Betriebsleiter Sascha Rieck (l.) macht sich ein Bild von den Vorbereitungen, hier mit den Fachangestellten für Bäderbetriebe Martin Schubert (M.) und Andreas Klotz.
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Betriebsleiter Sascha Rieck (l.) macht sich ein Bild von den Vorbereitungen, hier mit den Fachangestellten für Bäderbetriebe Martin Schubert (M.) und Andreas Klotz.

Countdown läuft

Bad Nauheim/Friedberg: Alle Infos zum Start in die Freibadsaison im Usa-Wellenbad

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Spätestens am Montag, 13. Juli, soll das Freibad des Usa-Wellenbads Bad Nauheim/Friedberg öffnen, etwas später auch die Schwimmhalle. Ein Überblick der wichtigsten Infos.

Wasser rauscht ins große Becken des Usa-Wellenbades Friedberg/Bad Nauheim. Hochdruckreiniger stehen am Rand des Nichtschwimmerbeckens, zahlreiche Sitzbänke warten darauf, abgeschliffen und gestrichen zu werden. Die Zeit ist knapp, denn bis Montag, 13. Juli, muss im Freibad alles fertig sein, etwas später auch in der Halle. Das hat die Zweckverbandsversammlung der Einrichtung jüngst beschlossen.

Unvorhergesehenes sollte nicht dazwischenkommen, wie Betriebsleiter Sascha Rieck erklärt: »Dieses Jahr wäre es ein Grauen.« Um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, legen sich die Mitarbeiter ins Zeug und müssen die Besucher einiges beachten. Hier gibt es die Informationen darüber:

Was wann öffnet - Laut Rieck ist der 13. Juli definitiv nicht der Tag der Hallenöffnung. »Der frühestmögliche Termin wäre der 3. August«, sagt der 40-Jährige. Denn im Hallenbad stehen noch Wartungsarbeiten am Hubboden an.

Schwimm-Zeitfenster - Während der Corona-Einschränkungen gibt es vier Zeitfenster, für die die Besucher online Eintrittskarten kaufen können. Die Dauer beträgt zwischen eineinhalb und drei Stunden. Ziel ist es, möglichst vielen Bürgern den Zugang zu ermöglichen.

Sprungbretter - »Die Sprunganlage wollen wir öffnen, allerdings nicht permanent, sondern in zeitlichen Intervallen«, sagt Sascha Rieck. Personal wird beaufsichtigen, ob die Abstandsregelung eingehalten wird. »Wir sehen jeweils kurze Fenster für wenige Leute vor, um anschließend die Griffe der Leitern zu desinfizieren.«

Abstand - Am Eingang weist das Bad auf den Mindestabstand von 1,50 Metern hin, im Wasser sind laut Rieck drei Meter sinnvoll. An den Becken wird Personal stehen, den Badebetrieb beobachten und gegebenenfalls auf den Abstand hinweisen. Schwimmen wird im Bahnenbetrieb organisiert.

Personal - Sicherheitsleute sollen die Einhaltung der Regeln überwachen und für einen geordneten Ablauf sorgen. Dies ist nach Worten von Rieck beim Einlass ebenso nötig wie das Ende der jeweiligen Badezeit sicherzustellen. Zwischen den Zeitfenstern haben die Mitarbeiter eine halbe Stunde, um zu reinigen und zu desinfizieren. »Deshalb ist es auch wichtig, eine gewisse Personalstärke zu haben«, sagt Rieck. Momentan steht er in Verhandlungen mit Kommunen, die ihr Bad nicht öffnen. »Es wird sich bis zur Öffnung noch klären, ob wir da auf Personal zugreifen können.«

Planung - Bäder können laut Betriebsleiter nicht von heute auf morgen öffnen. »Hätte die Hessische Regierung den Termin drei bis vier Wochen eher genannt statt erst im Juni, hätte man die komplette Vorbereitung schon abschließen können.« Das Bad während des Lockdowns öffnungsbereit zu halten, wäre laut Betriebsleiter Rieck mit hohen Kosten verbunden gewesen. »Wir tragen eine große Verantwortung für das, was hier finanziell passiert«, betont er.

Vorbereitung - Derzeit reinigen die Mitarbeiter die Becken in verschiedenen Arbeitsschritten aufwendig und behandeln sie mit Spezialmitteln. Das ist nötig, da sie durch viele Regenfälle, Kot von Nilgänsen und weitere Schmutzeinträge wegen des Winds verdreckt sind, beziehungsweise waren. Anschließend läuft Wasser ein, etwaiger Sand aus den Rohren wird durch einen Unterwasser-Absauger entfernt. Die Mitarbeiter richten die Beckenumgänge her, entfernen Unkraut, stellen Sitzgelegenheiten und Sonnenschirme auf.

Gesundheitsamt - Spätestens am Mittwoch, 1. Juli, muss das Gesundheitsamt da sein, um die Wasserwerte zu prüfen. Daher muss alles präzise und gründlich vor- und aufbereitet sein - mit dem Schrubber durchzugehen, reicht nicht. »Wenn man huddelig arbeitet und bekommt das Okay nicht vom Amt, dann ist richtig Druck dahinter. Dieses Jahr wäre es der Horror, in den anderen Jahren hat man mehr Vorlaufzeit«, sagt der Betriebsleiter.

Bitte an Besucher - »Es wäre schön, wenn die Gäste, auch wenn Hitze ist, mit einem gewissen Verständnis zu uns kommen, die Vorgaben achten und dem Personal keine Steine in den Weg legen.«

Gastronomie - Das »Restaurant im Usa-Wellenbad« wird unter entsprechenden Auflagen wieder öffnen. Der Abstand zwischen den Tischen ist bereits vergrößert.

Warum nur 394 Besucher pro Zeitfenster erlaubt sind

Um die Höhe der Besucherzahlen zu ermitteln, zieht das Usa-Wellenbad die Wasserfläche als Berechnungsgrundlage heran. Somit dürfen 394 Gäste pro Zeitfenster ins Freibad. Zögen die Verantwortlichen die 19 000 Quadratmeter Liegefläche heran, was theoretisch möglich wäre, könnten fast 4000 Besucher kommen. Dann ergäben sich laut Betriebsleiter Sascha Rieck aber Probleme: »Sie haben 4000 Leute auf der Wiese und dürfen nur 400 Leute ins Wasser lassen. An jede Beckenöffnung müssten Sie dann jemanden hinstellen und die Schwimmer abzählen. Man müsste Wasserzeiten einhalten, denn wenn jemand sagt ›Ich bleibe zwei Stunden im Wasser‹, kommt ein anderer nicht rein.« Behördlich sei eine Massenansammlung am Eingang streng verboten. »Der Vorplatz liegt bei gutem Wetter in der prallen Sonne, die Leute wollen anschließend alle ins Wasser. In Duschen und WCs dürfen wir nur zwei Leute gleichzeitig reinlassen. Es würde den Bürgern nicht gefallen, wenn sie in der Schlange stehen, dann aber nicht ins Wasser kommen und nicht auf die Toilette. Und wenn sie sich ein Eis holen wollen, stünden sie wieder in der Schlange.« Die Empfehlung einer Gruppe von Bäderbetreibern an die Landesregierung sei gewesen, im Zweifel die Wasserfläche heranzuziehen.

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