Parkplatz-Preis: Kaiserberg-BI legt nach

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Bad Nauheim(pm). Um nahe der neuen Mehrfamilienhäuser am Kaiserberg Besucherparkplätze zu schaffen, hatten Verwaltung und Magistrat eine geschotterte Fläche entlang der neu ausgebauten Straße ins Spiel gebracht. Die Stadt hätte dieses Areal für 220 000 Euro kaufen und dann in öffentliche Parkplätze umwandeln können. Der Haupt- und Finanzausschuss erteilte, wie die WZ am Dienstag berichtete, diesem Ansinnen eine klare Absage. Begründung: Der Preis sei völlig überzogen. Nun meldet sich Christian Trutwig als Vertreter der Bürgerinitiative (BI) "Anwohner am Kaiserberg" zu Wort.

Laut Vorlage hätte die Stadt für 151,31 Euro pro Quadratmeter "einen verwilderten, derzeit nicht nutzbaren Parkplatz kaufen" sollen, wie es Trutwig in seiner Pressemitteilung formuliert. "Der Parkplatz soll bewirtschaftet werden. Aber wer parkt dort, wenn der Parkplatz am Eisstadion umsonst ist? Zudem muss die Fläche erst hergerichtet werden. Die Kosten im fünfstelligen Bereich sind in der Vorlage nicht enthalten. Antwort der Verwaltung: "Die Anwohner und Waldbesucher brauchen Parkplätze. Außerdem handelt es sich um das finale Angebot des Investors, der nun auswandert."

Hinweis auf Preis am Sportpark

Es sei leider nicht erwähnt worden, so Trutwig weiter, dass im zweiten geänderten finalen Bauleitverfahren die städtischen Auflagen zur Herrichtung dieser Parkplatzfläche und der Straße herausgenommen worden seien - die Kosten trage nun die Stadtkasse. "Dabei sind öffentliche Parkplätze bei einem solchen Großprojekt notwendig. Ebenso ist der neue Ausbau der Straße unvollständig, da eine Trennung von Bürgersteig und Fahrbahn nicht erkennbar ist", beklagt Trutwig, der für die CDU in der Stadtverordnetenversammlung sitzt.

Gisela Babitz-Koch habe im Ausschuss erläutert, dass in diesem Kurgebiet ein Bodenrichtwert von 150 Euro pro Quadratmeter nur für Bauflächen von Gebäuden mit medizinischer Nutzung gelte. Für Parkplätze werde ein Ansatz von zehn bis 20 Prozent des Bodenrichtwertes vorgegeben, also 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter. Anstatt eines Kaufpreises von 220 000 Euro wären laut Trutwig 22 000 bis 44 000 Euro angemessen.

Bürgermeister und Fachbereichsleiter hätten jedoch ihre Vorlage verteidigt. Trutwig weiter: "Es ist kaum vorstellbar, dass beide den Unterschied zwischen bebauter Fläche und Parkplatz nicht kennen." Allein die Höhe des Quadratmeter-Preises sei schon unglaubwürdig. "Bekannt sollte ihnen auch sein, dass vor einiger Zeit von der Stadt für 25 Euro/qm die Parkplätze vor dem Sportpark verkauft wurden."

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