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Rattenkadaver auf der Straße

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Bad Nauheim (bk). Tote Ratten auf dem Teer – kein schöner Anblick. Im Fall der Bad Nauheimer Bodestraße allerdings Ausdruck einer erfolgreichen Bekämpfungsaktion gegen die ungeliebten Nager. Ganz vertrieben sind die Ratten aus dem Wohngebiet allerdings noch nicht.

Seit etwa vier Monaten ärgern sich Anwohner des Wohngebiets östlich der Frankfurter Straße bereits mit der Rattenplage herum. Die erste Meldung erreichte die WZ-Redaktion im Februar aus einem Mehrfamilienhaus der städtischen Wohnungsbau-Gesellschaft (Wobau) in der Ernst-Moritz-Straße. Wenig später wurden auch Bewohner der Bode-, Rotdorn-, Blumen- sowie der Hermann-Ehlers-Straße auf eine wachsende Population der Nagetiere aufmerksam. Kornelia Jeray und andere Anlieger der Bodestraße, die den Schwerpunkt der Rattenplage bildet, wandten sich zunächst an die Stadtverwaltung in der Hoffnung, das Rathaus würde die Koordination der notwendigen Bekämpfung der Tiere übernehmen.

Das war allerdings nicht der Fall, die Anwohner sparten deshalb nicht mit Kritik. Die Hauseigentümer engagierten dann einen Schädlingsbekämpfer, um dem Befall Herr zu werden. Etliche Giftköder wurden in verschiedenen Grundstücken postiert, die inzwischen Wirkung zeigen. »Aus den Grundstücken direkt an der Bodestraße sind die Ratten seit etwa zwei Wochen verschwunden. Wir haben auch tote Tiere auf der Straße gesehen«, berichtet Kornelia Jeray. Die Nager, die den Köder schlucken, verenden nämlich erst drei bis vier Tagen danach.

Wenn sich die ersten Anzeichen der Vergiftung zeigen, ziehen sie sich normalerweise in ihre Nester zurück. Die toten Tiere werden dann nie gefunden. Nicht gelöst ist das Problem laut Kornelia Jeray dagegen in einigen Parzellen mit d-Hausnummern, die direkt an den Spiel- und Bolzplatz neben der evangelischen Kindertagesstätte Lee Boulevard grenzen. »Dort gibt es noch viele Ratten. Auch in den Kleingärten muss der Schädlingsbekämpfer noch mal aktiv werden«, ist die Bodestraßen-Anwohnerin überzeugt.

Auch Stadt bekämpft Nager

Die Ursache der Rattenplage wird sich wohl nicht ermitteln lassen. Die Stadt vermutete die Kleingartenanlage als Herd, manche Anwohner meinten, die Tiere könnten von Glascontainern angelockt worden sein, neben denen zeitweise alle mögliche Arten von Abfall lagen.

Wieder andere glauben an einen Zusammenhang mit einer Gruppe von Jugendlichen, die sich offenbar regelmäßig auf dem Spiel- und Bolzplatz trifft und dabei möglicherweise Essensreste zurücklässt.

»Die Verwaltung hat auf die Meldungen der Anwohner reagiert und Köderfallen auf dem Gelände der Kleingartenanlage aufstellen lassen«, sagt Erste Stadträtin Birgitta Nell-Düvel. Bei diesem Areal handele es sich nämlich um städtisches Eigentum, das verpachtet sei. Die Schädlingsbekämpfung sei stets Sache der Grundstücksbesitzer. In der Kanalisation der Stadt werde ohnehin regelmäßig etwas gegen die Ausbreitung von Ratten getan. Der Container-Standort an der Ecke Blumenstraße/Hermann-Ehlers-Straße werde genau beobachtet.

Ob die Stadt auch auf dem Spiel- und Bolzplatz aktiv wird, wusste Nell-Düvel noch nicht genau. »Die konzertierte Aktion von Stadt, Wobau und Anwohnern zeigt Erfolge, aber es ist etwas Geduld notwendig«, betont die Erste Stadträtin.

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