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Die Piratenpartei zeigt erstmals Flagge

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Bad Nauheim (bk). Bislang spielt die Piratenpartei in der Bad Nauheimer Kommunalpolitik keine Rolle, doch jetzt zeigt der Kreisverband Flagge: Mit dem 51-jährigen Stephan Flindt wurde ein Kandidat für die Bürgermeister-Direktwahl am 27. März nächsten Jahres nominiert

»Ich trete an, um zu gewinnen«, äußert sich der als Teamleiter für eine Versicherung in Frankfurt tätige Systemprogrammierer im Gespräch mit der WZ durchaus selbstbewusst. Somit gibt es derzeit zwei Bewerber, die Nachfolger von Bernd Witzel (UWG) werden möchten: Neben Flindt hat bereits Erster Stadtrat Armin Häuser (CDU) sein Interesse angemeldet. Mit weiteren Kandidaten ist allerdings zu rechnen.

Flindt wurde in seinem Wohnort Ockstadt, wo sich die Mitglieder der Piratenpartei zu einer Versammlung trafen, als Kandidat aufgestellt. Er will im Wahlkampf nicht zuletzt für die Hauptziele seiner Partei werben: mehr Bürgermitbestimmung und Verteidigung der Grundrechte. »Wie sich beim Thema Stuttgart 21 zeigt, werden diese Themen jetzt auch von anderen Parteien aufgegriffen. Die Piratenpartei ist von jeher basisdemokratisch«, sagte Flindt, der in Bad Nauheim geboren wurde und hier einen großen Freundeskreis hat. Deshalb sieht er es als unproblematisch, genügend Unterstützer-Unterschriften zu sammeln.

Im Rahmen seiner Berufstätigkeit hat Flindt nach eigener Aussage nicht zuletzt Teambildung und das Denken in internationalen Zusammenhängen erlernt. Unter anderm arbeitete er in Projekten mit indischen Kollegen zusammen. Erst im Sommer ist er der Piratenpartei beigetreten. »Ich möchte etwas bewegen und nicht nur Beiträge zahlen«, betonte der 51-Jährige. Nach längerem Nachdenken habe er sich zur Kandidatur entschlossen. In den kommenden Monaten werde es auch darum gehen, das Image der Piratenpartei zu korrigieren: »Wir sind keine Freaks, sondern haben ein sehr sinnvolles Programm, das alle Altersgruppe anspricht.«

Zurzeit hätten die »Piraten« im Wetteraukreis etwa 40 Mitglieder. Aufgrund der dünnen Personaldecke wird die Partei in Bad Nauheim keine Liste für die Wahl zum Stadtparlament präsentieren, sondern nur bei den Bürgermeister-Wahlen antreten. Flindt ist geschieden und Vater von drei Kindern. Er wohnt seit einigen Jahren mit seiner Lebenspartnerin in Ockstadt. Zu seinen Hobbys zählt das Inlineskaten, Nordic Walking und das Treffen mit Freunden.

In den nächsten Monaten wird er sich noch öfter als bisher in Bad Nauheim aufhalten, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen und deren Anliegen zu vertreten. In die polemischen Auseinandersetzungen der bekannten Lokalpolitiker will er sich nicht einmischen. »Das interessiert mich wenig«, sagte Flindt. Eines seiner Schwerpunktthemen wird die Zukunft des Sprudelhofs sein. Das »wunderschöne Jugendstilensemble« müsse erhalten werden. Bei diesem Thema müsse Bürgerbeteiligung ebenfalls großgeschrieben werden.

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