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Startschuss für das Neubaugebiet in Rödgen: Den Spatenstich vollziehen (v. l.) Stephan Faber, Geschäftsführer des Entwicklers Faber & Schnepp, Fachbereichsleiter Jürgen Patscha, Ortsvorsteherin Gisela Babitz-Koch, Bürgermeister Klaus Kreß und Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Thorsten Reichel.

Erster Spatenstich „Am Holzberg“

Neubaugebiet in Bad Nauheim-Rödgen: 400 Anfragen für 38 Bauplätze

  • vonHarald Schuchardt
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In Rödgen sind die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet »Am Holzberg« gestartet. Im Frühjahr 2022 sollen die Grundstücksbesitzer mit dem Hausbau beginnen können.

Bad Nauheim – Es ist bereits elf Jahre her, als die ersten Gespräche über ein Neubaugebiet in Rödgen geführt wurden. Am Donnerstagvormittag nun fand der Spatenstich für das Neubaugebiet »Am Holzberg« in der Römerstraße in unmittelbarer Nähe der Wettertalschule statt. Auf dem Areal sind 38 Bauplätze für Einfamilienhäuser mit einer Größe zwischen 500 und 800 Quadratmeter geplant.

Eingeladen hatte das Gießener Unternehmen Faber & Schnepp, das im Rahmen einer städtebaulichen Vereinbarung als Projektentwickler fungiert. »Wir haben sehr konstruktiv und projektfördernd mit dem Amt für Stadtentwicklung zusammengearbeitet«, sagte Stephan Faber, Geschäftsführer der Hoch- und Tiefbaufirma, bei der Begrüßung der Gäste. Gekommen waren unter anderem Bürgermeister Klaus Kreß, Ortsvorsteherin Gisela Babitz-Koch, Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Thorsten Reichel und Jürgen Patscha; Fachbereichsleiter Stadtentwicklung.

Bad Nauheim: 33 Grundstücke in Rödgen bereits reserviert

»Es war nicht immer einfach, doch wir haben es geschafft«, freute sich Faber. Er dankte den Stadtwerken für deren »zukunftsorientierte, emissionsfreie Energieplanung«. Die Stadtwerke werden ferner den Glasfaserausbau im Neubaugebiet aber auch für den gesamten Ortsteil übernehmen. Derzeit finden laut Faber auf dem knapp 26 000 Quadratmeter großen Areal die letzten archäologischen Sondierungsarbeiten statt. »Wir rechnen in Kürze mit der Freigabe, so dass wir mit den Erschließungsarbeiten beginnen können.« 33 Grundstücke seien bereits reserviert. 75 Prozent der Käufer kämen aus Rödgen und Wisselsheim.

»Dieser Spatenstich ist einer von zwei Meilensteinen, die heute in der Stadt stattfinden«, betonte Kreß, der anschließend zum ersten Spatenstich für die neue Therme fuhr.

Babitz-Koch: Mehrheit in Bad Nauheim-Rödgen ist dafür

Kreß ging auch auf die Kritik an dem neuen Baugebiet ein. Eine Bürgerinitiative hatte sich gegründet, um das Baugebiet zu verhindern oder zumindest den Bebauungsplan zu ändern. Die BI ist insbesondere besorgt wegen des zusätzlichen Verkehrs in dem ruhigen Wohngebiet. »Unsere sachliche Arbeit hat geholfen, dass das Baugebiet in dieser Ortsrandlage genehmigt wurde«, sagte Kreß. »Was hier steht, zerstört nicht die Infrastruktur, sondern es sichert sie.« Dies zeigten auch die etwa 400 Anfragen für die Bauplätze. Kreß dankte dem Gießener Unternehmen für deren Initiative, denn »die Stadt muss nicht immer alles machen«. Die »innovative Energieversorgung« durch die Stadtwerke bezeichnete er als »Sahnehäubchen« für das Projekt.

»Wir müssen etwas für unsere Umwelt tun, gerade nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts«, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Thorsten Reichel, der das energiesparende Projekt erläuterte.

Abschließend erinnerte Ortsvorsteherin Babitz-Koch an den jahrelangen Kampf um das neue Baugebiet. »Die große Mehrheit im Ort ist dafür, vor allem die junge Generation«, betonte Babitz-Koch. Sie freue sich, dass viele Rödgener und Wisselsheimer das Angebot genutzt hätten und hier bald bauen würden.

Die Erschließungsarbeiten »Am Holzberg« sollen bis zum ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein, so dass die Grundstücksbesitzer im Frühjahr nächsten Jahres mit dem Bau ihres Hauses beginnen können.

Bad Nauheim: Photovoltaik trifft Solarthermie

Für die Einfamilienhäuser »Am Holzberg« sind unter anderem Kombinationen aus Photovoltaik- und Solarthermiemodulen (PV-T) auf den Hausdächern für Strom und Wärme mit weiterer Unterstützung durch Umgebungswärme geplant, teilt Stadtwerke-Chef Dr. Thorsten Reichel mit. Man prüfe derzeit unterschiedliche Optionen zur Wärmeversorgung des Quartiers mit Umgebungswärme. Sicher sei bereits, dass die Bewohner des Quartiers künftig Strom und Wärme vom eigenen Hausdach gewinnen würden. »Möglich machen dies die bislang einzigartigen, kombinierten Photovoltaik- und Solarthermiemodule.« Die Hybridkollektoren hätten auf der Vorderseite Photovoltaik-Module und auf der Rückseite Luftwärmetauscher. Durch diese Doppelbelegung auf einer Fläche werde Platz auf dem Hausdach gespart - ein Vorteil besonders bei kompakten Gebäuden.

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