Rezeptionistinnen-Heben als Auflockerungsübung: Svenja Kasprzyk auf der Schulter von Suba.
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Rezeptionistinnen-Heben als Auflockerungsübung: Svenja Kasprzyk auf der Schulter von Suba.

Neujahrsvarieté: Muskelmänner sind schon da

Bad Nauheim (pm). Da fühlte sich Rezeptionistin Svenja Kasprzyk nicht nur auf den Arm genommen – sie wurde es auch. Von keinem Geringerem als dem 120-Kilo-Koloss Suba. Der 27-Jährige ist Mitglied der Khadgaa-Gruppe, die ersten Artisten, die für das 13. Internationale Neujahrsvarieté im Hotel Dolce in Bad Nauheim eingetroffen sind.

Von ihrem Gastspiel beim Weihnachtszirkus in Rotterdam kommend, musste der ehemalige Freistilringer (zweifacher Asien-Meister im Schwergewicht) erstmal die sechsstündige Busfahrt aus Beinen und Armen schütteln, angelte sich Svenja Kasprzyk hinter dem Empfangsschalter des Hotels und liftete sie auf seine Schulter.

Für den Hünen, auf dessen Schultern sich die Muskeln entlangschlängeln wie das mächtige Altai-Gebirge durch seine Heimat, eine leichte Übung. Auf der Bühne wuchtet er ein 150-Kilo-Gewicht in die Luft, auf dessen beiden Kugeln noch jeweils eine Artistin thront und bringt es selbst fertig, diese Last mit seinen Zähnen zu heben.

Gegründet wurde die Truppe vor drei Jahren vom früheren Artisten Khatanbaatar Chuluuntsend. Bereits nach einem Jahr errang sie mit der Mischung aus Kraft, Ästhetik und Folklore den Silbernen Clown beim Internationalen Zirkusfestival von Monte Carlo, ist seit dem eine der gefragtesten Nummern in den Zirkussen weltweit.

Erstaunlich gut Deutsch spricht die 32-jährige Nandia, die während der Darbietung durch die Luft fliegt – angetrieben von der Muskelkraft Subas und Kollegen. "Ich war 2001 mit einer anderen mongolischen Artistentruppe für drei Jahre bei einem Zirkus in Deutschland", erklärte sie ihre Deutsch-Kenntnisse. Gut für ihre Kollegen, konnte sie doch problemlos übersetzen, dass am ersten Abend des Aufenthalts Schnitzel aufgetischt wurden. Was auf Wohlgefallen traf, denn in der Truppe ist kein Vegetarier.

Das Engagement der Khadgaa-Gruppe konnte nur verwirklicht werden durch eine Kooperation der Ovag mit dem Weihnachtszirkus Rotterdam und dem Circus Krone, der die Artisten nach dem Neujahrsvarieté verpflichtet hat. Diese drei Partner nämlich haben sich die immensen Reisekosten der Gruppe von Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei, nach Europa geteilt.

Nun ist auch das offiziell: Mit 39 Shows und 27 000 Zuschauern gibt es im Januar abermals einen neuen Rekordbesuch bei dieser internationalen Artisten-Show.

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