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Richtig handeln in der Energiekrise

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Von: red Redaktion

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Younes Frank Ehrhardt © pv

Bad Nauheim (pm). Norbert Witzel als Vorsitzender von Haus und Grund Bad Nauheim mit 650 Mitgliedern konnte zu einem Vortrag im voll besetzten Wintergarten des Hotels Rosenau auch zahlreiche Interessierte begrüßen, die noch nicht Mitglied sind. Nach der Veranstaltung erfolgten Eintritte in den Verein. Witzel dankte besonders dem Referenten, Rechtsanwalt Younes Frank Ehrhardt, Geschäftsführer des hessischen Landesverbandes und Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes in Berlin.

Ehrhardt sprach zum Thema »Folgen der Energiekrise für das Haus-, Wohnungs- und Grundeigentum; Herausforderungen im Gebäudebestand«.

Die Preisexplosion bei Gas, Öl oder Pellets führten zu hohen Vorleistungen der Vermieter an die Versorger. Daher sei es angebracht, den Mietern höhere monatliche Vorauszahlungen, orientiert an den Heizkosten der letzten Jahre, vorzuschlagen. Ansonsten drohten hohe Nachzahlungen. Ein Musterbrief steht den Mitgliedern zur Verfügung. Ein gesetzliches Zahlungsmoratorium für Mieter lehnte der Referent ab. Auch in der Corona-Krise hätten sich die privaten Vermieter, die in Deutschland 85 Prozent der Mietwohnungen stellten, sehr konziliant verhalten und einvernehmliche Regelungen mit den Mietern herbeigeführt.

Haus und Grund lehne die CO2-Abgabe als absolut ungerecht ab. So würde künftig bei einem älteren, energetisch nicht ertüchtigten Haus bis zu 100 Prozent der CO2-Abgabe vom Vermieter getragen, auch wenn der Mieter Energie verschwende, kritisierte Ehrhardt.

Haus und Grund fordere eine spürbare Förderung bei der teuren energetischen Sanierung des Gebäudebestandes, die die privaten Vermieter sonst nicht realisieren könnten. Ehrhardt riet zum Abwarten, da derzeit vieles im Fluss sei. Welche Heizung jetzt eingebaut werden sollte, sei derzeit kaum sinnvoll zu beantworten. So habe sich selbst der Pelletpreis vervielfacht. Wärmepumpen seien gerade für den Altbestand nur sehr eingeschränkt einsetzbar. Ansonsten gebe es hohe Stromrechnungen. Die Expertise von Energieberatern sei unbedingt einzuholen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden. Leider seien diese Berater voll beschäftigt und nur nach langen Wartezeiten verfügbar.

Hinzu kämen die hohen Preise für Geräte und Material und lange Lieferzeiten und Wartezeiten bei den Handwerkern. Vom Bau von Fotovoltaikanlagen zur Stromeinspeisung oder für den Verkauf an Mieter rät Haus und Grund aufgrund des bürokratischen Aufwandes ab. Sinnvoll sei dagegen eine PV-Anlage für den Eigenbedarf.

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