Leon Rygiert (l.) und Vito Harevy (r.) arbeiten vorübergehend in den Weinbergen des Weinguts Johannishof im Rheingau.	FOTO: DOLCE BY WINDHAM BAD NAUHEIM
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Leon Rygiert (l.) und Vito Harevy (r.) arbeiten vorübergehend in den Weinbergen des Weinguts Johannishof im Rheingau. FOTO: DOLCE BY WINDHAM BAD NAUHEIM

An den Reben statt am Tresen

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Bad Nauheim (pm). Die aufgrund von Corona frei gewordene Zeit sinnvoll nutzen - das haben sich die Auszubildenden des Hotels »Dolce by Wyndham« Bad Nauheim zur Aufgabe gemacht. Schließlich fällt aktuell wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie die Berufsschule aus. Untätig zu Hause zu bleiben, kam für die Nachwuchskräfte des Vier-Sterne-Hotels jedoch nicht in Frage, stattdessen zeigten sie großes Engagement - zunächst beim vorgezogenen alljährlichen Frühjahrsputz.

Auf der Suche nach weiteren Alternativen rückten schließlich Lieferanten und Partner der »U100«-Initiative des Hotels in den Fokus. Im Rahmen dieses nachhaltigen Projekts bezieht das »Dolce« die Zutaten für Gerichte der entsprechenden Speisekarte aus einem Radius von unter 100 Kilometern, ebenso wie viele der dazu gereichten Getränke.

Der erste Einsatz abseits der Hotellerie fand in Johannisberg im idyllischen Rheingau statt: Rebekka Baum, angehende Hotelkauffrau, Leon Rygiert, zukünftiger Hotelkaufmann, sowie Vito Harevy, Koch in spe, waren in Kellern und Weinbergen des Weinguts Johannishof unterwegs und packten mit an. Johannes Eser, gelernter Weinbautechniker und Diplom-Betriebswirt sowie seit 1999 Inhaber des Betriebs, erläuterte zunächst die Grundlagen der Weinherstellung. Besonders beindruckt zeigten sich die Hotel-Azubis von der Historie des Weinguts: der Ursprung des Anwesens, ehemals eine Mühle, datiert auf das Jahr 1790. Der Weinanbau innerhalb der Familie ist anhand alter Urkunden sogar bis ins Jahr 1685 zurückzuführen.

Die Praxis fand dann in den Weinbergen statt. Dort half das »Dolce«-Trio beim sogenannten Ausbrechen: Bestimmte Triebe der Ruten werden entfernt, um im Sinne einer Ertragsregulierung und der Qualitätssteigerung nur eine gewisse Menge an Trieben wachsen zu lassen.

Nach getaner Arbeit rundete eine Weinprobe im Weinkeller den Tag ab. General Manager Helge Lütters zur Aktion: »Die abwechslungsreiche Tätigkeit fernab von ihrem eigentlichen beruflichen Alltag war für unsere Azubis sehr lehrreich - ein willkommener Blick über den Tellerrand auf die Wertschöpfungskette in Gastronomie und Hotellerie.«

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