CDU-Antrag abgelehnt

Am Ortsausgang Nieder-Mörlen: Keine Lösung für Gefahrenstelle

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Die Verkehrssituation am Ortsausgang Nieder-Mörlen ist laut CDU lebensgefährlich. Andere Parteien könnten sich ebenfalls Verbesserungen vorstellen. Trotzdem soll die Verwaltung nicht aktiv werden.

Die Kreuzung Weingartenstraße/Luise-Frey-Straße/Gutermannweg in Nieder-Mörlen ist seit der Ausweisung des Baugebiets Auf dem Hempler ins Blickfeld der Politiker gerückt. Vor der Errichtung erster Häuser im Hempler hatten Stadtverordnete und Ortsbeiratsmitglieder angeregt, über einen sicheren Fußweg von der Luise-Frey-Straße über die Weingartenstraße nachzudenken. Geschehen ist nichts. Die CDU forderte deshalb in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments, den Magistrat mit einer Prüfung zu beauftragen.

Von einer "nicht hinnehmbaren Situation" für Fußgänger und Autofahrer sprach Klaus Dietz (CDU). Über die Weingartenstraße fließe der gesamte Durchgangsverkehr. Wer das Wohngebiet Hempler-West mit dem Auto verlassen wolle, müsse zwangsläufig über die Luise-Frey-Straße auf die Weingartenstraße fahren. Gerade für Linksabbieger sei das schwierig. "Wenn in der Weingartenstraße ein SUV parkt, ist die Sicht nach links gleich null. Es ist hochgefährlich, sich dort einzuklinken", erklärte Dietz. Der Bewuchs der Querungshilfe auf der Weingartenstraße sei ein weiteres Sichthindernis.

Bei einem Ortstermin hatten Anwohner die Probleme geschildert. In ihrer Antragsbegründung zitiert die CDU eine Mutter von drei Kindern: "Je nachdem, wie links die Autos parken, sieht man an dieser Kreuzung nichts. Ich fahre da oft mit einem wirklich unguten Gefühl raus, und manchmal mit Glück."

Fußgänger enden im Nirwana

Für Fußgänger ist die Lage Dietz zufolge nicht besser. Hempler-Bewohner wollten von der Luise-Frey-Straße über die vielbefahrene Weingartenstraße in den Gutermannweg gehen. "Wer die Luise-Frey-Straße runterkommt, endet im Nirwana, im Nichts." Weil in der Weingartenstraße Bürgersteige fehlten, könnten Fußgänger nicht nach rechts gehen, um die Weingartenstraße an der Querungshilfe zu passieren. Der Gutermannweg werde genutzt, um Ziele im Ortskern wie Kita, Kirche oder Bushaltestelle zu erreichen. Die Politik habe es bei der Aufstellung des Hempler-Bebauungsplans versäumt, für Sicherheit an dieser Kreuzung zu sorgen. Nach den Worten von CDU-Stadtverordnetem Albert Möbs ist das Überqueren der Weingartenstraße vor allem für Eltern mit Kindern "lebensgefährlich".

Markus Philipp von den Freien Wählern deutete zunächst eine Unterstützung von Teilen des Antrags an. Allerdings sei das Thema sicherer Fußweg im Ortsbeirat bereits mehrfach besprochen worden. Die Verwaltung habe geprüft und keine Lösung gefunden. Das Problem seien die fehlenden Bürgersteige in der Weingartenstraße. Auf der einen Seite müssten Privateigentümer Land verkaufen, damit ein Gehweg gebaut werden kann. Das lehnten diese Bürger ab. "Die Prüfung ist längst erfolgt, der CDU-Antrag kommt zwei Jahre zu spät", sagte Philipp.

UWG: Antrag kommt viel zu spät

FDP-Fraktionschef Benjamin Pizarro sieht einen "Missstand". Schwierigkeiten für Autofahrer, in eine Hauptverkehrsstraße abzubiegen, existierten allerdings auch andernorts. An der Ecke Luise-Frey-Straße/Weingartenstraße sei die Sicht gar nicht so schlecht. "Im Ortsbeirat haben wir zigmal über dieses Thema geredet. Die CDU hat dort nichts dazu gesagt, hat seit fünf Jahren keinen Antrag gestellt", sagte Pizarro. Notwendige Verbesserungen für Fußgänger seien kaum umsetzbar.

Die Verkehrsbehörde beurteilt die Lage anders als die CDU. Erster Stadtrat Peter Krank verwies auf Vorschriften, wie sich Fahrer beim Abbiegen verhalten sollten. Denkbar sei der Verzicht auf einen Parkplatz auf der Weingartenstraße, um die Sicht für Abbieger aus der Luise-Frey-Straße zu verbessern. Fußgänger hätten ein Problem, zumal sowohl in der Weingartenstraße als auch im Gutermannweg Bürgersteige fehlten. Krank: "Es gibt aber einen sicheren Fußweg vom Hempler in den Ortskern. Fußgänger können über Luise-Frey- und Raiffeisenstraße zur Weingartenstraße gelangen und dort die Querungshilfe nutzen."

Nach den Erläuterungen des Ersten Stadtrats kündigte Philipp für die FW/UWG an, den gesamten Antrag abzulehnen. CDU-Fraktionschef Manfred Jordis zeigte sich verwundert: "Es muss eine Lösung gefunden werden. Einfach zu sagen, es ist geprüft worden, aber es gibt keine Lösung, geht nicht."

Der CDU-Antrag fiel bei der Abstimmung durch: 21 Nein- und 18 Ja-Stimmen, vier Enthaltungen.

Hempler: 300 neue Wohneinheiten

Vor sieben Jahren wurde mit der Erschließung des 14 Hektar umfassenden Baugebiets Auf dem Hempler im Nordwesten von Nieder-Mörlen begonnen. Inzwischen sind die 180 Grundstücke fast komplett bebaut, knapp 300 neue Wohneinheiten sind dadurch in dem Bad Nauheimer Stadtteil hinzugekommen. Der westliche Teil des Hemplers kann für den motorisierten Verkehr nur über die Luise-Frey-Straße erreicht oder verlassen werden. Am Ende dieser Straße muss auf die vielbefahrene Weingartenstraße abgebogen werden, was viele Bewohner aufgrund der hohen Verkehrsbelastung als Problem ansehen.

Nach der Bebauung des Geländes, auf dem früher die Aral-Tankstelle zu finden war (Ecke Luise-Frey-Straße/Weingartenstraße), dürfte das Verkehrsaufkommen an dieser Stelle weiter ansteigen. In dem Komplex aus sieben Gebäuden - mit den Bauarbeiten wurde dieser Tage begonnen - entstehen zwar nur elf Mietwohnungen, es werden aber auch Arztpraxis, Bankenfiliale und Apotheke einziehen, die viele Besucher empfangen.

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