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Bad Nauheimer CDU präsentiert Überraschungskandidaten

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Alexander von Bischoffshausen tritt bei der Bürgermeisterwahl an.
Alexander von Bischoffshausen tritt bei der Bürgermeisterwahl an. © pv

Bad Nauheim (bk). Die Bad Nauheimer CDU hat doch noch einen Bewerber für die Bürgermeisterwahl aus dem Hut gezaubert: den 56-jährigen Juristen Alexander von Bischoffshausen.

Vor zehn Tagen wollte die Bad Nauheimer CDU ihre Suche nach einem Kandidaten für die Bürgermeister-Direktwahl im Mai schon aufgeben. Auswärtige Bewerber, die den Vorstellungen der Union entsprachen, hatten dem Stadtverband einen Korb gegeben, potenzielle Kandidaten aus den eigenen Reihen wie Fraktionschef Manfred Jordis und Parteivorsitzender Oliver von Massow zeigten kein Interesse. Jetzt haben Fraktion und Vorstand doch noch einen Bewerber aus dem Hut gezaubert, den niemand auf der Rechnung hatte: den 56-jährigen Juristen Alexander von Bischoffshausen, stellvertretender Ortsvorsteher in Schwalheim, wo er seit 2005 wohnt. »In der Partei habe ich bislang keine besondere Rolle gspielt, kommunalpolitische Erfahrung konnte ich nur im Ortsbeirat sammeln«, sagt der engagierte evangelische Christ von sich selbst. Trotzdem entschieden sich die Parteigremien einstimmig für von Bischoffshausen, der von den Mitgliedern am 20. Dezember endgültig als Bürgermeisterkandidat nominiert werden soll. Der 56-Jährige würde dann im Mai gegen den parteilosen, von der UWG unterstützten Klaus Kreß und den Bad Nauheimer SPD-Vorsitzenden Axel Bertrand antreten.

An von Bischoffshausen, der erst seit 2007 CDU-Mitglied ist, lief die Kandidatensuche zunächst vorbei. Er hatte dann an der Mitgliederversammlung am 18. November teilgenommen und von den erfolglosen Bemühungen der Parteiführung erfahren. »Weil ich jetzt zeitlich dazu in der Lage bin, habe ich mich gemeldet. Intensive Gespräche folgten«, sagt der Schwalheimer. Dabei hat er Fraktion und Vorstand von seinen Qualitäten überzeugt. »Wir freuen uns, mit Alexander von Bischoffshausen einen überaus kompetenten und sympathischen Kandidaten gefunden zu haben. Aufgrund des beruflichen Werdegangs sowie seines langjährigen und vielfältigen ehrenamtlichen Engagements ist er prädestiniert für das Amt des Bürgermeisters«, betont CDU-Vorsitzender von Massow.

Besonders aktiv ist von Bischoffshausen in Sachen Menschenrechte. Seit drei Jahren ist er Direktor der deutschen Sektion von »Veto! Human Rights Defenders Network«. Den Fokus richtet Veto auf Menschenrechtsverletzungen in Vietnam. Früher arbeitete der Jurist in anderen Organisationen mit, die von sich sagten, christliche Werte zu verteidigen, etwa im Brüsewitz-Zentrum und in der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. Von Kritikern wurden sie in Zeiten des Kalten Krieges als »aggressiv antikommunistisch« eingestuft, Unterstützung erhielten die Organisationen nicht zuletzt von rechten CDU/CSU-Politikern wie Franz-Josef Strauß, Heinrich Lummer und Otto von Habsburg. In seinem Wohnort gehört von Bischoffshausen dem evangelischen Kirchenvorstand an und leitet den Festausschuss »1200 Jahre Schwalheim«. Beruflich war der gebürtige Hamburger zunächst bei der Treuhandanstalt und dann bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau tätig. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

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