Noch mehr Einsatz für den Klimaschutz

  • VonPetra Ihm-Fahle
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Bad Nauheim (ihm). Die Stadt schafft zeitnah eine weitere Stelle für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Diesem leicht abgeänderten Antrag der Kenia-Koalition aus CDU, Grünen und SPD folgte das Bad Nauheimer Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung in der Nieder-Mörler Frauenwaldhalle einstimmig. Drei Stadtverordnete enthielten sich.

Katharina Brunkhorst (Grüne) begründete das Anliegen. »Wir wollen eine Stabsstelle für Klimaschutz haben, denn wir sind bei einer Erderwärmung von 1,1 Grad. Wenn wir so weitermachen, kommen wir bei 3 Grad an.« Falls das geschieht, ist die Gesellschaft nach Ansicht der Kenia-Partner der Zukunftsperspektive beraubt. Die Stadt hat mit Yuge Lei-Chillery zwar gerade eine Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz eingestellt (diese Zeitung berichtete). Wie Brunkhorst meinte, reiche das nicht aus. »Es ist eine untergeordnete Stelle, und man braucht eine Stabsstelle.«

Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) erklärte, den Vorstoß ausdrücklich zu begrüßen. »Wir haben eine Einstellung vorgenommen, und es war ein Glücksfall, eine Expertin gefunden zu haben«, hob er hervor. In dieser Sache noch mehr Gas zu geben, finde er gut. Organisatorische Gründe in der Struktur eines Rathauses sprachen für ihn allerdings dagegen, die Einstellung in Form einer isolierten Stabsstelle vorzunehmen.

Augenhöhe betont

Wie Manfred Jordis (CDU) einwandte, muss die einzustellende Person auf Augenhöhe stehen und Befugnisse gegenüber den Fachbereichen haben. Kreß ließ das nicht gelten, Referentin Yuge Lei-Chillery sei mit Kompetenzen ausgestattet und genieße sein absolutes Vertrauen. »Die Augenhöhe ist da, aber die Stabsstelle wäre organisatorisch falsch«, bekräftigte er. Laut Benjamin Pizarro (FDP) ist es wichtig, nicht nur Stellen zu schaffen, sondern einen klimaschützenden Geist im Rathaus zu leben.

Nach einer Sitzungsunterbrechung erklärte Markus Theis im Namen der Freien Wähler zuzustimmen. »Wie der Bürgermeister die Stelle eingliedert, muss allerdings ihm überlassen werden«, betonte er. Die Kenia-Koalition ließ sich auf das Angebot von Kreß ein, statt einer Stabs- eine Vollzeitstelle zu schaffen. Bedingung war allerdings, halbjährliche Rechenschaftsberichte von Yuge Lei-Chillery und der neuen Kraft zu erhalten. Kreß schmeckte das nicht: »Bitte nicht so viel Selbstbeschäftigung mit Berichten. Es ist zielführender, Aufgaben anzupacken und umzusetzen.« Um diesen Punkt gab es etwas Hin-und-Her. Sinan Sert (SPD) und CDU-Mann Jordis waren sich darin einig, dass Yuge Lei-Chillery sehr kompetent sei. Sert bezeichnete gleichwohl Berichte aufgrund der Dringlichkeit des Themas als wichtig, worauf Jordis kurze Reports vorschlug.

FDP-Mann Pizarro wollte wissen, wieso Kreß nicht gleich zwei Stellen eingerichtet habe. Dieser konterte: »Es muss kompatibel sein, was wir dem Haushalt zumuten können.« Wie die Grüne Claudia Kutschker erklärte, dürfte sich die Stelle durch Fördergelder von alleine tragen.

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