Noch mehr Sprudeltaler

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Bad Nauheim (ihm). Einstimmig hat das Bad Nauheimer Parlament jüngst beschlossen, die Rabattierung des Sprudeltalers mit einem weiteren Zuschuss über 50 000 Euro fortzusetzen. Bürger, die damit in einem der vielen teilnehmenden heimischen Geschäfte einkaufen, zahlen für den Taler nur 90 Prozent des Werts. Zehn Prozent übernimmt die Stadt.

Die Idee für den Sprudeltaler geht auf den Verein Erlebnis Bad Nauheim zurück, der damit an die Stadt herangetreten war. Verein, Rathaus und Stadtmarketing GmbH stellten das Konzept im Dezember 2019 vor, gedacht war es zunächst aber lediglich als Geschenkidee, um Kapital in der Region zu binden. Während der Pandemie kam die Zehn-Prozent-Rabattaktion im Rahmen eines Mehr-Punkte-Programms hinzu, die das Stadtparlament seinerzeit einstimmig beschloss.

Bürgermeister Klaus Kreß warb für die Beschlussvorlage, die der Magistrat formuliert hatte. »Wir haben in der Pandemie zahlreiche kleinere Wirtschaftsförderungsmaßnahmen auf den Weg gebracht«, sagte er. Proaktiv und kreativ habe die Stadtverwaltung verschiedene Schritte entwickelt, das Parlament habe diese flankiert, ergänzt und auch eigene Ideen für ein Gesamtpaket eingebracht. Ein Aspekt war dabei, den Sprudeltaler zu rabattieren: Das Volumen lag bei 100 000 Euro und ist laut Bürgermeister aufgebraucht. »Damit es nahtlos fortgesetzt werden kann, bitte ich um Zustimmung für weitere 50 000 Euro«, sagte er.

Wie Manfred Jordis (CDU) erklärte, unterstütze die Kenia-Koalition die Erweiterung des Programms, das seinerzeit alle fünf Fraktionen beschlossen hätten. Jordis wies auf den Antrag der FDP hin, in dem gefordert wird, die einzelnen Punkte des Corona-Pakets zu evaluieren. »Wir haben dafür einen Änderungsantrag vorbereitet«, fügte der Christdemokrat hinzu. Aus Zeitgründen behandelte das Hohe Haus den Antrag an diesem Abend aber nicht mehr.

Wie Jochen Ruths (FDP) anmerkte, sei die Rabattierung des Sprudeltalers ein zentraler Baustein der Wirtschaftsförderung der Stadt für betroffene Gewerbetreibende in der Pandemie. »Es wirkt einfach und direkt und auch in die Nachbarkommune hinein.« Markus Theis, Fraktionsvorsitzender der FW/UWG, erklärte für seine Partei, die Fortführung ebenfalls zu unterstützen.

Wie Theis zu bedenken gab, müsse der Taler aber auch zum Umsatz führen, dürfe nicht nur als Geschenk weitergereicht werden. »Ich hoffe, dass die ganzen kleinen Karten nicht in Küchenschubladen liegen, sondern auch ausgegeben werden«, sagte er. Durch das Projekt hat die Stadt laut Theis viel im Einzelhandel ausgelöst, womit Gemeinschaft und Zusammenhalt zu spüren sei.

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