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Die ELS-Schulsprecherinnen (v. l.) Yasmina Eckerle, Sina Wensing und Lilli Decker stützen sich auf Rückmeldungen ihrer Mitschüler und sehen neben den Problemen im aktuellen Schulalltag auch den Einsatz von Lehrern und Schülern.

»Nicht nur auf das Negative schauen«

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Bad Nauheim (pm). Unter der Überschrift »Digitales Dilemma« hat die WZ kürzlich über das Distanzunterricht-Angebot der Ernst-Ludwig-Schule (ELS) berichtet. Die Mutter eines Schülers kritisierte das Unterrichtsangebot der Schule, die ELS-Leiterin erklärte, an welchen Stellen es warum Probleme gebe. Nun melden sich die Schulsprecherinnen Lilli Decker, Yasmina Eckerle und Sina Wensing in einer Pressemitteilung zu Wort.

Darin heißt es: »›Digitales Dilemma in Bad Nauheim‹, ein Thema, das mit Sicherheit absolute Berechtigung und Relevanz hat, besonders in den aktuellen Zeiten. Und ja, ein Thema, das auch an der Ernst-Ludwig-Schule diskutiert und bearbeitet werden sollte und wird. Es läuft, ganz außer Frage, nicht alles glatt. Trotzdem sollte man in diesen schweren Zeiten nicht nur auf das Negative schauen, sondern auch Gehör für Lob und Anerkennung schaffen und das viele Positive sehen.«

Die Schülervertretung der ELS erhalte auf Nachfrage in der Schülerschaft differenziertere Rückmeldungen. Diese gingen über »das bloße Klagen über fehlende Videokonferenzen und Digitalisierung« weit hinaus, teilen die drei Sprecherinnen mit. Diese Rückmeldungen seien ähnlich relevant und sollten neben der Kritik ebenfalls abgebildet werden, da die Schüler wahrscheinlich am besten über die aktuelle Situation berichten könnten.

Großteil der Lehrer sehr bemüht

Die Schulsprecherinnen fungierten in dieser Zeit als Vermittler zwischen Schülern und Schulleitung und hätten dadurch beide Seiten »mit Wünschen, Problemen und Zwängen« kennengelernt und in ihrer Gesamtheit im Blick, erläutertn Lilli Decker, Yasmina Eckerle und Sina Wensing. »Digitalisierung und technische Ausstattung sind Themen, die uns ebenso beschäftigen wie das Management von großen Mengen an Aufgaben oder erschwerte Kommunikation, die auch durch Videokonferenzen nicht restlos aus dem Weg geräumt werden kann«, ist weiter in der Pressemitteilung zu lesen.

»Auch der Blick an Nachbarschulen ist wichtig, bei Vergleichen fallen Unterschiede auf. Was allerdings übereinstimmt: Keine Schule und ihre Schülerinnen und Schüler rutschen aktuell gänzlich entspannt durch Krise und Homeschooling. Ebenso wenig tun dies allerdings Lehrkräfte. Es ist wahr, dass es auch an dieser Stelle Unterschiede und Ungleichheiten gibt, dass nicht jede Klasse, nicht jeder Kurs gleichermaßen digital und zuverlässig betreut wird, aber ob das eine Eigenart unserer Schule ist, wagen wir zu bezweifeln.« Ein Großteil der Lehrer sei sehr bemüht, die Schüler nach bestem Wissen und Gewissen durch die aktuelle Phase zu manövrieren, vorbei an dem »Digitalen Dilemma«. Ob durch Videokonferenzen oder in Eigenregie gedrehte Lernvideos - einige Lehrer nähmen ein deutlich erhöhtes Arbeitspensum auf sich, um die Schüler zu unterstützen.

»Außerdem nimmt unsere Schule in dieser Phase des Homeschoolings das Angebot des Landes Hessen in Anspruch und nutzt das sogenannte ›Schulportal‹, über welches wir als Schülerinnen und Schüler sehr strukturiert und organisiert mit Arbeitsaufträgen versorgt werden und auch mit den Lehrerinnen und Lehrern im direkten Austausch stehen können.«

Gut gemeint sei zwar nicht automatisch gut gemacht, dennoch sollte dieses persönliche Engagement nach Ansicht der drei Schulsprecherinnen nicht in den Schatten der Probleme einer einheitlichen Online-Linie treten.

»Diese Pandemie verlangt vielleicht einfach danach, Engagement genauso wahrzunehmen wie Schwierigkeiten, nicht weil sich Probleme dadurch in Luft auflösen und auch nicht, um diese zu leugnen, sondern um ein Miteinander zu schaffen, das Problemlösung erleichtert. Machen wir das Beste draus!«

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