Beate Dietz (l.) und Barbara Finkeldey berichten, was trotz Corona-Krise beim TSV Nieder-Mörlen möglich gemacht worden ist.
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Beate Dietz (l.) und Barbara Finkeldey berichten, was trotz Corona-Krise beim TSV Nieder-Mörlen möglich gemacht worden ist.

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TSV Nieder-Mörlen in Pandemie-Zeiten: "Wir hatten keinen Austritt"

  • vonCorinna Weigelt
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Auch Sportvereine haben es in Corona-Zeiten schwer. Doch beim TSV Nieder-Mörlen, einem der größten Sportvereine der Region, weiß man sich zu helfen.

Er verbindet Tradition und Moderne und ist seit vielen Jahren ein Vorbild für die regionale Sportlandschaft: Der TSV Nieder-Mörlen zählt mit seinen über 1200 Mitgliedern zu den größten Sportvereinen der Region. Das Jahr 2020 fing auch ganz gut an für den Verein, unter anderem mit großen Zielen für die Trampolin-Turnerinnen und -Turner, die zur Landesliga II angemeldet wurden. Dann kam die Pandemie.

"Anfangs dachten wir noch, der Kelch geht an uns vorüber", erinnert sich Beate Dietz vom geschäftsführenden TSV-Vorstand. Gemeinsam mit der Vereins-Repräsentantin Barbara Finkeldey spricht sie über ein bewegtes Vereinsjahr 2020 und die Planungen für 2021.

Als im Frühjahr der erste Lockdown kam, musste auch der Hallensport in Nieder-Mörlen eingestellt werden. Im Mai ging es jedoch wieder aufwärts, nicht zuletzt dank der nahen Beach-Anlage und Möglichkeiten im Außenbereich. "Wir haben uns auch gleich mit Corona-Maßnahmen vertraut gemacht", sagt Dietz.

Es gab sogar einen Aufnahme-Stopp

Zügig wurden die neuen Hygienemaßnahmen in den Sportalltag integriert. Kurz darauf konnte auch die Frauenwaldhalle wieder genutzt werden. "Bis auf Gerätesport war alles draußen möglich." Während dieser Zeit sei die Stimmung gut und ein Verständnis für den ersten Lockdown spürbar gewesen, erläutert Dietz. "Auch die Senioren waren begeistert, wieder loslegen zu können", sagt Finkeldey. Gemeinsam mit der Übungsleiterin seien im Seniorenbereich viele kreative Ideen umgesetzt worden.

Während der guten Sommermonate konnten auch die Sportabzeichen abgenommen werden. Bis September/Oktober gab es ein großes Interesse im Eltern- und Kindersport. "Wir wurden quasi überrannt, es gab dann sogar einen Aufnahme-Stopp", wie Dietz erklärt. Um das große Angebot für Kinder aufrecht zu erhalten, stießen zwei neue FSJ-ler dazu. Trotz Corona konnte der Sommerabschluss der Damengymnastik--Gruppe stattfinden.

Clips für Kraft und Koordination

Auch andere Angebote wurden 2020 nach draußen verlegt. So gab es Yoga und Pilates unter freiem Himmel hinter der Turnhalle der Frauenwaldschule und für die Turnkinder ab der dritten/vierten Klasse Turnstunden mit diversen Alltagsmaterialien auf der Erbwiese/Beachanlage. "Das gute Wetter war unsere Rettung und die Außenanlage Gold wert", wie Dietz und Finkeldey erklären. Alle dachten, es funktioniere, zumal kein einziger Corona-Fall im Verein aufgetreten sei und sich alle an Hygiene-Maßnahmen gehalten hätten.

Dann kam Lockdown Nummer zwei mit erneuter Zwangspause. Auch der Sport im Freien fiel wetterbedingt nun flach. Seitdem setzt der Verein auf kreative Online-Angebote und Kontakte über das Programm "Zoom". So auch bei den Trampolin-Kindern, die bereits zum großen Landesliga-Wettbewerb angemeldet worden sind. Damit sie ihre Grundfitness behalten, versorgt das Trainer-Team Steffi, Karen und Beate die "Trampoliner" zweimal wöchentlich mit selbst gedrehten Videos zum nach- und mitmachen. Immer an den eigentlichen Trainingstagen gibt es Clips für Kraft, Koordination oder Dehnübungen.

Fehlende Einnahmen

Im Dezember wurde ein Adventskalender online gestellt. "Mit täglich wechselnden Übungen, aktiv oder für die Entspannung, der kam sehr gut an", sagt Finkeldey. Daher überlege man, auch weiterhin während des Lockdowns 2021 aktive Angebote online anzubieten. Die Tanzkinder wurden mit Übungsmaterialien für zu Hause versorgt, etwa 150 Vereinskinder haben kleine Geschenke zum Weihnachtsfest bekommen.

Einnahmen aus Fest-Aktivitäten oder aus einem Verzehrangebot gab es im vergangenen Jahr nicht, was insbesondere die Handballer trifft. Hilfen hat der Verein aber nicht beantragt. "Wir hatten keinen einzigen Austritt", sagt Beate Dietz, "Wir sind ein gesunder Verein."

Sobald es das Wetter zulasse und es wieder möglich sei, gehe es mit dem Sport draußen weiter. Was das Hallenangebot angehe, sei man da derzeit eher noch pessimistisch. Dietz: "Das ist sicherlich erst nach den Osterferien wieder möglich."

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