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Zum Internationalen Tag des Yoga am 21. Juni treffen sich Menschen weltweit zum gemeinsamen Entspannen - auch auf der Friedberger Seewiese.

Weltyogatag

Warum Yoga auch in Bad Nauheim und Friedberg immer beliebter wird

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Yoga ist viel mehr als ein Hype. Thea Linn ist eine von vier Trainerinnen bei "YOGAwelten" und beobachtet seit Jahren, wie Menschen zu sich selbst finden. Was begeistert sie daran?

Patschuli und Batik-Shirts gehören der Vergangenheit an - Yoga hat längst kein Hippie-Image mehr. "In den 70er und 80er Jahren war Yoga etwas Außergewöhnliches, heute ist es im Mainstream angekommen", sagt Thea Linn, Yogalehrerin bei "YOGAwelten" in Bad Nauheim und Friedberg. In den letzten Jahren entwickelte sich die Form der Entspannung zu einem regelrechten Lifestyle-Trend. 

Vor allem junge Frauen präsentieren sich in sozialen Netzwerken auf der Matte - eindrucksvoll in grazilen Posen. "Gruppe Handstand" wird diese Zielgruppe von Linn und ihren Kolleginnen Kirsten Hoppmann, Bernadette Latta und Hilde Maartje Thiele mit einem Augenzwinkern genannt. "Das sind die, die sich über Yoga gerne nach außen ausdrücken."

Laut des Berufsverbands der Yogalehrenden in Deutschland (BYD) praktizierten 2018 hierzulande rund fünf Prozent der Bevölkerung Yoga, Tendenz steigend. Die Zahl der Studios wächst ebenfalls, und auch in der Wetterau gibt es einige. Davon haben sich 2018 vier zusammengeschlossen: "Satyaseva Akademie", "YogaHaus Friedberg", "Ahima Yogaschule" und "In Balance" sind heute "YOGAwelten". Ob der Trend irgendwann rückläufig werden würde, war schon öfter ein Thema bei den Yogalehrerinnen. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein: "Wir beobachten, dass Yoga gerade in allen Lebensbereichen Einzug hält", sagt Linn.

Yoga in der Wetterau: Auch Kurse für Kinder

Ankommen im Hier und Jetzt. Dieses Erlebnis würden vor allem auch junge Leute suchen. "Das ist die Yoga-Reise vom Körper in den Geist. Oft fängt es körperlich an - mit einer tollen Instagram-Pose, aber dann merken viele, dass mehr dahinter steckt", sagt Linn. Yoga lasse sich über verschiedene Ebenen wahrnehmen. "Bei Yoga kann man etwas erreichen. Man kann sich steigern, wenn man übt. Auch das ist eine schöne Sache für jüngere Leute." Doch darum gehe es nicht primär. 

Aussagen wie "Das ist Yoga" oder "So musst du das machen" liegen den Yogis bei "YOGAwelten" fern. "Wir wollen den Menschen helfen herauszufinden, was von Yoga für sie relevant ist." Neben Kursen für Kinder und Teenager gibt es darum auch Yoga auf dem Stuhl, aber auch solches mit sportlichen und akrobatischen Elementen. "Die meisten Menschen bei uns suchen nach einer guten Mischung aus Bewegung und Entspannung. Legen Wert auf Alltagstauglichkeit und Spiritualität."

In der alten, aus Indien stammenden Lehre spielt Spiritualität eine wichtige Rolle. "Yoga kann ein Religionsersatz sein", sagt Linn. "Es bietet in seiner Philosophie ein System, an das man glauben kann." Ernährung, Gesundheit, Selbstliebe und Wertschätzung im Umgang mit der Natur - im Gegensatz zu den herkömmlichen Religionen sei Yoga alltagstauglich. 

Yoga in der Wetterau: Raum für freie Interpretationen

"Es geht nicht darum, die Religion zu zelebrieren, sondern die breit gefächerten Rituale." Ob es genau das ist, was vor allem die jungen Menschen anzieht? "Viele mögen diesen vorgegebenen Rahmen, in dem sie sich wiederfinden können", sagt Linn. "Yoga gibt ganz klare Richtlinien für die, die Strukturen brauchen. Gleichzeitig lässt es denen, die sich nicht definieren lassen wollen, aber Raum für freie Interpretation." 

Frei sein und doch zusammen. Gemeinsam gleiche Werte teilen. Werte, die heute wichtiger zu sein scheinen denn je. "Von der 1000 Jahre alten Philosophie ist vieles heute noch relevant. Der liebevolle und respektvolle Umgang mit seiner Umwelt zum Beispiel. Das steckt die Menschen an." Einmal Yoga, immer Yoga - so zumindest sieht es Thea Linn. "Wer einmal erfährt wie es ist, sich bewusst zu bewegen und dabei bei sich anzukommen, der sucht das immer wieder. Es ist das Eins-mit-sich-sein, das sich so gut anfühlt."

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