Die Klinik Wetterau in Bad Nauheim hat eine Kapazität von 181 Betten. FOTO: NICI MERZ
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Die Klinik Wetterau in Bad Nauheim hat eine Kapazität von 181 Betten. FOTO: NICI MERZ

Reha-Zentrum im Corona-Modus

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim(pm). Das Reha-Zentrum Bad Nauheim gehört zum Klinikverbund des Deutschen Rentenversicherung-Bundes und besteht aus den Kliniken Taunus und Wetterau. Zusammen verfügen beide Kliniken über 393 Betten. Im Zuge der Corona-Pandemie wurde der Betrieb in beiden Häusern an die aktuelle Situation angepasst. Ziel sei es, Patienten und Mitarbeiter vor einer Covid-19-Infektion zu schützen und gegebenenfalls Akutkrankenhäuser zu entlasten, heißt es in einer Pressemitteilung. Deshalb würden bis einschließlich Sonntag, 3. Mai, keine neuen Rehabilitanden aufgenommen. Für Anschlussheilbehandlungen (AHB) gelten Sonderregelungen: Momentan sind die Kliniken zu etwa 30 Prozent mit AHB-Patienten belegt. Neue Patienten würden vorab befragt, um sicherzustellen, dass bei ihnen keine Covid-19-Infektion vorliege, schreibt der Deutsche Rentenversicherung-Bund weiter.

Therapie in Kleingruppen

"Die Belegungsreduzierung auf 30 Prozent hilft uns dabei, die Maßnahmen umzusetzen. Abstände zwischen den Menschen können leichter eingehalten werden, sei es in Wartezonen, während der Therapien oder im Speisesaal", erläutert Dr. Ulrich Kiwus, Ärztlicher Direktor des Reha-Zentrums. Das Haus "Bad Nauheim" verfügt über ein stark gruppenorientiertes Therapieprogramm. Dennoch können die meisten Therapien weiterhin angeboten werden, allerdings in deutlich kleineren Gruppen mit sechs bis acht Personen. Einzig die Wasserangebote müssen aufgrund der Hygieneempfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) komplett entfallen.

"In außerordentlichen Hygienekommissionssitzungen bewerten wir regelmäßig die aktuelle Lage und nehmen dann gegebenenfalls leichte Anpassungen an den Schutzmaßnahmen vor", sagt Kiwus. Alle Beschäftigten werden weiterhin bezüglich besonderer Schutzmaßnahmen geschult. Patienten und Mitarbeiter wurden auf eine gründliche Händehygiene hin sensibilisiert. Darüber hinaus herrscht in den Kliniken momentan Besuchsverbot. Die Eingänge sind dauerhaft versperrt, Lieferanten und Krankentransport müssen sich anmelden, um Zutritt zum Gebäude zu erhalten.

"Der verminderte Klinikbetrieb betrifft rund 300 Beschäftigte. Mitarbeiter aus dem ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Bereich sind in Bereitschaft, um in Absprache mit dem Gesundheitsministerium des Landes Hessen umliegende Entlastungskrankenhäuser zu unterstützen." ergänzt Burkhart Siebenhüner, Kaufmännischer Direktor des Reha Zentrums.

In der Zwischenzeit Instandhaltung

Darüber hinaus werden Instandhaltungsarbeiten in den beiden Kliniken erledigt sowie Konzepte und Vorträge überarbeitet. "Wenn möglich, werden Urlaubstage aus dem Vorjahr oder Mehrarbeitsstunden abgebaut", erläutert Siebenhüner. Regelungen zur Kurzarbeit werden für Beschäftigte des Deutschen Rentenversicherung-Bund nicht angewandt. Die Einbindung der beiden Kliniken im Rahmen des Eskalationsmodells des Landespandemieplanes Hessen ist Ulrich Kiwus zufolge realistisch: "In der Regel pflegen wir eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Kreises und können derzeit davon ausgehen, dass wir die endgültige Kapazität in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt in einem machbaren Bereich festlegen können."

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