Große Fahrgeschäfte auf dem Alten Friedhof: Nach dem Willen des Magistrats soll es dabei trotz Kritik auch in Zukunft bleiben.
+
Große Fahrgeschäfte auf dem Alten Friedhof: Nach dem Willen des Magistrats soll es dabei trotz Kritik auch in Zukunft bleiben.

Alter Friedhof

Bad Nauheimer Kerb: Muss die Kerb umziehen?

  • vonNici Merz
    schließen

Kerbstandort Alter Friedhof - in Bad Nauheim ein Zankapfel. Vor allem der Verein, der sich um das Areal kümmert, wehrt sich gegen dessen Nutzung. Nun hat sich das Parlament mit dem Thema befasst.

Im Jahr 2007 gründete sich in Bad Nauheim der Verein Alter Friedhof - Historischer Bürgerpark. In Kooperation mit der Stadt haben die Mitglieder das Areal im Herzen Bad Nauheims deutlich aufgewertet. Seit der Gründung des Vereins übt dessen Vorsitzender Martin Fink immer wieder Kritik an der Nutzung des Geländes für die Kerb, vor allem durch große Fahrgeschäfte. Ein Volksfest auf einem ehemaligen Friedhof - das passt nach Ansicht Finks nicht zusammen. Zudem werde die Grünanlage jedes Jahr erheblich beschädigt. Fink fordert einen Alternativstandort.

Mit einer Anfrage für die Stadtverordnetensitzung am Donnerstag hat die SPD das Thema aufgegriffen. Unter anderem wollen die Sozialdemokraten wissen, ob die Kerb nicht in das Gebiet zwischen Marktplatz und Kurstraße verlegt werden könnte. Friedrichstraße und Parkstraße (inklusive Kurpark-Randbereich) könnten einbezogen werden.

Bad Nauheimer Kerb: Städtischer Zuschuss: 38 000 Euro pro Jahr

In seiner Antwort erteilt Erster Stadtrat Peter Krank solchen Überlegungen eine klare Absage. Den mittleren Abschnitt der Parkstraße mehrere Tage lang für den motorisierten Verkehr zu sperren, komme nicht in Frage. »Eine Durchführung auf der Parkstraße hätte weitreichende Umleitungen für den gesamten Innenstadtbereich zur Folge«, heißt es in Kranks Stellungnahme. Auch aus Sicherheitsgründen sei eine solche Neuerung als »äußerst kritisch« einzustufen, weil Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge bestimmte Ziele nur mit erheblichem Zeitverlust erreichen könnten. Zudem sei die benötigte Strominfrastruktur in dem von der SPD genannten Gebiet nicht vorhanden und müsste mit erheblichen Kosten geschaffen werden.

Nach Auskunft des Ersten Stadtrats sind Alternativen zum jetzigen Kerb-Standort immer wieder geprüft worden. Dem Magistrat sei aber keine größere innenstadtnahe Fläche bekannt, die dafür in Frage komme. Das gelte nicht zuletzt unter Berücksichtigung von Verkehrsfragen und den Interessen des Einzelhandels. »Aus Sicht des Magistrats ist eine Verlegung des Standorts nicht möglich«, macht Krank in seiner Antwort deutlich.

Weitere Fragen der SPD zu den Kosten der Großveranstaltungen werden ebenfalls detailliert beantwortet. So werden die Schäden, die auf dem Alten Friedhof entstehen, mit 500 bis 3000 Euro pro Jahr angegeben - je nach Witterung hinterlassen die Fahrgeschäfte mehr oder weniger deutliche Spuren. Den Gesamtzuschussbedarf für die Straßenkerb beziffert Krank auf etwa 38 000 Euro. Bei einer Verlegung an den von der SPD genannten Standort rechnet er mit Mehrkosten von rund 20 000 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare