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Parksperrung: Drastischer Besucherrückgang

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Bad Nauheim (pm). Von einem äußerst turbulenten, aber auch besonders erfolgreichen zweiten Halbjahr 2009 berichtete Dr. Ingrid Schmidt, Sprecherin des Erna-Ente-Teams, bei der Jahreshauptversammlung des Vereins. Seit Ende Juni habe sich der Verein zusammen mit vielen Bürgern gegen die Vollsperrung des Parks vor der Landesgartenschau (LGS) gewehrt. Der auf parlamentarischer Ebene erzielte Kompromiss habe schließlich eine ungestörte Arbeit bis Anfang Januar erlaubt.

Bad Nauheim (pm). Von einem äußerst turbulenten, aber auch besonders erfolgreichen zweiten Halbjahr 2009 berichtete Dr. Ingrid Schmidt, Sprecherin des Erna-Ente-Teams, bei der Jahreshauptversammlung des Vereins. Seit Ende Juni habe sich der Verein zusammen mit vielen Bürgern gegen die Vollsperrung des Parks vor der Landesgartenschau (LGS) gewehrt. Der auf parlamentarischer Ebene erzielte Kompromiss habe schließlich eine ungestörte Arbeit bis Anfang Januar erlaubt. Nach der vorübergehenden Entfernung der Naturinfo-Schilder des Vereins Ende Juni auf Anweisung des Bürgermeisters sei nach intensiver politischer Aktivität eine optisch aufgewertete Version der Besucherinformation realisiert worden, deren Kosten der städtische Kur- und Servicebetrieb (KuS) übernommen habe. Eine weitere erfreuliche Auswirkung des »Schilderstreits« war laut Schmidt die überwältigende Unterstützung, die das Erna-Ente-Team durch die Bevölkerung erhielt. Wie die Sprecherin berichtete, sei sie wochenlang mit aufmunternden Worten und Lob überhäuft worden.

Entsprechend erfolgreich sei der Verkauf der Naturfoto-Karten und Kalender verlaufen, durch den 2000 Euro, etwa 20 Prozent des Etats, in die Vereinskasse flossen. »Dies half, trotz der reduzierten finanziellen Unterstützung durch den KuS, der diesmal nur 25 Prozent der Kosten deckte, einen ausgeglichenen Haushalt zu erzielen«, sagte Schmidt. Sehr hilfreich sei auch die trotz Wirtschaftskrise unverändert große Spendenbereitschaft der Besucher des Erna-Ente-Treffs gewesen. Etwa 50 Prozent der Kosten habe man durch Spenden finanziert. Auf der Ausgabenseite sei erneut die Aufwandsentschädigung für die Helfer der größte Faktor gewesen. Die Sprecherin lobte das Engagement des jungen Helferteams, das wesentlich zum naturpädagogischen Erfolg des Erna-Ente-Treffs beiträgt. Obwohl zusätzlich mehr als 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit ohne Entschädigung geleistet worden seien, habe der Verein sein Ziel verfehlt, die Rücklagen, die rund 1700 Euro betragen, vor dem Gartenschaujahr zu vergrößern.

»Mit der mitten im Winter realisierten Parksperrung kam es zu einem drastischen Besucherrückgang beim Erna-Ente-Treff«, sagte Schmidt. Damit sei auch der Spendenzufluss versiegt, während die Kosten unverändert hoch blieben, da die Tiere weiterhin täglich versorgt werden müssen. Wie die Vereinssprecherin nach den ersten sechs Wochen der Parksperrung befürchtet, werden die Rücklagen bis zum Beginn der LGS weitgehend aufgebraucht sein, zumal ab dem 1. April (Gründonnerstag) sämtliche Parkwege nicht mehr benutzt werden dürften. Der große Besucher- und Einnahme-Zufluss über Ostern werde komplett entfallen.

Zusätzlicher Arbeitsaufwand während LGS

Die Situation werde nicht nur durch den harten Winter, sondern vor allem durch den Ausfall der Ost-Fontäne im Großen Teich erschwert, deren Reparaturzeitpunkt immer noch nicht feststehe. Dadurch hielten sich die Gänse nicht wie sonst im Winter an der Usaseite des Teichs auf, sondern blieben in der Nähe der offenen Wasserfläche an der Süd-Fontäne. Deshalb habe man den Erna-Ente-Treff vorübergehend auf den Bootssteg vor dem Teichhaus verlegt, doch auch dort hätten kürzlich Bauarbeiten begonnen. Eine Verlagerung an den geplanten neuen Standort am Nordost-Ufer, sei erst möglich, wenn dort wieder eine offene Wasserfläche für die Tiere zur Verfügung steht.

Wie die Sprecherin erläuterte, sei während der LGS mit einem zusätzlichen Arbeitsaufwand von mehr als 600 Stunden zu rechnen. Der Verein sucht dafür zusätzliche Helfer mit guten Naturkenntnissen, die in der von 15 bis 18 Uhr geöffneten Erna-Ente-Naturerlebnisstation gegen die übliche Aufwandsentschädigung von 8 Euro pro Stunde oder auch kostenlos bei freiem Eintritt mitarbeiten möchten. Für die Finanzierung dieses Mehraufwands seien bisher lediglich 1750 Euro gesichert: der Verkaufsgewinn vom Hessentag, den Schmidt 2007 der Bürgerstiftung »Ein Herz für Bad Nauheim« übergeben hatte und der nun für die naturpädagogische Arbeit des Erna-Ente-Teams zur Verfügung gestellt werde. Inwieweit die weiteren Ausgaben durch Spenden der LGS-Besucher abgefangen werden können, sei kaum einzuschätzen. Schmidt: »Der Verein geht deshalb mit gemischten Gefühlen in das Gartenschaujahr, ist jedoch überzeugt, dass die Chance, das Konzept des Erna-Ente-Treffs einem breiten Publikum vorzustellen, das finanzielle Risiko rechtfertigt.«

Abschließend wurden Ralf Dreßler, Elisabeth Klein und Dr. Stefan Nawrath als Beiratsmitglieder sowie Andrea Saltenberger als Kassenprüferin einstimmig im Amt bestätigt.

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