Wasserproben auswerten: Eigenständig übernimmt Azubi Darius Winkler nach nur wenigen Wochen auch diese Aufgabe. Ausbilder Felix Wichmann (l.) und Betriebsleiter Sascha Rieck (stehend) haben alles bestens im Blick.	FOTOS: CORINNA WEIGELT
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Wasserproben auswerten: Eigenständig übernimmt Azubi Darius Winkler nach nur wenigen Wochen auch diese Aufgabe. Ausbilder Felix Wichmann (l.) und Betriebsleiter Sascha Rieck (stehend) haben alles bestens im Blick. FOTOS: CORINNA WEIGELT

Ausbildung im Schwimmbad

Bad Nauheim: Nicht ins kalte Wasser geworfen

  • vonCorinna Weigelt
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Bad Nauheim/Friedberg (cor). Zur Polizei oder ins Schwimmbad? Als Darius Winkler nach dem Schulabschluss über seinen Berufswunsch nachdachte, zögerte er nur kurz, ehe die Wahl auf den Beruf des Bäder-Fachangestellten fiel. Winkler bewarb sich im Usa-Wellenbad um eine Ausbildung und konnte im Gespräch überzeugen. Vor gut sechs Wochen startete der Wölfersheimer seine Ausbildung im Schwimmbad.

Gerade vor wenigen Tagen hat Darius Winkler tatkräftig mitangepackt, das Freibad winterfest zu machen. Gemeinsam mit Betriebsleiter Sascha Rieck und Ausbilder Felix Wichmann geht es nun noch mal zu einem Check entlang der Schwimmbecken. Bis Ende September herrschte hier Betrieb, nun ist es ganz still auf dem Außengelände. Auch im Hallenbad ist es gerade ruhig. Nach der Desinfektion im Schwimmbad warten erste Besucher aber bereits am Eingang auf die Öffnung.

Ausbildung auch in Pandemie-Zeiten

»Die Anforderungen der Ausbildung sind in diesen Zeiten erhöht«, erklärt Betriebsleiter Rieck. Bekanntlich gilt es, viele neue Corona-Regelungen einzuhalten. »Nicht jeder Gast möchte die gleich akzeptieren.« Somit erlerne ein Azubi auch, wie man diese neuen Vorschriften im Schwimmbadalltag umsetze und Gespräche dazu führe.

Als Rieck im Februar die Bewerbungsunterlagen von vier Kandidaten sichtete, lief der Schwimmbadbetrieb noch ganz normal. Dann kam der Lockdown, Gespräche waren nur per Telefon möglich. »Ich wollte die Bewerber aber persönlich kennenlernen«, sagt Rieck. Drei von ihnen wurden nach den Osterferien eingeladen. »Wir wollten die Ausbildungsstelle auch in Pandemie-Zeiten auf jeden Fall besetzen«, betont der Betriebsleiter.

»Es ist schwierig, gutes Fachpersonal zu finden. Der Bedarf in der Branche ist groß.« Gleichzeitig habe man ein Zeichen setzen wollen - trotz der Krisenzeiten wird die Ausbildung nicht ausgesetzt. Einer überzeugte bei den Gesprächen besonders, Darius Winkler. Mit Ehrgeiz startet er am 1. September seine Ausbildung.

»Zunächst hat er den Betrieb richtig kennengelernt«, sagt Ausbilder Felix Wichmann. Zu den ersten Tätigkeiten hätten der Check von Wasserproben und stündliche Desinfektionen der Geländer und Wände gezählt, berichtet Azubi Winkler. Auch habe er den Beckenboden saugen müssen und bei der Wasseraufbereitung geholfen. Überhaupt war zügig Selbstständigkeit gefragt.

Die Ausbildung sei sehr abwechslungsreich, wie sein Ausbilder bestätigt. Technische Kenntnisse, Mathematik und Chemie seien erforderlich, würden täglich im Arbeitsalltag benötigt. Auch der geschickte Umgang mit alkalischen Mitteln sei gefragt. »Beim Einsatz dieser Stoffe wird Schutzkleidung getragen«, sagt Rieck.

»Mir war wichtig, mit Menschen zu arbeiten«, meint Darius Winkler. Hilfsbereitschaft sei ihm schon immer ein Anliegen gewesen. Winkler blickt bereits auf eine achtjährige aktive Mitgliedschaft in der DLRG Butzbach zurück. »In der Ausbildung kann ich nun persönliche und berufliche Interessen vereinbaren.« Was seine Ausbilder auch überzeugte, war Winklers Sportbegeisterung, die für die Tätigkeit im Bäderbetrieb wichtig ist. »Normalerweise müssen Bewerber bei uns ins Wasser, ihre Schwimmfähigkeit unter Beweis stellen«, erklärt Wichmann. Da Darius Winkler bereits ein silbernes DLRG-Abzeichen erworben hat, musste er seine Schwimmfähigkeit nicht mehr demonstrieren.

Schwimmtraining ist sehr wichtig

Gefordert wird der Azubi trotzdem von seiner Schwimmtrainerin Vlatlana Berner. »Je nach Betrieb im Schwimmbad wird zwischen drei- und fünfmal die Woche im Wasser trainiert«, berichtet die frühere Leistungssportlerin. Ihrem Schützling verlangt sie einiges ab. »Zu Beginn der Ausbildung ist die Kondition gefragt«, sagt Berner. Der Blick sei aber auch auf die Schwimmtechnik gerichtet. Trainiert werden das Rettungsschwimmen oder das Schwimmen in Kleidung. »Am Ende geht es um die Geschwindigkeit.« Darius Winkler habe schon viel Potenzial mitgebracht.

Der junge Mann ist mit seinen Ausbildern sehr zufrieden. »Ich wurde nicht ins kalte Wasser geworfen.«

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