Es gibt noch keinen Investor für einen Therme-Neubau, gleichwohl hat Erste Stadträtin Brigitta Nell-Düvel die Schließung des alten Bades zum Jahresende bereits verkündet.
+
Es gibt noch keinen Investor für einen Therme-Neubau, gleichwohl hat Erste Stadträtin Brigitta Nell-Düvel die Schließung des alten Bades zum Jahresende bereits verkündet.

Bad Nauheimer Therme: Theis beklagt Alleingang

Bad Nauheim (bk). Ein privater Investor soll in Bad Nauheim einen neues Thermalbad bauen. Ob es wirklich dazu kommt, steht allerdings noch in den Sternen – das Auswahlverfahren ist im Gange, Gespräche mit Interessenten werden geführt.

Obwohl keine Klarheit herrscht, hatte Erste Stadträtin Brigitta Nell-Düvel kürzlich die Schließung der alten, maroden Therme zum Ende dieses Jahres verkündet. "Welches Gremium hat diesen Beschluss eigentlich gefasst", wollte Markus Theis (UWG) am Donnerstagabend im Parlament wissen. Er wiederholte seine Frage mehrfach, weil die Antwort ihn offenbar nicht befriedigte.

Nach Ansicht des UWG-Stadtverordneten ist noch lange nicht endgültig klar, ob die Stadt tatsächlich ein Unternehmen findet, das enorme Summen in die Errichtung und den Betrieb eines Thermalbads steckt. Wie berichtet, möchte der Magistrat das Projekt auf dem Weg einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) verwirklichen. Der Neubau soll an derselben Stelle realisiert werden, an der das alte Thermalbad steht. Laut Theis ist ein Scheitern der Pläne denkbar, möglicherweise werde das Verfahren in den nächsten Monaten gestoppt. "Deshalb macht es keinen Sinn, die Schließung des Bades zum Jahresende jetzt bereits zu verkünden", sagte Theis. Im Übrigen sei vom Magistrat bereits vor vier Jahren verkündet worden, die Technik der alten Therme habe nur noch eine sehr kurze Lebenserwartung. "Heute schwimmen die Leute immer noch."

Theis zufolge hat die Erste Stadträtin im Alleingang entschieden, den Therme-Betrieb zum 31. Dezember auslaufen zu lassen. Der Magistrat sei nur informiert worden, das Parlament habe Nell-Düvel übergangen. Laut Hessischer Gemeinde-Ordnung (HGO) müssten wichtige Entscheidungen der Stadt – und um ein solche handele es sich – aber von den Stadtverordneten getroffen werden. "Zum wiederholten Mal hält sich die Erste Stadträtin nicht an die Regeln", sagte Theis.

Nach Ansicht der Ersten Stadträtin habe es für die Schließung keiner Extra-Entscheidung bedurft. Sie verwies auf den vom Parlament beschlossenen Haushalt 2014. Wie daraus hervorgehe, stünden für den Therme-Betrieb ab 2015 keine Mittel mehr zur Verfügung. Die logische Folge sei die Schließung der Einrichtung. "Die Auswirkungen der Haushaltsverabschiedung waren in diesem Punkt völlig klar", betonte Nell-Düvel. Ohnehin habe die Stadt den Vertrag mit dem Betreiber der alten Therme stets nur noch um ein halbes Jahr verlängert. Sollte das ÖPP-Verfahren scheitern, seien neue Kurzzeit-Vereinbarungen mit einer Betreiberfirma möglich

Bürgermeister Armin Häuser untermauerte die Position seiner Magistratskollegin. Es sei darum gegangen, die Mitarbeiter des Bads und die vielen Besucher rechtzeitig zu informieren. "In deren Interesse musste rechtzeitig eine klare Aussage getroffen werden."

Wie viel Therme braucht die Kurstadt? Therme-Neubau: Ein Ideenkatalog möglicher Szenarien Therme am Park: Stadt schreibt den Neubau aus Tage der alten Therme sind gezählt

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare