinen Respekt vor der Kreativität und dem Enthusiasmus, mit dem immer wieder neue Sonderausstellungen zusammengestellt werden. Die aktuelle Sonderausstellung mit "Rosenliteratur aus 500 Jahren" wird auch 2021 mit Originalbüchern und -drucken aus vier Jahrhunderten zu sehen sein. "Das Rosenmuseum ist und bleibt ein Aushängeschild für Stadt und Rosendorf", betonte Bürgermeister Klaus Kreß. "Und ein Juwel für den ganzen Landkreis", ergänzte Weckler.

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