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Publikumsmagnet ist der singende Regenbogen

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Bad Nauheim (piz). Dunkle, schwere Wolken, die jeden Moment drohten, gewaltige Wassermassen zu verlieren, und vereinzelt immer wieder strahlender Sonnenschein. Ideale Bedingungen also, um den größten singenden Regenbogen der Welt im Rahmen der Landesgartenschau auf dem Goldsteingelände entstehen zu lassen.

Bad Nauheim (piz). Dunkle, schwere Wolken, die jeden Moment drohten, gewaltige Wassermassen zu verlieren, und vereinzelt immer wieder strahlender Sonnenschein. Ideale Bedingungen also, um den größten singenden Regenbogen der Welt im Rahmen der Landesgartenschau auf dem Goldsteingelände entstehen zu lassen.

Rund 1500 Sänger gestalteten mit bunten Luftballons einen wunderbaren Regenbogen, der sich auf der großen Wiese vor der Bühne am Goldstein zur Chorformation aufstellte. Es bot sich also für die – trotz unbeständigen Wetters – große Zahl von Besuchern ein imposanter Anblick, der durch die Farbenfreude besonders bestach. Die Idee, eine so große Menge gesangsbegeisterter Menschen im Alter von 4 bis weit über 80 zu versammeln, kam dem 1. Vorsitzenden des Bad Nauheimer Regenbogenchores, Hartmut Jegodzinski, und dem Chorleiter Martin Schubert im Rahmen eines Gesprächs mit LGS-Veranstaltungsmanager Volker Schwarz, als man überlegte, wie sich der Chor in das LGS-Projekt einbringen könnte.

Jegodzinski teilte außerdem mit, dass man zu Beginn von einer »großen Gruppe« ausging, dass sich zum Schluss jedoch rund 60 Chöre zusammenfinden konnten, empfand er als »sehr bewegend«. Wie schon am Vorabend des Rekordversuches, der es nun auch ins Guinnessbuch schaffen soll, beim Konzert »Regenbogen«, waren auch diesmal zwei weitere Chöre dabei, die den Regenbogen im Namen tragen. Der Regenbogenchor aus Fricktal in der Schweiz war am längsten unterwegs, um die Kurstadt zu erreichen.

Dem Publikum wurden dann drei von Ursula Starke (evangelischen Kirche) und Martin Schubert gemeinsam geschriebene Regenbogenlieder vorgetragen. Ein gewagtes Unterfangen, denn die vielen einzelnen Chöre hatten keine gemeinsame Probe. Umso erstaunlicher war daher die sehr gute musikalische Umsetzung. Denn es half kein Klavier und kein Orchester, um den richtigen Ton zu treffen, alles wurde a cappella gesungen; dirigiert haben abwechselnd Ursula Starke und Martin Schubert. Besonders gut gefiel der vierstimmige gemischte Chorsatz, die Intonation war gelungen, fast alles hat gestimmt. Mit einem Kinderlied, bei dem die Erwachsenen ein harmonisches Fundament nur summten, konnten die vielen Kinder aus verschiedenen Kindergärten und Schulen der Region zum Zuge kommen.

Quantitativ blieb das Programm aufgrund nur dreier gesungener Lieder hinter den Erwartungen zurück. Zwar muss man aufgrund der Größe des Projektchores Verständnis dafür haben, aber ein etwas größeres musikalisches Rahmenprogramm hätte sicherlich gut gefallen. Dennoch zeigten sich die Besucher sehr erfreut. Bereits im Kassenbereich bemerkte man das Interesse, das der singende Regenbogen bei vielen Besuchern weckte, und die unzähligen Menschen, die sich rund um den Regenbogen versammelten, wenn auch zum Teil aus Angst vor Regen etwas entfernt im großen Versorgungszelt, zeigten, dass das Projekt erfolgreich war.

Schubert, der zugeben musste, dass er im Vorfeld doch den einen oder anderen Alptraum durchleiden musste, zeigte sich gerührt, als er nach erfolgreichem Konzert das Signal gab, um die unzähligen bunten Luftballons fliegen zu lassen. Dass genau in diesem Moment die Sonne am Himmel die Wolken durchbrach, muss als glückliche Fügung angesehen werden; es war ein wunderschöner Anblick.

Es bleibt zu hoffen, dass solche Projekte auch weiterhin sowohl die Landesgartenschau als auch die Arbeit des Bad Nauheimer Regenbogenchores bereichern. Zumindest fand der Chor neue Freunde, denn ein Vertreter des Regenbogenchores aus Fricktal kündigte bereits an, dass man sich für die tolle Zusammenarbeit revanchieren werde.

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