Rund 200 000 Euro sind für die Neugestaltung des Golfplatz-Areals veranschlagt. FOTO: NIC
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Rund 200 000 Euro sind für die Neugestaltung des Golfplatz-Areals veranschlagt. FOTO: NIC

Neue Bäume für Golfplatz-Grenze

  • vonKnut-Werner Cherubim
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Bad Nauheim(ch). Auf dem Golfplatz sind demnächst umfangreiche Arbeiten notwendig, die letztlich vom Klimawandel und dessen Folgen verursacht worden sind. Trockenheit und dadurch bedingter verstärkten Befall von Schädlingen, insbesondere des Borkenkäfers, haben den Fichtenbestand an der Außengrenze zur Usa hin nahezu völlig zerstört. Nun stehen die Entfernung der Bäume, die Kultivierung des Untergrundes und eine Neubepflanzung durch klimaneutrale Bäume bevor. Kosten: rund 200 000 Euro. In der jüngsten Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder das vorgelegte Konzept und die Finanzierung einstimmig verabschiedet.

Die im Mai angesetzte Versammlung war wegen der Corona-Krise verschoben worden, jetzt traf man sich unter Einhaltung der Hygiene-Regeln im Hotel Dolce. Aus den Tätigkeitsberichten der Bereichsleiter ging hervor, dass es für den Bad Nauheimer Traditionsclub wieder ein arbeitsreiches Jahr war. Präsident Hannes Thierer berichtete von stabilen Mitgliederzahlen (rund 650), von der erfolgreichen Neuverpachtung der Gastronomie und von der gut angenommenen und funktionierenden Startzeitenregelung infolge der Covid-19-Pandemie.

Laut Spielführer Sieghard Höhne standen in der vergangenen Saison nicht weniger als 113 Wettspieltermine auf dem Programm. In dieser Saison war der Ligenbetrieb fast völlig zum Erliegen gekommen. In der Jugendabteilung sind etwa 75 Mädchen und Jungen im Training, wie Jugendwartin Franziska Schnoor berichtete. Laut Platzwart Alwin Schmidt gab es an vielen Stellen des Platzes und des Clubhauses strukturelle Verbesserungen.

Punktlandung bei Erlösen und Kosten

Angesichts der erheblichen Neuinvestitionen war der Bericht von Schatzmeister Thomas Schuh von besonderem Interesse. Beim Haushalt 2019 gab es bei einem Volumen von rund 675 000 Euro nahezu eine Punktlandung bei Erlösen und Kosten. Laut Schuh wurde ein Nothaushalt erstellt, beruhend auf den Zahlen des vergangenen Jahres und unter Zugrundelegung eines Worst-Case-Szenarios. Dabei wurde zwar ein Minus errechnet, aufgrund einer gesicherten Liquiditätslage des Clubs seien aber keinerlei Unterstützungsmaßnahmen durch die Mitglieder erforderlich.

Die Notwendigkeit der Umgestaltung der Außengrenze auf etwa 600 Metern Länge erläuterte Clubmanagerin Angéla Schmitt-Lefebvre; Vizepräsident Matthias Baier stellte die Maßgaben für die geplanten Neuanpflanzungen vor: unter anderem Erhalt und Weiterentwicklung des Golfbetriebes, Sicherung für kommende Generationen, Finanzierung über zukunftsgerichteten Ansatz und Bereicherung des Platzdesigns. Alles in engem Austausch mit Stadt und Kurbetrieb. Insgesamt sind es 6000 Quadratmeter, die neu gestaltet werden müssen. Vorgesehen sind Bäume unterschiedlicher Art und Hecken zur Auflockerung. Es ist vorgesehen, dass Mitglieder Baumpatenschaften übernehmen können. Schatzmeister Schuh hat für die Umsetzung eine "liquiditätsneutrale Finanzierung" vorgesehen, indem das neue Darlehen mit dem laufenden verbunden wird. Nach diesem Modell wäre der Club in zehn Jahren schuldenfrei.

Von den Mitgliedern wurde insbesondere der Wunsch nach mehr Informationen hinsichtlich des mittelfristigen Investitionsplans des Clubs formuliert. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der projektierte Neubau für Caddyräume und Umkleiden aufgrund des nicht finanzierbaren Volumens von geschätzten zwei Millionen Euro zurückgestellt werden musste. Laut Schuh und Baier hat der Vorstand auch trotz des kurzfristig zu priorisierenden Baumprojekts die weiteren Investitionsbedarfe im Blick.

Insbesondere die Anträge von Mitgliedern zur Übertragbarkeit von Stimmrechten in der Jahreshauptversammlung und zu grundsätzlich geheimen Abstimmungen bei Personenwahlen sowie der Wegfall der Zehn-Prozent-Grenze zur Erlangung der Beschlussfähigkeit der Versammlung wurden im Anschluss kontrovers diskutiert. Ergebnis: Für die Übertragung von Stimmrechten gab es keine erforderliche Mehrheit, sodass der alte Passus in Kraft bleibt. Dem Antrag zur grundsätzlich geheimen Abstimmung bei Personenwahlen wurde hingegen zugestimmt. Die übrigen Änderungsvorschläge des Vorstandes wurden mit großer Mehrheit verabschiedet.

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