Picknick im Zeichen des Salzes

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Im Vorfeld der Ernst-Ludwig-Buchmesse hatte Organisatorin Beatrix van Ooyen zu einem Picknick in den Salinenhof eingeladen. Im Ambiente der früheren Siedehalle rückten Experten in Vorträgen die Bedeutung des Salzes für Leben, Kultur und Bad Nauheim in den Mittelpunkt. Verköstigt wurden die Gäste dazu von Barbara Aletter und Hanns Fertsch mit süßen Leckereien und einem Gläschen Wein.

Im Vorfeld der Ernst-Ludwig-Buchmesse hatte Organisatorin Beatrix van Ooyen zu einem Picknick in den Salinenhof eingeladen. Im Ambiente der früheren Siedehalle rückten Experten in Vorträgen die Bedeutung des Salzes für Leben, Kultur und Bad Nauheim in den Mittelpunkt. Verköstigt wurden die Gäste dazu von Barbara Aletter und Hanns Fertsch mit süßen Leckereien und einem Gläschen Wein.

Dr. Lutz Ehnert, Vorsitzender des Kneippvereins Bad Nauheim/Friedberg/Bad Salzhausen, gewährte einen historischen Rückblick auf das "Heilbad Bad Nauheim". Zu den Meilensteinen der Heilbadgeschichte zählen das erste Badehaus 1835, das Weihnachtswunder 1846 und der Titel "Bad", den Nauheim im Jahre 1869 erhielt. Was folgte, ist allseits bekannt. Als Kurort mit Tausenden Gästen hatte Bad Nauheim um 1900 Weltrang. Ehnert richtete seinen Blick auch auf die Gegenwart: Längst ist Bad Nauheim mehr als ein Kurort, zählt die Stadt heute doch zu den Spitzenkneipporten in Deutschland. 2011 als Kneippkurort ausgezeichnet, folgte 2015 die Premium-Class-Zertifizierung. Das nächste große Ziel für Stadt und Kneippverein ist die Zertifizierung zum Kneippheilbad. Die Sole spielt hierfür nach wie vor eine tragende Rolle. Seit dem Jahr 2000 sind in Bad Nauheim Verordnungen von örtlichen Heilmitteln nicht mehr möglich. Umso wichtiger sei es nun, die ambulante Badekur in der Stadt wieder zu etablieren, sagte der Badearzt und Internist. "Wir sind auf einem guten Weg", machte Ehnert in Bezug auf den Neubau der Therme, Gesundheitshotel und Kurmittelhaus deutlich. Solebäder werden bei zahlreichen Beschwerden angewendet, sei es zur Blutdrucksenkung, bei Hauterkrankungen, bei Gicht-, Rheuma- und Gelenkbeschwerden, Venenerkrankungen oder zur Stärkung des Immunsystems.

Salz und Blutdruck

Salz möchte aber auch niemand in seiner Suppe missen. Ob zu viel Salz zu Bluthochdruck führen kann, erläuterte die Vorsitzende der Adipositas-Stiftung, Dr. Karin Wilbrand. Wie empfindlich jemand auf Salz reagiert ist ganz unterschiedlich. So gibt es salzsensitive und salzresistente Menschen. Das bedeutet, dass ein erhöhter Salzkonsum den Blutdruck bei manchen Menschen erhöht (salzsensitiv), bei anderen jedoch nicht (salzresistent). Menschen, die empfindlich auf Salz reagieren, lagern vermehrt Salz im Körper ein, dadurch gelangt mehr Flüssigkeit ins Herz-Kreislauf-System – der Blutdruck steigt. Viele weitere Faktoren beeinflussen zudem den Blutdruck: Lebensstil, Ernährung, Bewegung, Stress oder Rauchen. Für den menschlichen Körper ist Salz unverzichtbar. Beim Essen sollte man aber auf versteckte Salze achten.

Humorvoll leitete Werner Ruf vom Salz zur Historie des Rosenanbaus in Steinfurth über. Ruf schlüpfte hier unterhaltsam in die Rolle seines Großvaters, im feinsten Oberhessisch gab es auch Informationen zum Buch "Weiße Rosen und ihre schönen Schwestern". Im Gepäck hatte Ruf nicht nur seine Bücher, sondern auch Rosensalz. Symbolisch im Hintergrund: Ein Keltenfürst, der auf die Ursprünge der Salzgewinnung hindeutete. Ein Übersichtsplan der Saline Nauheims aus dem Jahre 1784, zur Verfügung gestellt vom Verein Wind & Wasserkunst, und "Das Solebad Nauheim im Wandel der Zeit" auf Bildtafeln animierten zu einem Rundgang. Die sieben Bildtafeln, erarbeitet von Gisela Christiansen und Hiltrud Hölzinger (Jugendstilverein Bad Nauheim), gewährten Einblicke in die historischen Badehäuser, die zwischen 1823 und 1905 erbaut worden waren.

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