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Frühblüher: Der Sibirische Blaustern macht sich im NABU-Garten in Friedberg breit.

Rasenmähen: Fünfmal pro Jahr genügt

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Bad Nauheim/Friedberg (pm). Die Rückkehr des Winters hat die Aktivitäten von Hobbygärtnern etwas ausgebremst. Doch demnächst beginnt die Saison, bald wird auch der Rasenmäher zum Einsatz kommen. Der BUND Bad Nauheim/Friedberg gibt einige Tipps zur Rasenpflege.

Nach Angaben der Umweltorganisation sollte der erste Schnitt nicht vor Ende April erfolgen. Fünf Schnitte pro Jahr reichten aus. Mit der erwachenden Natur erfreuten viele Frühblüher in Rasenflächen das Auge der Gartenliebhaber und Spaziergänger: Veilchen, Krokusse, Gelbsterne, Blausternchen, Traubenhyazinthe blühen um die Wette. Auch Gänseblümchen gehören zu den frühen Blühern. Nach Angaben des BUND werden Rasen aber häufig zu früh und zu oft gemäht, weshalb sich viele dieser Pflanzen kaum entwickeln können.

Frühblüher als Nahrungsquelle

Stefan Nawrath vom BUND Bad Nauheim/Friedberg betont: »Was häufig unterschätzt wird, ist die ökologische Bedeutung der Rasen insbesondere für die frühen Wildbienen und andere Insekten.« Die Frühblüher seien für Insekten wichtige Pollen- und Nektarquellen. Viele der Wildbienen nisteten in der Erde und versorgten ihre Brut in unterirdischen Gängen mit Pollen. Das sei nur wenige Wochen im Frühjahr zu beobachten.

Die meisten Frühblüher brauchen laut Nawrath nach dem Blühen noch etwas Zeit, damit die Pflanzen über die Blätter Kraft für das nächste Jahr sammeln können. Sie breiteten sich dann aus, und die Blühaspekte würden von Jahr zu Jahr immer üppiger. »Bunte Rasen statt Grasmonokulturen sollte das neue Schönheitsideal werden, insbesondere vor dem Hintergrund der Klima- und Biodiversitätskrise«, sagt Nawrath.

Zum Wohle der Natur sollte Rasen nur fünfmal im Jahr gemäht werden. BUND-Ortsvorsitzender Stephan Hübner: »Das reicht aus, um einen gepflegten Eindruck zu geben und den Rasen als Spielfläche zu nutzen.« Mahdintervalle von vier Wochen ermöglichten es vielen Blumen, zur Blüte zu gelangen. Zudem sollten möglichst nicht die ganze Fläche auf einmal gemäht werden. Blüten auf ausgesparten Teilflächen seien »Rettungsinseln« für Insekten, bis sich die gemähten Bereiche wieder erholt hätten. So könnten Gartenbesitzer auch mit einfachen Mitteln etwas für die Natur tun.

Wer Insekten noch mehr fördern will, sollte die Mahd auf zwei Schnitte im Juni und September reduzieren und den Rasen damit zur Wiese machen. Weil der höhere Bewuchs dann aber nicht mehr mit herkömmlichen Rasenmähern zu bewältigen sei, müsse eine Sense oder ein spezieller Langgrasmäher zum Einsatz kommen. Auf eine Düngung der Rasen sollte nach Ansicht des BUND verzichtet und das gemähte Gras abgeräumt werden. »Ganz abzulehnen sind die immer beliebteren Mähroboter, die große Tierkiller sind«, heißt es in der BUND-Erklärung weiter.

Tipp: Wildsaatgut im Garten einsetzen

Wer seinen Rasen mit Blüten anreichern wolle, könne Zwiebel setzen und eine Nachsaat mit regionalem Wildsaatgut vornehmen. Allerdings seien viele der im Handel angebotenen Blumenwiesen-Mischungen wenig geeignet, da sie vorwiegend einjährige Zierpflanzen enthielten.

Der BUND würde sich freuen, wenn insbesondere die Gemeinden bei ihrer Grünflächenpflege eine insektenfreundliche Mahd umsetzen könnten und damit als Vorbild für private Rasenbesitzer dienten. Ein weiterer positiver Effekt einer insektenfreundlichen Rasenpflege sei, dass man viel Zeit spare und Nachbarschaftsärger aus dem Weg gehe, denn nicht immer würden Rasenmäher gerne gehört. Tipp des BUND: »Nutzen Sie stattdessen doch einfach die gesparte Zeit und genießen Sie ihren Garten. Weniger zu mähen dient dann wirklich allen.«

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