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Der Goldsteinpark bietet Raum für Jugendliche. Sie sollten aber auch an anderen Orten in der Kurstadt erwünscht sein, findet die FDP. ARCHIVFOTO: NICI MERZ

Pizarro: »Jugendliche brauchen Raum«

Bad Nauheim (pm). Im Endspurt zur Kommunalwahl am 14. März hat sich die Bad Nauheimer FDP mit einer Umfrage unter Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren befasst. Die Erkenntnisse der Studie, die der Fachbereich Soziales, Gesundheit, Kultur und Sport durchgeführt hatte und die jüngst in einer Ausschusssitzung vorgestellt worden war, stellten nun die beiden FDP-Ausschussmitglieder Petra Michel und Britta Weber dem FDP-Ortsverband vor.

Der Fokus der Befragung lag auf dem Freizeitverhalten, den Aufenthaltsorten und der Mobilität. »Die Befragung stieß auf große Resonanz, der Rücklauf der Fragebögen war mit 42 Prozent überdurchschnittlich, so dass wir wirklich wertvolle und verwertbare Erkenntnisse aus dieser Exploration gewinnen können«, schreibt die FDP in einer Pressemitteilung. Das sei eine hervorragende Basis für die zukünftige Arbeit, freute sich Petra Michel.

Es gebe viel Positives zu berichten von den Ergebnissen. Grundsätzlich fühlten sich die Jugendlichen in Bad Nauheim wohl. So wohl, dass knapp die Hälfte auch als Erwachsene in der Kurstadt wohnen bleiben wolle. Ein Teil möchte in eine Großstadt ziehen wegen der doch größeren Möglichkeiten.

Dass Jugendliche sich unsicher fühlten und Bedenken wegen der eigenen Zukunft hätten, gehöre zum Erwachsenwerden dazu. Dass aber junge Frauen mit zunehmendem Alter und auch junge Männer Ü18 sich in der Stadt unsicher fühlten, gebe dann doch zu denken. Hier solle unbedingt ergründet werden, wodurch diese Unsicherheit verursacht sei. Dann gelte es, Abhilfe zu schaffen, schreibt die FDP weiter.

Die Heranwachsenden wünschten eine bessere Anbindung der Ortsteile durch den ÖPNV. Mobilität trage ganz wesentlich zum Lebensgefühl bei. Bei der Neukonzipierung des Stadtbusangebots würden die FDP-Stadtverordneten auf diesem Aspekt ein besonderes Augenmerk haben und neue Möglichkeiten wie Bus-on-demand einfordern. All das trage zu einer Entlastung der Innenstadt bei, führt Sven Klausnitzer aus.

Die Jugendlichen verbrächten sehr gerne ihre Freizeit im Usa-Bad und im Eisstadion. »Darin sehen wir den Auftrag an uns, diese beiden Sport- und Freizeitorte weiterzuentwickeln«, sagte Peter Heidt.

Außerdem hielten sich Jugendliche gerne im Freien auf. Da passe es gut, dass endlich der Freiraum im Goldstein verwirklicht würde. Der dürfe nach Ansicht von Benjamin Pizarro aber nicht dazu führen, dass Jugendliche an anderen Orten in der Stadt nicht mehr erwünscht seien und mit dem Hinweis auf den Freiraum verjagt würden. »Jugendliche brauchen Raum, ganz sprichwörtlich, für eine gesunde Entwicklung. Und diesen öffentlichen Raum müssen wir ihnen geben«, fordert der FDP-Spitzenkandidat.

Großes Interesse an Politik

Ganz besonders hätten sich die FDP-Mitglieder gefreut zu hören, dass sich 65 Prozent der Jugendlichen grundsätzlich für Politik interessierten und ein Drittel meint, dass sich junge Menschen politisch engagieren sollten. 27 Prozent seien sich sicher, dadurch etwas erreichen zu können. Das konnte Paula Preiß als ehemaliges Mitglied im Jugendbeirat bestätigen.

Doch 60 Prozent der Befragten fühlten sich von der Politik nicht ernst genommen. Diesem Gefühl könne nur durch größere Beteiligung der jungen Menschen entgegengewirkt werden.

»Wir werden uns auf Landesebene für ein Kommunalwahlrecht ab 16 Jahren einsetzen. In elf Bundesländern geht das, warum also nicht auch in Hessen?«, fragen die Liberalen.

Alle Studien zeigten, dass die Jugendlichen verantwortungsvoll mit dem Wahlrecht umgingen.

Doch auch in den städtischen Gremien sollten die Beteiligungsmöglichkeiten des Jugendbeirates gestärkt werden. Bislang haben die Beiratsmitglieder ein Anhörungs- und Rederecht im Sozialausschuss und ein mittelbares Antragsrecht über den Magistrat.

Die Freien Demokraten schlagen ein Anhörungs- und Rederecht in allen Ausschüssen und ein originäres Antragsrecht des Jugendbeirates vor. Gerade bei Investitionen und anderen Entscheidungen mit langfristiger Wirkung, wie zum Beispiel der Verkehrsplanung, sollten die Jugendlichen zwingend gehört werden, fordert Britta Weber.

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