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Immer noch im Geschäft und immer noch als Band vereint: Die Prinzen.

Prinzen-Album

Die Prinzen kommen nach Bad Nauheim

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Es gibt sie immer noch: Die Prinzen. Derzeit sind sie wieder auf großer Kirchen-Tour durch Deutschland, Ende Mai auch in Bad Nauheim. Und sie verraten noch etwas.

Herr Schmidt: Schon wieder eine Kirchen-Tour durch ganz Deutschland und schon wieder Bad Nauheim. Kommen Sie gerne wieder?

Schmidt:Natürlich. Die Wetterau hat uns gefallen und Bad Nauheim auch. Die Dankeskirche ist wirklich beeindruckend. Wir haben uns so wohlgefühlt, das Publikum war toll. Wir kommen so gerne wieder und freuen uns. Wir sind in Sachen Bad Nauheim Wiederholungstäter.

Sie haben die große Kirchen-Tour gerade begonnen. Nahezu jeden Tag sind Sie in einer anderen Stadt und jeden Abend in einer anderen Kirche. Wie bekommt Ihnen das Tourleben?

Schmidt:Man muss sich fokussieren. Ich brauche bei der Tour mindestens achteinhalb Stunden Schlaf, muss tagsüber die Stimme schonen und viel an die frische Luft.

Waren Touren früher einfacher:

Schmidt:Klar. Mit 23 haben wir die Nacht durchgemacht und sind am nächsten Tag aufgetreten. Das geht heute nicht mehr. Wir sind dafür zu alt.

Ihre Bandkollegen kennen Sie seit vielen Jahren, einige aus Ihrer Zeit beim Leipziger-Thomanerchor. Da es die Prinzen noch gibt, verstehen Sie sich anscheinend immer noch gut.

Schmidt:Wir wissen, wie wir uns zu nehmen haben. Jeder kennt die Stärken und Schwächen der anderen. Und manchmal lassen wir uns einfach in Ruhe - das hilft.

Sie geben unzählige Konzerte bis zum Ende des Sommers. Haben Sie zwischendurch Zeit für Familie und Freunde?

Schmidt:Wir sind tatsächlich viel unterwegs. Immer dienstags bis sonntags, geben sechs Konzerte in der Woche und stehen jeden Abend auf der Bühne. Sonntags fahren wir alle zurück nach Leipzig, und haben montags frei. Danach geht es weiter. Es ist anstrengend, aber das sind andere Berufe auch.

Es ist schon eine gute Tradition, dass die Prinzen in Kirchen auftreten. Dabei trifft sakrale Musik auf Ihre berühmtesten Lieder. Wie kommt das an?

Schmidt:Wir haben den Eindruck, dass es bisweilen sehr gut ankommt. Viele Kirchen sind ausverkauft. Und was mich freut: Es sitzen viele Kinder im Publikum.

Die sind dann wohl durch die Eltern mit der Musik der Prinzen aufgewachsen. Eine ganze Familie wird zum Fan, oder?

Schmidt:Das kann man so sagen. Die meisten Gästen sind zwischen 40 und 50. Sie haben uns auf unserem langen Weg begleitet. Die Kinder dabei sind wirklich toll. Sie singen und klatschen mit.

Obwohl das Konzert abends stattfindet?

Schmidt:Ja, trotzdem. Aber wir haben die Zeit 19.30 Uhr bewusst gewählt. Gerade in den Frühlings- und Sommermonaten passt das. Zunächst ist es noch hell in den Kirchen, man kann die begeisterten Gesichter der Besucher sehen. Später wird es dunkel, und das Pop-Konzert geht richtig los.

Welche Lieder werden denn gesungen?

Schmidt:Wir beginnen mit einem sakralen Stück. Später kommen dann die Klassiker und auch Lieder, die wir schon lange nicht aufgeführt haben.

Welche sind das denn?

Schmidt:Klassiker sind natürlich "Ich wär so gerne Millionär" oder "Küssen verboten". Lange nicht mehr gespielt haben wir "Nie wieder Liebeslieder" oder "Geh bitte raus aus meinen Träumen". Das haben wir vor 13 Jahren das letzte Mal gespielt. Daran merkt man, wie die Zeit vergeht. Die Fans mögen diese Stücke aber immer noch.

Was macht Ihre Konzerte in den Kirchen aus?

Schmidt:Die Besucher schwelgen in Erinnerungen, die Kirche wird belebt. Diese Massen sitzen sonst nicht in den Kirchenbänken. Das ist schön für die Stadt und für die Pfarrer. Aber auch für uns ein besonders Erlebnis. Als Thomaner kehren wir in gewisser Weise zurück zu den Wurzeln.

Man kann aber den Blick auch nach vorne richten: 2021 bestehen die Prinzen seit 30 Jahren. Eine ziemlich lange Zeit im Showgeschäft. Was planen Sie?

Schmidt:Im Herbst 2020 erscheint unsere neues Album. Dafür wird geschrieben, und es ist auch schon geschrieben worden. Mehr darf ich dazu aber noch nicht sagen. Das 30-jährige Bestehen werden wir natürlich groß feiern.

Hätten Sie vor 30 Jahren mit diesem Erfolg gerechnet?

Schmidt:Gar nicht. Wir dürfen immer noch das machen, was uns am meisten Spaß macht. Das ist ein Geschenk.

Am 29. Mai in der Dankeskirche

Sie fühlen sich einfach wohl in Bad Nauheim. Darum haben die evangelische Kirchengemeinde und die Prinzen gemeinsam entschieden, am 29. Mai, um 19.30 Uhr erneut ein Konzert in der Dankeskirche stattfinden zu lassen.

Keine deutsche Pop-Band ist so prädestiniert wie die Prinzen, sich der Herausforderung von Popkonzerten in Kirchen zu stellen. Durch ihre Ausbildung im Leipziger Thomanerchor und dem Dresdner Kreuzchor ist das Singen in Kirchen für die Prinzen kein Experiment, sondern die logische Fortführung einer Tradition. In den letzten Jahren sind die Prinzen wiederholt in der Dankeskirche aufgetreten. Alle Konzerte waren ausverkauft, und die Band wurde vom Publikum begeistert gefeiert.

Karten gibt es unter anderem im evangelischen Gemeindebüro in der Wilhelmstraße 12, in der Buchhandlung am Park, in der Buchhandlung DBK Antiquariat Kintler. Auch ein Versand der Tickets ist gegen einen kleinen Aufschlag möglich. Das geht per E-Mail an gemeindebuero@ev-kirche-bn.de, weitere Informationen folgen dann umgehend.

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